Pille absetzen: Kinderwunsch nach hormoneller Verhütung

Pille absetzen und gleich schwanger werden? Bei vielen Frauen klappt es mit dem Kinderwunsch nach der Verhütung sehr schnell - oft reichen drei Zyklen.


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Irgendwann ist er gekommen – der Zeitpunkt, an dem es heißt: „Bye bye Verhütung, hallo Kinderwunsch!“. Und wenn frau dann schwanger ist, hört man oft den Satz: „Dass es gleich so schnell geht, hätten wir nicht gedacht.“ Denn noch immer hält sich hartnäckig das Gerücht, dass es mit dem Schwangerwerden nach dem Absetzen der Pille eine ganze Weile dauern kann. Diese Annahme stammt jedoch aus den 1970er Jahren, in denen die Pille noch viel höher dosiert und die Fruchtbarkeit der Frau nach dem Absetzen tatsächlich für eine ziemlich lange Zeit lahm gelegt war.


Frau mit Pillenpackung

Pille absetzen und schnell schwanger werden


© iStock

Heute sind die Verhütungspillen im Vergleich zu damals viel niedriger dosiert. Lange Phasen der Unfruchtbarkeit kommen nur noch in den seltensten Fällen vor. Bei der Mehrheit der Frauen klappt es mit dem Schwangerwerden schon innerhalb der ersten drei Zyklen nach dem Absetzen der Pille. Und dabei spielt es keine Rolle, wie lange sie zuvor mit der Pille verhütet haben. Das wissen viele Paare aus eigener Erfahrung, ebenso wie viele Frauen, die schon aufgrund eines einfachen Einnahmefehlers der Pille mit einer Schwangerschaft überrascht wurden.

Pille absetzen und schwanger werden: Das sagt die Wissenschaft


Aktuelle Studien kommen alle zu einem ähnlichen Ergebnis: Die Pille wirkt sich nicht negativ auf die Fruchtbarkeit der Frau aus, zumindest nicht für sehr lange. In einer Studie der Uni Frankfurt beispielsweise wurden 613 von 652 Teilnehmerinnen nach dem Absetzen der Pille innerhalb der ersten drei Zyklen gewollt schwanger.

Dazu passen die Ergebnisse einer Untersuchung des NFP-Studienzentrums an der Universität Düsseldorf mit 175 Frauen. Hierbei hatten knapp mehr als die Hälfte der untersuchten Frauen direkt nach dem Absetzen der Pille einen ganz normalen, unauffälligen Zyklus. Da es bei der Studie vorrangig um die natürliche Verhütung mit der NFP-Methode ging, wurde zwar keine der Frauen schwanger. Die rein biologische Datenlage aber zeigt: Sie hätten es wohl ab dem ersten Zyklus nach dem Absetzen der Pille werden können. Bei den verbleibenden Frauen zeigten sich zwar Zyklusunregelmäßigkeiten, häufig in Form eines verlängerten oder unregelmäßigen Zyklus‘. Doch nur bei etwa zehn Prozent dieser Gruppe war der erste Zyklus nach dem Absetzen der Pille anovulatorisch, d.h. es trat kein Eisprung auf – eine Empfängnis wäre damit ausgeschlossen gewesen. Aber, das zeigt die Düsseldorfer Studie auch: In der Regel normalisieren sich Zyklusstörungen nach dem Absetzen der Pille innerhalb der ersten drei bis zwölf Monate von ganz allein. 

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Gehen Sie also ruhig davon aus, ab dem ersten Zyklus nach dem Absetzen der Pille schwanger werden zu können. Aber lassen Sie sich auch nicht verunsichern, wenn es eben nicht so schnell klappt – kurzfristige Zyklusstörungen nach dem Absetzen sind ebenso normal wie der „Das ging ja schneller als erwartet“-Effekt. Wichtig ist, dass Sie mit der Familienplanung nicht allzu spät beginnen, egal ob Sie die Pille nehmen, genommen haben oder noch nie hormonell verhütet haben. Mit steigendem Alter sinkt die Fruchtbarkeit der Frau, egal ob mit oder ohne Pilleneinnahme. Sollten Sie nach drei pillenfreien Monaten noch keine Periode gehabt haben, sollten Sie die Ursache dafür sicherheitshalber von Ihrem Frauenarzt checken lassen. 
Experten raten zum Abwarten
Ärzte empfehlen im Allgemeinen, dem Köper nach dem Absetzen der Pille ruhig zwei bis drei Monate Zeit zu geben, sich an die veränderte Situation anzupassen. Wurde sein Zyklus zuvor durch die Pille künstlich geregelt, muss er sich nun wieder selbst regulieren. Für eine geplante Schwangerschaft spielt dabei vor allem der Aufbau der Gebärmutterschleimhaut eine Rolle. Die üblichen Pillen-Präparate sorgen unter anderem dafür, dass sie sich verdickt und so eine Einnistung verhindert. Nach zwei bis drei Pillen-freien Monaten sollte sich die Schleimhaut wieder normalisiert haben und die Chance auf eine korrekte Einnistung der befruchteten Eizelle deutlich gestiegen sein. 

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