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"Botzi, Botzi Leberwurst" - Das sagen Kinder zum Jahrestag des Lockdown

"Botzi, Botzi Leberwurst" - Das sagen Kinder zum Jahrestag des Lockdown

Es gibt auch Schönes

Wie es uns Eltern im letzten Jahr ergangen ist, das hing stark auch von unseren persönlichen Ressourcen und Möglichkeiten ab. Wir sind erwachsen und auch wenn wir uns (verständlicherweise) gern mal auf dem Boden zuammengerollt hätten um nicht mehr zuständig zu sein, wir taten es eher nicht. Anders erging es da unseren Kindern. Wir wollten wissen wie ihr Fazit nach diesem sehr besonderen Jahr ausfällt und haben die Kinder im Redaktionsteam befragt.

"Botzi, Botzi Leberwurst" - das heißt soviel wie Pech gehabt / dumm gelaufen. So würde der vierjährige Sohn von Redakteurin Vitesse die Situation wohl beschreiben. Während des letzten Jahres hat der Junge sich alle "Drache Kokosnuss"- Bücher immer wieder und wieder vorlesen lassen. Vitesse steht also gut im Stoff.

Homeschooling ist auch toll

Frieda, die achtjährige Tochter unserer Redakteurin Natalie Köhler kann der ganzen Situation auch schöne Seiten abgewinnen. Für die Schülerin hat besonders das Distanzlernen auch Vorteile. "Im Fernunterricht muss man nicht so früh aufstehen und man kann sich die Aufgaben selbst einteilen. Manchmal muss man dann abends noch Hausis machen", sagt sie.

Die Tochter unserer SEO-Expertin Maika freut sich vor allem über ihre neu erlernten Skills. Dank täglichem Training ist sie Profi-Laufrad-Fahrerin. Die 1:1 Betreung (und der Bewegungsdrang aller Beteiligten) machten es möglich. Inzwischen ist die Zweijährige auch schon Skatepark-erfahren.

Pläne für nach der Pandemie

"Ich skype mit meinen Freundinnen, wir basteln dann zusammen etwas, das ist schön." Mutter Natalie hofft, dass das etwas ist, was auch dann noch stattfindet, wenn die Pandemie hoffentlich irgendwann vorbei ist.

Apropos Pandemie vorbei, natürlich haben auch unsere Kinder Pläne für diese Zeit. Die achtjährige Frieda liebt den Europapark und ist traurig, dass ihre Familie dort wohl auf unbestimmte Zeit nicht mehr hingehen kann. 2020 hatte sie den Freizeitpark unter Pandemiebedingungen zum vorerst letzten Mal besucht.

Die Sehnsucht nach Freund*innen

Meine Kinder vermissen vor allem ihre Freund*innen. Wir sind sehr viell allein in der Natur unterwegs, treffen aber nur sehr selten befreundete Familien. Einige haben wir seit mehreren Monaten nicht mehr gesehen. Das kennen wohl alle Kinder. Und für uns ist Videotelefonie eben doch kein echter Ersatz. "Das ist nicht wie in echt, Mama", erklärte mein Vierjähriger und ja, er hat Recht.

Sport machen fehlt Kindern

"Wieder Sport machen", das wünscht sich mein Zweijähriger. Er ging vor der Pandemie mit seinem Bruder in einen Geschwistersportkurs, die überhaupt einzige Aktivität, zu der wir uns aufraffen konnten. Das Leben mit drei Kindern erfordert auch ohne Kurse genug Organisation. Mit Unterbrechungen finden die aber auch schon seit geraumer Zeit nicht mehr statt. Und das fehlt den Kindern sehr.

Auch die achtjährige Tochter meiner Kollegin Natalie vermisst den Schwimmunterricht. Ihrem Hobby ist sie seit einem Jahr nicht mehr nachgegangen. Und es ist unklar, wie lange das noch so bleibt.

Was Kinder im Homeoffice lernen können

Unsere Kinder haben während der Zeit mit uns im Homeoffice aber auch jede Menge gelernt. Maikas Zweijährige kann jetzt Wörter wie "Laptop", "Meeting" und "Call" sagen und auch im richtigen Kontext anwenden. (Hoffen wir, dass der Moment kommt, an dem sie es brauchen wird)

Mein Zweijähriger kann unseren recht komplizierten Familiennamen inzwischen fehlerfrei aussprechen. Da alle beruflichen Pakete nicht ins Büro sondern an unsere Privatadresse geliefert werden und der Postbote immer wieder unseren Namen ausspricht, kann den jetzt auch der Zweijährige. Allerdings bin ich unsicher, ob er nicht vielleicht glaubt wir hießen "Ein Paket für Zschocher bitte".

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Essen nervt nur uns Eltern

Vieles, worüber wir Eltern uns Sorgen machen fällt unseren Kindern dagegen eher gar nicht auf. Dass es das immergleiche Essen gibt, scheint eher unser Problem zu sein. "Nudeln sind doch super, Mama", scheint eine Standardantwort in unserer Redaktion zu sein.

Und auch wenn wir uns vielleicht ab und zu (sehr viel) mehr Freiraum wünschen, bei allem Vermissen ihrer Freund*innen war die Meinung unserer Kinder ganz klar: "Mit euch ist alles schön!" Auch dann, wenn wir leider manchmal gestresst um "nur noch fünf Minuten Ruhe bitten".

Meine Fazit

Ich mache mir viele Gedanken darum, was diese Zeit mit unseren Kindern macht. Wenn man es mal genau betrachtet, dann haben viele von ihnen aber doch totales Glück. Sie werden ohne Gewalt groß. Viele auch ohne (allzu große) finanzielle Sorgen. Uns geht es ganz schön gut.

Wie viel schlimmer fällt das Fazit zum Jahrestag des 1. Lockdowns wohl bei den Kindern aus die Zuhause Gewalt erleben? Weil sie selbst geschlagen werden oder Familienangehörige, weil sie psychisch und physisch bedroht werden. Diese Kinder brauchen so viel mehr Aufmerksamkeit und ja, manchmal kommen mir Artikel wie dieser hier dann wie ein Luxusproblem vor.

Bildquelle: getty images / iStock / Getty Images Plus / lithiumcloud
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