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Mein Kind ist Corona-positiv: Was ist jetzt zu tun?

Mein Kind ist Corona-positiv: Was ist jetzt zu tun?

Anlaufstellen + Hilfe

Diese Situation wünscht sich kein Elternteil, doch sie kann leider eintreffen: Euer Kind wurde in einem Schnelltest positiv auf das Corona-Virus getestet. Jetzt steht ihr vor einer Situation, die nicht leicht für euch ist und fragt euch: Was müssen wir jetzt tun? Wir haben recherchiert, was im Fall der Fälle zu tun ist und welche Schritte ihr jetzt gehen solltet.

1. Corona-Schnelltest positiv? Jetzt muss ein PCR-Test gemacht werden

Wenn ihr mit eurem Kind daheim einen Schnelltest durchgeführt habt, dessen Ergebnis positiv war, heißt es abwarten: Jetzt müsst ihr das Ergebnis zunächst durch einen PCR-Test bestätigen lassen. Dieser Test gilt als die sicherste Variante und weist im Labor nach, ob das Kind am Coronavirus erkrankt ist. Praktischerweise könnt ihr auch gleich selbst als Elternteil eine PCR-Test machen lassen bzw. wird euch das Gesundheitsamt informieren, ob euer gesamter Haushalt einen Test machen lassen muss.

Ihr solltet zunächst euren Hausarzt oder den Kinderarzt kontaktieren und ihn nach einem PCR-Test fragen. Denn die Krankenkassen übernehmen die Kosten für den Test nur, wenn dieser als medizinisch notwendig erachtet wird. Sonst könnt ihr natürlich auch einen Bereitschaftsarzt in eurer Nähe oder ein PCR-Testzentrum aufsuchen. Auf der Website 116117 könnt ihr euch Corona-Testzentren in eurer Nähe anzeigen lassen und auch einen Termin buchen. Befolgt für den Test die Anweisungen der Ärzt*innen und des Testzentrums und geht mit eurem Kind zum Test.

Hinweis: Die Fahrt ins Testzentrum solltet ihr wenn möglich nicht mit den Öffentlichen erledigen, denn man sollte es immer vermeiden, Menschen zu treffen. Wenn ihr selbst kein Fahrzeug habt, dann könnt ihr auch bei einem Kranken-Fahrdienst anfragen, ob gerade ein Fahrdienst frei ist. Die Kosten müsstet ihr dann erst einmal selbst tragen.

2. Warten auf das Testergebnis: Quarantäne gilt

Während ihr auf das Testergebnis wartet, das meist nach wenigen Tagen da sein sollte, müsst ihr euch isolieren. Zunächst ist es notwendig, dass ihr zu Hause bleibt und das Kind nicht in Schule, Kita oder Betreuungseinrichtung geht. Ihr müsst zudem auch direkt die Einrichtung informieren, dass ihr auf das Ergebnis des Tests wartet. Bis dahin sollten sich alle Familienmitglieder zu Hause isolieren und keine weiteren Personen treffen. Hygiene und Abstand so gut es geht, ist wichtig. Was natürlich innerhalb einer Familie sehr schwierig ist.

Hinweis: Oftmals sind es von einer Ansteckung bis zum Ausbruch der Corona-Erkrankung 14 Tage. Daher kann es auch sein, dass euer Kind ohne Symptome oder bei milden Symptomen dennoch am Coronavirus erkrankt ist. Daher sollte man immer vorsichtig sein und abwarten.

3. Arbeitgeber informieren und Lohnfortzahlung klären

Sobald ihr zu Hause bleiben müsst und das Kind beaufsichtigt, müsst ihr dies eurem Arbeitgeber mitteilen. Entweder könnt ihr im Homeoffice teilweise noch weiter arbeiten oder ihr müsst das Thema der Lohnfortzahlung klären. Auf jeden Fall müsst ihr ihn informieren, warum ihr nicht zur Arbeit erscheinen oder diese zunächst nicht fortführen könnt, weil ihr auf das Ergebnis des PCR-Tests wartet.

4. Der PCR-Test vom Kind ist positiv: Wie geht es weiter?

Wenn euch das Testergebnis mitgeteilt wird, wurde es auch gleichzeitig an das Gesundheitsamt weiter geleitet. Dieses wird sich bei euch melden, besser ist es jedoch auch für euch, ihr kontaktiert es gleich selbst. Es wird euch über alle weiteren Schritte informieren und ihr werdet viele Fragen haben. Jeder Landkreis hat sein eigenes Gesundheitsamt.

Alle Gesundheitsämter im Überblick

Gesundheitsämter Baden-Württemberg
Gesundheitsämter Bayern
Gesundheitsamt Berlin
Gesundheitsämter Brandenburg
Gesundheitsämter Bremen
Gesundheitsämter Hamburg
Gesundheitsämter Hessen
Gesundheitsämter Mecklenburg-Vorpommern
Gesundheitsämter Niedersachsen
Gesundheitsämter Nordrhein-Westfalen
Gesundheitsämter Rheinland-Pfalz
Gesundheitsämter Saarland
Gesundheitsämter Sachsen
Gesundheitsämter Sachsen-Anhalt
Gesundheitsämter Schleswig-Holstein
Gesundheitsämter Thüringen

Das Kind ist positiv: Müssen wir alle in Quarantäne?

Häusliche Quarantäne kann euch nur das Gesundheitsamt anordnen. Sie gilt für alle Personen, die mit einer Person im selben Haushalt leben, bei denen der PCR-Test positiv war.

Das heißt, wenn euer Kind positiv ist, müssen alle Mitglieder eures Haushalts in Quarantäne. Diese gilt meistens für 14 Tage, doch nur das Gesundheitsamt kann diese aufheben. Eure regionale Gesundheitsbehörde wird euch mitteilen, wie lange ihr zu Hause bleibt und wann die Quarantäne beendet ist. Es sagt euch auch, ob und wann ihr einen erneuten PCR-Test machen müsst und hilft euch bei der Terminfindung.

"Zusätzlich sollten Sie sich während der Quarantäne zweimal wöchentlich mit einem Antigen-Test testen. Vor Beendigung der Quarantäne sollte am Tag 14 ebenfalls ein Antigen-Test durchgeführt werden. Bei positivem Ergebnis muss das Gesundheitsamt zeitnah informiert und das Ergebnis mittels PCR-Test bestätigt werden."

Infektionsschutz.de

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung hat Informationen zusammengestellt, wie ihr euch in der Quarantäne verhalten solltet. Es gibt ein Merkblatt für Hygieneempfehlungen, Verhaltensregeln und Anlaufstellen, wo ihr euch Hilfe holen könnt.

Hilfe für Familien in Quarantäne

Während der Quarantäne dürft ihr das Haus nicht verlassen, sondern müsst eure Einkäufe online erledigen bzw. bei Freunden oder Nachbarn um Hilfe bitten. Auch mit Haustieren dürft ihr nicht vor die Tür gehen. Jetzt ist es wichtig, dass ihr ein gutes soziales Netzwerk habt, dass euch helfen kann.

Wichtig ist, dass ihr wissen solltet, ihr seid nicht allein! Es gibt viele Vereine und hauptamtliche bzw. ehrenamtliche Helfer, die euch vor Ort oder am Telefon helfen, wenn es euch psychisch oder physisch nicht gut geht. Manchmal braucht ihr vielleicht einfach jemanden, der euch zuhört oder auch der euch ein paar frische Lebensmittel einkauft.

Vergesst dabei nicht: Euch hilflos zu fühlen, ist keine Sache, für die ihr euch schämen müsst. Die Pandemie ist eine Ausnahmesituation, mit der alle zu kämpfen haben.

An diese Stellen könnt ihr euch wenden:

Nachbarschaftshilfe für Berlin
Deutschlandweite Nachbarschaftshilfe
Nebenan.de
Corona-Hilfswerk.de
Nummer gegen Kummer Jugendliche
Nummer gegen Kummer Eltern
Hilfstelefon Gewalt gegen Frauen
Hilfstelefon Schwangere in Not
Telefonseelsorge
Stiftung Depressions-Hilfe
Pflegetelefon für pflegende Angehörige
Diakonie Hilfe vor Ort
Caritas Hilfe und Online-Beratung

Corona-Erkrankung behandeln

Bei den meisten Menschen verläuft die Erkrankung mild. Wenn euer Kind erste Symptome zeigt, dann solltet ihr unbedingt euren Kinderarzt bzw. die Kinderärztin kontaktieren. Gegen das Coronavirus gibt es aktuell keine spezifische Behandlungstherapie mit einem Antibiotikum oder Ähnlichem, euer Hausarzt wird euch helfen, die Symptome zu behandeln.

Eine Ärztin kann euch jedoch geeignete Mittel bei eventuellen Magen-Darm-Symptomen oder etwas Geeignetes zur Schleimlösung verschreiben können. Mit einem infizierten Kind könnt ihr natürlich nicht in eure Praxis gehen. Ruft daher am besten an und schildert die Lage und den Zustand eures Kindes, vor allem bei hohem Fieber müsst ihr den Arzt oder die Ärztin kontaktieren. Ihr findet Ärzte in eurer Nähe über die artzsuche.116117.de bzw. fragt immer erst euren Allgemeinarzt.

Er wird euch ggf. ein Rezept ausstellen, das ein Mitglied außerhalb der Familie abholen kann. Ansonsten klingt die Erkrankung bei den meisten Kindern wieder mit der richtigen Ruhe von alleine ab. Wenn ihr Medikamente benötigt und der gesamte Haushalt in Quarantäne ist, dann bittet einen Freund, Nachbarn oder Bekannte um Hilfe oder wendet euch ebenfalls an oben genannte Hilfsstellen.

Kind hat Corona-Symptome: Wann rufen wir den Notarzt?

Sobald euer Kind jedoch an eindeutigen Atemproblemen leidet und die Sauerstoffversorgung eingeschränkt ist oder akute andere schwere Symptome dazukommen, müsst ihr den Notarzt rufen. Sagt am Telefon am besten, dass das Kind nachweislich mit Corona infiziert ist und schildert genau die Symptome.

Lohnersatz in Quarantäne und Corona-Kindkranktage

Wenn euch das Gesundheitsamt Quarantäne für die gesamte Familie anordnet, erhaltet ihr Lohnersatz. Die Regierung hat mit dem Infektionsschutzgesetz eine gesonderte Entschädigung für den Lohnersatz während der Quarantäne eingeführt. Ihr müsst euren Arbeitgeber über die behördlich angeordnete Quarantäne wegen eures erkrankten Kindes informieren. Dieser kann dann einen Antrag für euch auf Lohnersatz stellen und ihr erhaltet euer Geld dann über den Arbeitgeber weiter.

"Nach § 56 Infektionsschutzgesetz hat der Mitarbeiter unter Quarantäne Anspruch auf eine Entschädigung. Diese bemisst sich nach dem ausgefallenen Entgelt. Der Arbeitgeber muss für die ersten sechs Wochen die Entschädigung auszahlen und erhält sie auf Antrag von der zuständigen Behörde zurück . Ab der siebten Woche erhalten die Betroffenen eine Entschädigung in Höhe des Krankengeldes direkt von der zuständigen Behörde."

TK.de

Wenn nur für euer Kind Quarantäne angeordnet wurde, weil es Kontaktperson 1. Grades war und ihr das Kind zu Hause betreuen müsst, weil es nicht in Kita oder Schule gehen kann, dann könnt ihr die erweiterten Kinderkrankentage bei eurer Krankenkasse einreichen. Diese hat die Regierung jetzt auf 30 Kinderkrankentage pro Elternteil erhöht.

Nicht verzweifeln!

Bei der Recherche musste ich feststellen: Es ist so gar nicht einfach, herauszufinden, an wen man sich wann und wo wenden kann bzw. muss. Letztlich gibt es auch hier viele regionale Unterschiede, denn die Gesundheitsämter arbeiten regional nochmal sehr verschieden. Letztlich ist es so: Ihr müsst euch da durchtelefonieren, es gibt leider nicht DIE zentrale Stelle, die euch da sofort bei allen Details hilft.

Denn die Situation in jeder Familie ist ja nochmal anders und viele verschiedene Stellen können da auch zuständig sein. Wichtig ist: Wenn ihr euch vollkommen hilflos und überfordert fühlt, dann wendet euch an eine der genannten Hilfsstellen und bittet um Hilfe. Wir sitzen alle in einem Boot und brauchen einander, keiner schafft das alleine. Ich wünsche euch alles Gute und dass eure Familie da gut durchkommt!

Bildquelle: Getty Images/Halfpoint Images

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