Ordnung & Sauberkeit – wie geht das?

Carla erzählt im neunten Teil Ihrer Kolumne, wie schwer es ist, mit Kind alles sauber und in Ordnung zu halten und warum sie nur noch selten was Richtiges isst.


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Carlas Kolumne - der 9. Teil

Carlas Mäusemann sorgt für so manche Unordnung im Haushalt. Foto: Privat


Mein altes ICH mochte die Wohnung schlicht eingerichtet, sauber und aufgeräumt. Freunde nannten mich sogar manchmal pingelig. Aber wenn alles seinen Platz hat, findet man es wenigstens schnell wieder und so eine saubere, ordentliche Wohnung sieht einfach besser aus. Man fühlt sich wohl. Ich war stets sauber, modisch und ordentlich gekleidet. Meine Arbeit zeitigst erledigt und gegessen wurde auch jeden Tag was Richtiges. Auf der Arbeit. Mittags. Jetzt lagert das halbe Inventar eines Spielwarenhandels in meinem Wohnzimmer auf einer Krabbeldecke. Außerdem ist mein Wohnzimmer-Regal in den unteren Fächern ausgeräumt. Bücher, CDs und Ordner mussten Stapelbechern und Rasseln weichen. Das hat der Mäusemann bestimmt, der das Regal bevorzugt ausräumt. Einräumen kann ja jemand anderes. Wäsche waschen. Das ist mein neues Hobby. Ich wasche die Wäsche gerne kaputt, meint mein NICHT-Freund, aber gelegentlich trage ich gerne auch ein Oberteil ohne Karottenfleck das nicht nach einer halb verdauten Milchmahlzeit riecht. Und in der Krabbelgruppe sollte der Mäusemann auch nicht zu sehr verwahrlost aussehen, also wird öfter mal was Frisches angezogen. Nötig wäre es fast nach jedem Essen! Meine Wäsche ist etwas knittrig – bügeln kostet auch viel Zeit. Vielleicht wird der Knitterlook ja wieder IN wenn neues ICH diesen vorlebt!? Immerhin schaffe ich die Wäsche glatt zu streifen und zusammen zu legen. Mum sollte den Wäschekorb jedoch nicht unbeobachtet stehen lassen. Denn der fleißige Mäusemann hilft gerne mit und räumt den Wäschekorb aus. Leider nicht fein säuberlich in den Kleiderschrank, sondern eher feinsäuberlich auf den Boden. Na dann halt noch mal … Und sauber machen sollte Mum auch hin und wieder. Das krabbelnde Kind wischt zwar auch mit auf und verteilt die Krümel großzügig. Aber sobald der Mäusemann eine kleine Wollmaus darstellt, müssen der Staubsauger und der Wischmob doch zum Einsatz kommen. Zumindest die Hausordnung im Treppenhaus kann Mum regelmäßig zwischen 21.30 Uhr und 22 Uhr erledigen. Auf und neben dem Schreibtisch türmt sich die Arbeit nach dem Motto –was du heute kannst besorgen das verschieb getrost auf morgen. Leider vergisst Mum dann was noch zu erledigen ist, was schon getan wurde und wo der Merkzettel für die anderen Jobs liegt. Gelegentlich findet sich jedoch der ein oder andere Zettel zerknittert in der Spielkiste des Mäusemännleins. Ja, einen kleinen Snack in sich hinein stopfen und anschließendes Geschirr in die Spülmaschine räumen, damit Mum auch morgen noch welches hat, in den 15 Minuten Mittagsschlaf des Mäusemännleins muss auch genügen. (Ein Hoch auf den Erfinder der Spülmaschine!!) Was Ordentliches zum Essen gibt es wenn dann, wenn der Mäusemann im Traumland angekommen ist. Wenn ich dann noch Lust habe etwas zu kochen. Denn für einen alleine etwas kochen erscheint häufig sinnlos und alleine Essen auch nicht wirklich wichtig. Es dient zur Nahrungsaufnahme. Also gibt es meist die Reste der selbstgekochten Babynahrung welche der Mäusemann nicht gegessen hat oder was Schnelles. Und fürs Wochenende – wenn der NICHT-Freund kommt – wird der Kühlschrank aufgefüllt und tagsüber richtig gekocht. Dann essen wir zu dritt. Und das ist schön.