Frühgeburt – gute Lebenschancen dank Intensivmedizin

Inkubator, Perfusor, Monitor: Zahlreiche Geräte sichern Frühchen einen bestmöglichen Start ins Leben. Hightech, aber auch Körperwärme sind überlebenswichtig.

Frühchen-Eltern sind zu früh Eltern ... geworden. Das Kind ist da, aber: zu klein, zu schwach - zu früh eben. Und so klein wie das Baby, so groß sind die Sorgen, die dann auf die Eltern zukommen. Dass selbst Winzlinge mit unter 1000 Gramm Körpergewicht überleben können, gelingt nur mit optimaler medizinischer Versorgung. Sie hat dafür gesorgt, dass die Säuglingssterblichkeit in Europa inzwischen erfreulich niedrig ist. Die Zahlen für Deutschland sind seit Anfang der 2000er Jahre sehr stabil und auf niedrigem Niveau.

Gute Lebenschancen für Frühchen dank Apparatemedizin

Gute Lebenschancen für Frühchen dank Apparatemedizin


Frühgeburten brauchen eine optimale Erstversorgung

Babys, die lange vor dem errechneten Geburtstermin zur Welt kommen, sind eines der zentralen Probleme der Geburtsmedizin. Damit diese Frühchen die schwere erste Zeit außerhalb des schützenden Mutterleibes gut überstehen und bestmögliche Chancen für ein möglichst komplikationsfreies Überleben haben, braucht es intensive Behandlung sowie eine Rund-um-die-Uhr-Überwachung. Die moderne Gerätemedizin mit ihren hoch entwickelten Apparaten zur Intensivbehandlung macht beides möglich.

Diese Geräte sichern die Erstversorgung für Frühchen

Weil bei einer Frühgeburt die Entwicklung des Babys im Mutterleib noch nicht abgeschlossen ist – vor allem die Lunge, aber auch andere Organe sind noch nicht voll ausgebildet - sind Frühchen noch nicht lebensfähig, wenn sie nicht mit Intensivmedizin und von verschiedenen Instrumenten versorgt werden. Hier erklären wir die Apparate, die für das Überleben der Frühchen sorgen:

1. Inkubator

Diese Vorrichtung kennt man auch unter dem Namen "Brutkasten". Dort hinein kommt so gut wie jedes Frühchen direkt nach der Geburt. Der klimatisierte Glaskasten erfüllt immens wichtige Funktionen für das Neugeborene. Da das frisch aus dem Mutterleib "geschlüpfte" Wesen seine Körpertemperatur nicht selbstständig regulieren kann, übernimmt der Inkubator diese überlebenswichtige Aufgabe, ebenso wie die Regulierung von Wärme und Luftfeuchtigkeit für optimale Umgebungsbedingungen. Außerdem bietet der Inkubator Schutz vor Infektionen und belastenden Umwelteinflüssen.

2. Perfusor

Das Gerät wird auch Spritzenpumpe genannt und ist eine Dosierpumpe für Medikamente. Es ermöglicht, in exakt der richtigen Menge dem Frühchen intravenös die benötigten Medikamente zu verabreichen. Über den Perfusor kann außerdem der genaue Zeitraum der Medikamentengabe eingegeben werden, so dass sie langsam und schonend verabreicht werden können.

3. Sonde

Im Normalfall bekommt jedes Frühchen zunächst eine Ernährungssonde. Sie wird meistens durch die Nase, manchmal aber auch durch den Mund, bis in den Magen vorgeschoben. Darüber wird sicher gestellt, dass der Säugling mit ausreichend Nahrung versorgt wird. Das geschieht entweder "per Hand" mit einer Spritze, oder über eine Ernährungspumpe. Ab einem gewissen Zeitpunkt dürfen oft auch die Eltern das "Füttern" per Hand mit der Sonde übernehmen.

4. Absauggerät

Die Neugeborenen sind häufig noch zu schwach, um eigenständig abhusten zu können. Daher musst du damit rechnen, dass das Kind noch regelmäßig abgesaugt werden muss. Das Absauggerät - oder manchmal auch ein geschlossenes Absaugsystem – ist ein "notwendiges Übel", das dem Winzling das Atmen erleichtert.

5. Beatmungsgerät

Sehr früh geborene Frühchen haben häufig größere Atemprobleme, weil ihre Lungen noch nicht ausgereift sind. Sie müssen daher bei der Atmung unterstützt werden. Die Beatmungsgeräte zählen daher zu den wichtigsten Geräten in der perinatalen Intensivmedizin. Unterschieden wird hierbei wird zwischen SIMV (also volle Beatmung, Englisch "Synchronized Intermittent Mandatory Ventilation") und CPAP (druckunterstützte Beatmung, Englisch "Continuous Positive Airway Pressure").

6. Monitor

Und über allem wachen Monitore. Sie sind auch das, was man als erstes registriert, wenn man auf die Intensivstation kommt. Hier wird jedes Frühchen von einem Monitor überwacht. Er kontrolliert die notwendige Sauerstoffsättigung, die Herz- und Atemfrequenz und misst in der ersten Zeit möglicherweise zusätzlich auch noch die Temperatur des Kindes.

Hightech und Körpernähe – was Frühchen zum Überleben brauchen

Bei all diesen so hilfreichen und lebensrettenden Apparaten darf eines aber nicht außer Acht gelassen werden, was für die gesunde Entwicklung eines Frühchens mindestens ebenso wichtig ist wie die optimale medizinische Versorgung: Wärme und Nähe, Zuwendung und Liebe. Deshalb solltest du dein Kind so oft es geht in den Arm nehmen und an dein Herz drücken oder mit ihm "Känguruhen", es also Haut an Haut auf deinen Bauch legen, wo es auch deine Herztöne spüren kann.

Hier findest Du Hilfe und Unterstützung

Viele hilfreiche Informationen und Angebote hat der Bundesverband "Das frühgeborene Kind" e.V. Frankfurt/Main. Dort bekommst du auch einen Ratgeber zum Downloaden; ergibt werdenden Eltern Ratschläge, was sie bei der Auswahl der Klinik für die Geburt und anschließende Behandlung des Kindes beachten sollten.

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