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Ziegelmehl in Babys Urin: Grund zur Sorge?

Alarmstufe Rot

Ziegelmehl in Babys Urin: Grund zur Sorge?

In den ersten Tagen im Wochenbett ist alles neu und manchmal auch besorgniserregend. Warum ist da plötzlich blutiger Urin in der Windel? Die Ursache könnte Ziegelmehl sein. Wie bitte? Noch nie davon gehört? Das ändern wir jetzt …

Okay, beim Geburtsvorbereitungskurs oder Säuglingspflegekurs ist irgendwann mal die Rede vom Kindspech, der erste Stuhlgang vom Baby, der doch sehr anders aussieht. Das ist im Hinterkopf geblieben, aber was ist mit den ersten Urinausscheidungen? Beim Wickeln kann es passieren, dass ihr einen Schreck bekommt, weil es so aussieht, als wäre Blut in der Windel. Aber gerade in den ersten Lebenstagen kann das eine Täuschung sein, die sich als harmlos entpuppt. 

Was ist Ziegelmehl und warum wird es ausgeschieden?

Die rötlichen oder orangefarbenen Ausscheidungen vom Mini-Wurm werden Ziegelmehlsediment genannt, umgangssprachlich nur Ziegelmehl, da es der rötlichen Farbe von Ziegeln ähnelt. Es sieht aus wie zarte rote Körnchen im Urin und ist schmerzfrei für die Kleinen. Das Sediment setzt sich aus Harnsäure-Kristallen aus der Niere zusammen, die mit dem Babypipi zusammen rauskommen. Beim Abbau von Hämoglobin, dem Farbstoff der roten Blutkörperchen, bildet sich ein Harnfarbstoff, der die rötliche Färbung der Harnkristalle erzeugt. In der Schwangerschaft braucht das Ungeborene mehr rote Blutkörperchen für den Sauerstofftransport. Nach der Entbindung wird weniger benötigt, das Hämoglobin wird abgebaut. Auch das Ziegelmehl-Phänomen taucht in diesem Zusammenhang auf und lässt sich ebenfalls bei einer ausgeprägten Neugeborengelbsucht beobachten. 

Ab wann ist Ziegelmehl nicht mehr die Ursache?

In den ersten Tagen nach der Geburt sind rötlich oder blutig wirkende Besonderheiten in der Windel noch keinen Grund zur Sorge. Neben dem Ziegelmehlsediment kann auch als Ursache eine genitale Blutung (nur bei Mädchen), ausgelöst durch den Abfall der Hormone von Mama nach der Geburt, infrage kommen. Sollte aber noch lange nach dem Beginn des Wochenbetts Auffälligkeiten auftauchen, dann sollte das unbedingt mit der Hebamme oder dem Kinderarzt geklärt werden. Womöglich steckt eine Infektion, ein Darmproblem oder eine zu geringe Aufnahme von Muttermilch bzw. Pre-Nahrung dahinter. Babyurin sollte ansonsten hellgelb und geruchsneutral sein.

Ist der Windelinhalt auffällig oder problemlos? So kann es die Hebamme erkennen:  

  • Wenn ihr euch unsicher seid, dann bewahrt die Windel bis zum nächsten Hebammenbesuch auf.
  • Fotos reichen nicht unbedingt aus, um den genauen Grad der Auffälligkeit zu klären.
  • Auch Beschreibungen sind nicht verlässlich genug. Gerade wenn wir Eltern in “Panik” geraten, weil wir die Situation nicht einschätzen können. 

In den meisten Fällen handelt es sich zum Glück nicht um Alarmstufe Rot, sondern um einen natürlichen Verlauf. Die Wochenbetthebamme ist mit solchen Fällen bestens vertraut, also zögert nicht sie zu fragen, wenn euch etwas komisch vorkommt.   

Bildquelle: romrodinka/iStock/Getty Images Plus

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