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Gesund sparen

Weniger heizen: So sehr wirkt es sich auf Babys & Kleinkinder aus

© Getty Images/Everste
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Mit den steigenden Energie- und Lebenskosten haben wohl die meisten Familien eine ähnliche Strategie: Weniger Heizen, Warmwasserverbrauch drosseln und soviel sparen, wie möglich. Von der Regelung, nur bis 19 °C zu heizen, sind Schulen und Kitas nicht betroffen. Aber viele von uns drehen zu Hause das Thermostat nach unten und haben Bedenken: Wie wirken sich niedrigere Heiztemperaturen auf unsere Kinder aus? Wie niedrig können wir die Heizung bedenkenlos stellen?

Familien heizen weniger als sonst

In vielen öffentlichen Räumen gibt es diesen Winter eine Heizgrenze: 19 °C ist das Limit, bis zu dem Räume aufgeheizt und somit Energiekosten gespart werden sollen. Und viele von uns überlegen auch zu Hause zwei oder dreimal mehr, bevor wir die Heizung hochdrehen. Schließlich weiß niemand genau, welche Heizkosten am Ende der Saison auf uns zukommen.

Viele Familien sind dazu bereits durch Pandemie-Folgen, Inflation und steigende Nebenkosten am finanziellen Limit (wenn wir es vorher noch nicht waren), sodass wir eine Kleidungsschicht mehr und ein paar Grad weniger in der Wohnung in Kauf nehmen. Aber wie gesund ist es, dauerhaft ohne Heizung auszukommen oder unterhalb unserer "Wohlfühltemperatur" zu heizen? Schimmel wird bei niedrigen Heiztemperaturen oft thematisiert, aber haben sie auch davon abgesehen Auswirkungen auf unsere Kids? Reicht ihnen ein Pullover und ein paar Socken mehr aus, um gesund zu bleiben und sich wohl zu fühlen?

Sind Kinder empfindlicher gegenüber Kälte?

Auch wenn wir es beim Blick auf unsere Mützen-verweigernden Zweijährigen, barfüßigen Kindergartenkinder und T-Shirt-im-Winter-tragendenden Teenies manchmal kaum glauben können: Kinder reagieren in Kälte viel empfindlicher als Erwachsene – nicht nur draußen bei Wind und Wetter, sondern auch in Innenräumen.

Zum einen verliert ihr kleinerer Körper schneller an Wärme, denn ihre Körperoberfläche ist verhältnismäßig groß. Dazu kommt, dass Kinder es oft später merken als wir, wenn sie sich unterkühlen, weil sie mit allen Sinnen im Spiel beschäftigt sind.

Besonders Babys und Kleinkinder können kaum kommunizieren, wenn ihnen kalt (oder zu warm) ist. Für uns Erwachsene gilt also, auch drinnen auf angemessene Kleidung und eine ausreichende Umgebungstemperatur zu achten.

Eine Studiensammlung der WHO zeigt auch: Innentemperaturen unter 18 °C sind für uns alle eine große Belastung, Erwachsene wie Kinder. Dabei geht es nicht ums Frieren an sich, sondern darum, dass unser Körper kurzfristig und langfristig anders auf Einwirkungen reagiert und sich Prozesse ändern, wenn wir kalten Räumen über längere Zeit ausgesetzt sind. So steigt unser Risiko, akut und chronisch zu erkranken und bestehende Krankheiten können sich schnell verschlimmern (s.u.).

Wie hoch muss die Raumtemperatur für Babys und Kleinkinder sein?

Die meisten von uns – Erwachsene wie Kinder – fühlen sich bei einer Raumtemperatur von 20 bis 22 °C am wohlsten. Dieser Bereich gilt auch als Richtlinie für die ideale Innentemperatur für Kinder. Sie kühlen schneller aus als wir, das heißt wenn ihr euch selber unwohl fühlt, stehen die Chancen gut, dass es eurem Kind genauso geht.

Von einer zu kalten Umgebungstemperatur besonders betroffen sind Neugeborene, die ihre Körpertemperatur nicht selbstständig regulieren können. Für sie wird deshalb laut Berufsverband der Kinder-und Jugendärzte tagsüber eine Raumtemperatur von 21 bis 23 Grad empfohlen – und diese möglichst konstant zu halten. Babys kühlen nämlich bis zu viermal schneller aus als Erwachsene.

Besonders für Frühchen ist es außerdem wichtig, auf eine gleichbleibende Temperatur von mindestens 22 Grad zu achten, denn bei ihnen ist die Wärmeregulation noch nicht ausgeprägt. Dazu kommt, dass diese Schutzfunktion des Körpers viel Energie kostet, die Kinder für ihr Wachstum und ihre Gewichtszunahme benötigen.

Auch für Babys ab 3 Monaten und Kleinkinder, deren Temperaturhaushalt etwas eingespielter ist, wird eine Innentemperatur von 20 bis 22 Grad empfohlen.

Wichtig: Die Empfehlungen gelten allerdings nur, wenn euer Kind den Temperaturen entsprechend gekleidet ist. Babys und Kleinkinder kühlen besonders schnell aus und benötigen z. B. beim Wickeln und Umziehen mehr Wärme. Hier kann auch ein Heizstrahler helfen. Alles zur perfekten Raumtemperatur für Babys lest ihr im Detail hier bei uns.

Und: Genauso können Kinder überhitzen, wenn es im Raum zu warm wird oder sie zu dick angezogen sind. Für Babys steigt nachts dazu das SIDS-Risiko, wenn die Schlaftemperatur zu hoch ist. Die Empfehlung liegt hier bei 18-20 Grad.

Worauf kann man achten, Babys und Kleinkinder drinnen warm zu halten?

Wenn ihr euer Thermostat diesen Winter etwas niedriger stellt als sonst, könnt ihr ein paar Dinge tun, um eure Kids trotzdem warm zu halten.

  • Nur Kinderzimmer wärmer heizen: Wenn ihr versucht, eure Heizkosten zu drosseln, könnt ihr das Heizen auf das Zimmer ausrichten, in dem euer Kind sich am meisten aufhält.
  • Warme Kleidung: Achtet darauf, dass euer Baby in ausreichend temperaturregulierende Materialien gekleidet ist. Baumwolle, Wolle und Wolle-Seide eignen sich super für den Zwiebellook. Wie viele Schichten tragt ihr selber? Kids benötigen dieselbe Anzahl bzw. Babys manchmal eine Schicht mehr. Ob eurem Kind warm genug bzw. zu warm ist, checkt ihr mit dem Nackentest: Die Haut sollte hier warm und weder kalt noch verschwitzt sein.
  • Tragen: Die meisten Babys sind große Fans von Tragetuch und Babytrage. Tragehilfen sind eine tolle Möglichkeit, euer Kind warm und seine Körpertemperatur konstant zu halten. Frühchen und Neugeborene fühlen sich beim Känguruhen besonders wohl und passen ihre Körpertemperatur an eure an.
  • In Bewegung bleiben: Die kindliche Muskulatur arbeitet besonders intensiv, sodass Kids bei Bewegung schnell mehr Körperwärme produzieren können. Krabbeln für Kleine und Bewegungsspiele sind tolle Wege, euer Kind warm zu halten.
  • Heizdecken: Für Babys und Kleinkinder sind sie (und auch Wärmflaschen und Co.) nicht geeignet und generell sollten auch ältere Kinder sie nie alleine verwenden. Zum kurzen Aufwärmen mit euch zusammen können sie hier aber auch mal zum Einsatz kommen.

Wichtig dabei: Die Körpertemperatur aufrecht zu erhalten, ist nur ein Faktor, der in die empfohlene Heiztemperatur hineinspielt. Niedrige Innentemperaturen werden auch mit allgemeinen Risikofaktoren für bestimmte Krankheiten, z.B. der Atemwege und des Herz-Kreislauf-Systems, in Verbindung gebracht.

Dazu kommt, dass eine geringe Raumtemperatur gepaart mit unzureichendem Lüften eine zu hohe Luftfeuchte und Schimmel begünstigt. Beides kann ggf. Probleme wie Asthma, Atemwegsinfektionen, Atemnot, Lungenreizungen und allergische Reaktionen auslösen.

 

Jennifer Kober

Temperatur ist nicht alles ...

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Welche gesundheitlichen Folgen hat eine niedrige Heiztemperatur?

Viele von uns haben 21 °C als beste Raumtemperatur im Kopf, denn sie wurde lange von Gesundheitsämtern und -organisationen als Richtlinie für ein gesundes Raumklima genannt. Deshalb fragen sich manche von uns, ob die 19-Grad-Regelung überhaupt gesund ist und wir uns zu Hause auch daran orientieren können und sollten.

Mit steigenden Rohstoffkosten und den globalen Auswirkungen der Klimakrise gibt es auch immer mehr fundierte Studien dazu, wie sich unser Energieverbrauch langfristig auf unser Leben auswirkt. Sie wiegen ab, ab wann genau Kälte negative Auswirkungen auf unseren Körper hat. Und wie diese im Verhältnis zu denen eines geringeren Haushaltsbudgets und den gesellschaftlichen Konsequenzen stehen, die höhere Heiztemperaturen mit sich bringen.

Das Britische Gesundheitsamt gibt z. B. bereits seit fast zehn Jahren die Empfehlung, dass Heiztemperaturen von 18 Grad oder höher ausreichend sind. Basierend sind die Empfehlungen auf den Guidelines der WHO, die zuletzt 2018 angepasst wurden:

Die Innentemperaturen von Gebäuden sollte hoch genug sein, um Bewohner vor den schädlichen Einflüssen von Kälte zu schützen. Für Länder mit gemäßigtem oder kälteren Klima, wurden 18 °C als sichere und ausgewogene Innentemperatur vorgeschlagen, um die Gesundheit der allgemeinen Bevölkerung während kalten Jahreszeiten zu schützen.

WHO Housing and Health Guidelines

Studien zeigen, dass aber mit einer Raumtemperatur unter 18 °C die Risiken für gesunde und vorbelastete Menschen steigen können. Besonders betroffen sind hier vor allem Kranke, ältere Menschen und Kinder.

Blutdruckerkrankungen und andere Herz-Kreislaufbeschwerden können unter 18 Grad begünstigt oder verschlimmert werden. Und auch Hustenerkrankungen und Asthma verschlimmern sich bei kälteren Innentemperaturen, hier kann schon ein Grad weniger große Unterschiede machen.

Zusammengefasst heißt das:

  • Wenn ihr eure Heiztemperatur senken wollt, sollte sie mindestens 18 Grad betragen – nicht nur, um Schimmel zu vermeiden, sondern auch weil unser Körper negativ auf niedrigere Temperaturen reagiert.
  • In den Zimmern, in denen sich eure Kinder aufhalten, werden tagsüber mindestens 20 Grad empfohlen.
  • Für alle sollte auch nachts die Temperatur nicht unter 18 Grad fallen.
  • Achtet jeweils darauf, dass eure Kids ausreichend, aber auch nicht zu warm gekleidet sind.

Heißt das, Kälte ist generell schlecht für Kinder?

Nein, denn die Empfehlungen beschränken sich ausschließlich auf Innenräume, in denen wir uns aufhalten. Frische Luft ist auch im Winter für Kinder wichtig und gut: Sie stärkt das Immunsystem und ist auch für unsere mentale Gesundheit wichtig.

Daher empfiehlt der BvKJ, selbst mit kleinen Kindern und bei Kälte regelmäßig raus zu gehen. Wichtig ist, dass sie schon bei moderaten Temperaturen eine Mütze tragen, denn über den Kopf geht ein Viertel der Körperwärme verloren.

Selbst bei bis zu -10 Grad können schon kleine Babys an die frische Luft. Wichtig seien dabei:

  • Kälteschutzcreme im Gesicht
  • Mütze
  • Schal
  • Handschuhe
  • Isoliermatte bzw. Woll-Fußsack im Kinderwagen
  • Zwiebellook

Für Kleinkinder und ältere Kids seien warme Einlegesohlen und Isolier-Unterwäsche sowie der Zwiebellook besonders wichtig und besser als superdicke Anoraks, die die Bewegung einschränken. Und am besten geht ihr öfter in kürzeren Intervallen raus und gebt euren Kids zwischendurch genügend Zeit, um sich drinnen wieder aufzuwärmen.

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Ihr fragt euch, wie ihr euer Kind den Temperaturen entsprechend richtig kleidet? Hier sind unsere Tipps:

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