Baby-Take-Home-Rate: So erfolgreich sind IVF, ICSI und Co.

Paare, die sich auf eine Kinderwunschbehandlung einlassen, sollten wissen, dass nur knapp ein Viertel aller Behandlungen zum Wunschbaby führen. Ein erster Orientierungswert dafür ist die sogenannten Baby-Take-Home-Rate.


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Eine Fruchtbarkeitsbehandlung ist eine wunderbare Chance auf ein Baby - und die Erfolge haben in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Was Sie aber vorher bedenken sollten: Eine Kinderwunschbehandlung ist eine seelische Achterbahnfahrt. Und die Garantie, dass die Behandlung erfolgreich ist, existiert leider nicht. „Die meisten Paare verdrängen regelrecht, dass die Wahrscheinlichkeit, dass die Behandlung am Ende zum Kind führt, realistisch betrachtet nicht sehr groß ist. Aber vielleicht ist dieses Verdrängen am Anfang auch eine sinnvolle Strategie, um genügend Kraft und Optimismus zu bewahren, die Sache überhaupt zu beginnen“, erklärt Maren Weidner, Ärztin und Beraterin bei Pro Familia.

Denn die zum Teil jahrelangen Prozeduren führen manches Paar an seine Grenzen: durchschnittlich 100 Spritzen, dutzende Blutabnahmen und mehrfache Narkosen. Jemand, der es selbst nicht erlebt hat, kann sich den Stress kaum vorstellen. Immer wieder das bange Warten, ob es diesmal funktioniert hat. „Natürlich nimmt die Belastung mit jedem gescheiterten Versuch zu. Immer wieder eine so große Enttäuschung zu verarbeiten, ist ein seelischer Kraftakt.“, sagt Weidner. Wie schwer dieser Weg sein kann, hat die Amerikanerin Angela Nicole mit einem Bild festgehalten. Sie hat jede einzelne Spritze aufgehoben, die sie während ihrer Fruchtbarkeitsbehandlung (IVF) bekommen hatte. Es hat eineinhalb Jahre und fünf künstliche Befruchtungen gebraucht, doch nun ist sie tatsächlich Mama. Und dieses Foto ist der Beweis:


Wow, what a photo. Thank you to Sher Fertility St. Louis and Dr. Dayal patient Angela, who shows the true definition of love that went into making this gorgeous new baby girl.

Posted by Sher Institutes on Montag, 5. Oktober 2015

Baby-Take-Home-Rate 2013
Die Botschaft für jedes Paar, dass sich für eine Kinderwunschbehandlung entschieden hat ist also ganz klar: Nicht zu schnell aufgeben. Tatsächlich ist die Erfolgsquote, die sogenannte Baby-Take-Home-Rate, wie Reproduktionsmediziner es nennen, weit geringer, als die meisten denken: Sie liegt in Deutschland pro IVF- bzw. ICSI-Versuch bei ungefähr 15 bis 20 Prozent. Die aktuellen Zahlen (2013) des Deutschen IVF-Registers belegen, dass sich die Quote allerdings weiter nach oben verschiebt. So konnten 26  Prozent aller Paare, die 2013 in Behandlung waren, am Ende ein Baby mit nach Hause nehmen – das sind etwa 1400 Paare.


Doch wie groß der Erfolg einer Kinderwunschbehandlung wirklich ist, hängt auch stark von dem jeweiligen Paar ab. Natürlich ist es ausschlaggebend, wie schwer die Fruchtbarkeit beeinträchtigt ist. Aber auch das Alter und das Gewicht der Frau hat Einfluss auf die Behandlung. Ebenso schädliche Angewohnheiten wie Rauchen oder regelmäßiger Alkoholgenuss.
Risiken einer Kinderwunschbehandlung

Nicht unerwähnt bleiben sollen natürlich auch die Risiken einer Kinderwunschbehandlung. Mit starken Hormonpräparaten wird massiv in den weiblichen Körper eingegriffen. Dass das auch Risiken birgt, ist klar. Zwar verpflichten sich Ärzte darüber aufzuklären, dennoch sollten Sie das bei den Beratungsgesprächen auf jeden Fall ansprechen.

• Auch wenn die Hormonbehandlung der Frau genau überwacht wird, so kann es doch zu dem sogenannten Überstimulationssyndrom kommen. Dann produzieren die Eierstöcke zu viele und zu große Eibläschen, das Scheidenmilieu kann sich verändern und Spermien am Eindringen bzw. die Eizellen am Einnisten hindern. Auch Atemnot und Störungen der Blutgerinnung können auftreten. 

• Müssen im Fall einer künstlichen Befruchtung Eizellen entnommen werden, können auch bei den operativen Eingriffen Komplikationen entstehen. Es besteht z.B. das Risiko einer bakteriellen Entzündung der Eierstöcke.

• Die Wahrscheinlichkeit einer Mehrlingsschwangerschaft steigt an.

• Eine Kinderwunschbehandlung ist eine große Belastung für die Beziehung. Der Alltag und das Arbeitsleben müssen sich der Kinderwunschbehandlung unterordnen. Und "allein die Tatsache, dass ein Paar nicht auf natürlichem Wege schwanger wird, stellt schon eine Krise dar, die bewältigt werden muss", sagt Wedner.

• Nicht zu unterschätzen sind natürlich auch die Kosten einer Kinderwunschbehandlung. Denn diese müssen Paare zum größten Tiel selbst übernehmen. Mehr Infos dazu finden Sie auf der nächsten Seite.


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