Immunsystem stärken bei Kindern

Wir haben bereits allgemein erklärt, wie Sie Ihr Immunsystem stärken - bei Kindern ist ein anderer Faktor ganz entscheidend: das Training. Denn so absurd es auch klingt, Krankheiten stärken bei Kindern das Immunsystem.


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Immunsystem stärken - bei Kindern ist Training angesagt


Viele der eben genannten Tipps, wie Sie Ihr Immunsysten stärken, helfen auch Kindern dabei, eine starke Abwehr aufzubauen. Toben und spielen an der frischen Luft, genügend Schlaf sowie eine ausgewogene Ernährung unterstützen das Immunsystem bei seiner Arbeit. Allerdings ist das Immunsystem bei Kindern und vor allem bei Babys noch nicht so weit entwickelt wie das ihrer Eltern. Es muss also trainiert werden. Und das geht nur, wenn das Immunsystem auch etwas zu tun bekommt. So unlogisch es also klingen mag: Krankheiten stärken das Immunsystem.


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Babys Immunsystem muss erst noch lernen, sich gegen Krankheitserreger zu wehren. Wie Sie es dabei unterstützen können.


Doch einige überfürsorgliche Eltern neigen dazu, für extreme Hygiene im Umfeld des Babys zu sorgen und flüchten vor jeder Schnupfennase. So lernt das Immunsystem die Keime, gegen die es sich zur Wehr setzen sollte, aber nicht kennen und der Trainingseffekt bleibt aus. Das Sprichwort „Dreck macht Speck“ hat also seine Berechtigung. Zehn bis zwölf Infekte pro Jahr gelten bei Kindern bis zum Schulalter als völlig normal. Nach und nach lernt das Immunsystem, wie es auf welche Eindringlinge reagieren muss und härtet den Körper ab.

Das soll jedoch nicht heißen, dass Sie Ihr Baby bereitwillig jeden Krankheiten aussetzen müssen. Gerade bei Magen-Darm-Grippe ist bei Babys und Kleinkindern noch große Vorsicht geboten. Der krankheitsbedingte Flüssigkeitsverlust kann für Babys nach wie vor gefährlich werden. In solchen Fällen ist es doch besser, sorgfältiger auf die Hygiene zu achten. Ansonsten gilt: die Balance halten zwischen Hygiene und dem sprichwörtlichen Speck-Dreck.

Wie das Immunsystem lernt
  • 1 / 5
    Muttermilch

    Jede Mutter gibt ihrem Baby in der Schwangerschaft den wichtigen Nestschutz mit. Eine Art Abwehr auf Zeit. Nach sechs bis neun Monaten verflüchtigt sich dieser Schutz aber wieder. Dann ist die Muttermilch der beste Lieferant für Abwehrstoffe. Bis das Baby nach und nach ein eigenes Immunsystem aufbaut, schützen die mütterliche Abwehr das Baby über die Muttermilch.

  • 2 / 5
    Umwelt

    Natürliche Keime gibt es überall und sie sind in der Regel harmlos. Ein gesundes Immunsystem hat die Eindringlinge schnell in ihre Schranken gewiesen. Der alltägliche Kontakt mit solchen Keimen hilft dem Immunsystem also beim Lernen.

  • 3 / 5
    Hausstaub

    Auch in der Wohnung muss es für das Baby nicht steril sein. Natürlich ist ein gewisses Maß an Hygiene und Sauberkeit wichtig. Ein bisschen Unordnung und Staub schadet dem Kind aber nicht. Im Gegenteil, zu viel Sauberkeit macht Kinder anfälliger für Infektionen und kann zudem Allergien auslösen. Dennoch gilt: Vorsicht vor Hausstaubmilben.

  • 4 / 5
    Sandkastenfreunde

    Wenn Kinder miteinander spielen, fördert das ebenso das Immunsystem. Es werden Bakterien ausgetauscht, auf welche die Abwehr reagieren muss. Je früher das Baby also mit anderen Kindern im Sand spielen kann, desto eher kann das Immunsystem mit den Keimen und Bakterien umgehen.

  • 5 / 5
    Ernährung

    Wie bei einem Leistungssportler auch, ist die richtige Ernährung für das Immun-Training wichtig. Eisen, Zink, Selen und Vitamine gehören auf den Speiseplan. Während des Abstillens ist pro Woche eine neue Eiweißquelle völlig ausreichend, um das Baby an die Nahrung zu gewöhnen. Äpfel, Getreide und Karotten sollten unbedingt auf dem Speiseplan stehen.



Was dem Immunsystem schadet
Ob man sein Kind impfen lassen soll oder nicht, darüber gibt es nach wie vor große Diskussionen -  vor allem um die Sechsfachimfung beim Säugling. Im Allgemeinen sind Impfungen für das Immunsystem auf jeden Fall nicht schädlich. Dadurch, dass die Krankheitserreger beim Impfen in sehr schwacher Form verabreicht werden, kann das Immunsystem gut darauf reagieren und über die Infektion lernen.

Definitiv schädlich für das Immunsystem sind Zigarettenrauch und Feinstaub. Daher sollte wenigstens zu Hause und im Auto nicht geraucht werden! Auch Schimmelpilze in der Wohnung können die Gesundheit beeinträchtigen, wenn die Sporen eingeatmet werden, und die Lunge schädigen. Auch hier ist zwar nicht das Immunsystem direkt betroffen, aber wenn es noch nicht vollständig ausgereift ist, ist es auch anfälliger für Schadstoffe.


Mädchen putzt sich die Nase


© Thinkstock
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