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Mein Kind ist Corona-positiv: Was ihr tun könnt – Anlaufstellen und Hilfe

© Getty Images/Drazen Zigic
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Ihr habt euer Kind mit Schnelltest oder im Testzentrum positiv auf das Corona-Virus getestet. Jetzt steht ihr vor einer Situation, die nicht leicht für euch ist und fragt euch: Was müssen wir tun und wer muss in Quarantäne? Das sind die aktuellen Regeln und Empfehlungen.

Corona-Schnelltest positiv? PCR-Test nicht mehr verpflichtend

Wenn ihr mit eurem Kind daheim einen Schnelltest durchgeführt habt, dessen Ergebnis positiv war, hieß es bis Frühjahr 2022: Jetzt müsst ihr das Ergebnis durch einen PCR-Test bestätigen lassen, weil dies der offizielle Nachweis einer Coronainfektion ist und für die Quarantäneanordnung vorliegen muss. Diese Regel gilt nicht mehr. Sie wurde Anfang März 2022 an die aktuelle Lage angepasst, weil die Inzidenzen und Infektionszahlen wieder sprunghaft angestiegen sind.

Ihr könnt jedoch dennoch eure Infektion durch einen PCR-Test nachweisen lassen, wenn ihr euch dann sicherer fühlt oder ein Genesenenzertifikat möchtet. Verpflichtend ist er nicht mehr, um die häusliche Quarantäne bei eurem Arbeitgeber zu begründen.

So kommt ihr an einen PCR-Test

Ihr solltet zunächst euren Hausarzt oder den Kinderarzt kontaktieren und ihn nach einem PCR-Test fragen. Denn die Krankenkassen übernehmen die Kosten für den Test nur, wenn dieser als medizinisch notwendig erachtet wird. Sonst könnt ihr natürlich auch einen Bereitschaftsarzt in eurer Nähe oder ein PCR-Testzentrum aufsuchen. Auf der Website 116117 könnt ihr euch Corona-Testzentren in eurer Nähe anzeigen lassen und auch einen Termin buchen.

Hinweis: Die Fahrt ins Testzentrum solltet ihr, wenn möglich, nicht mit den Öffentlichen erledigen, denn man sollte es bei einer möglichen Infektion vermeiden, Menschen zu treffen. Wenn ihr selbst kein Fahrzeug habt, dann könnt ihr auch bei einem Kranken-Fahrdienst anfragen, ob gerade ein Fahrdienst frei ist. Die Kosten müsstet ihr dann erst einmal selbst tragen. Dass das alles andere als leicht ist, wissen wir natürlich. Tragt einfach eine Maske und haltet, so gut es geht, Abstand zu anderen.

Kind ist positiv: Testet die ganze Familie!

Wenn ein Schnelltest bei eurem Kind das Coronavirus anzeigt, kann es sein, dass es schon Symptome hat. Es muss aber auch nicht sein. Oftmals dauert es von einer Ansteckung bis zum Ausbruch der Corona-Erkrankung zwischen sechs und zehn Tage. Daher kann es auch sein, dass euer Kind ohne Symptome oder bei milden Symptomen wie Schnupfen oder Husten dennoch am Coronavirus erkrankt ist.

Deshalb solltet ihr jetzt alle engen Kontaktpersonen des Kindes informieren und euch selbst auch sofort testen lassen. Am besten geht ihr gleich in ein regionales Testzentrum, denn diese Tests sind zertifiziert und können auch eine geringe Viruslast nachweisen.

Positiver Schnelltest in Schule oder Kita – was dann?

Wenn euer Kind im Rahmen regelmäßiger Antigen-Selbsttests in Schulen oder Kitas positiv getestet wird, sollte es von den anderen Kindern isoliert werden. Die Eltern/ Erziehungsberechtigten werden sofort von der Einrichtung informiert und alle Kontaktpersonen aus der jeweiligen Schule und Klasse werden ebenfalls informiert und müssen sich testen lassen. Hier reicht auch ein zertifizierter Antigen-Schnelltest. Euer Kind müsste dann bei positivem Test daheim bleiben, die anderen Schüler der Klasse betrifft das nur, wenn diese auch positiv getestet werden. In jedem Fall sollten alle Schüler wissen, wenn ein Kind einer Gruppe positiv ist.

Arbeitgeber informieren

Sobald ihr zu Hause bleiben müsst und das Kind beaufsichtigt, müsst ihr dies eurem Arbeitgeber mitteilen. Entweder könnt ihr im Homeoffice teilweise noch weiter arbeiten oder ihr müsst das Thema der Lohnfortzahlung klären. Auf jeden Fall müsst ihr ihn informieren, warum ihr nicht zur Arbeit erscheinen oder diese zunächst nicht fortführen könnt. Etwa, weil ihr auf das Ergebnis des PCR-Tests wartet. Wenn ihr selbst nicht positiv seid, aber euer Kind jetzt in Quarantäne muss und zu Hause betreut wird, könnt ihr euch kindkrank schreiben lassen. Leider ist aber die Wahrscheinlichkeit nicht gering, dass ihr euch auch selbst infiziert.

Achtung: Für Ungeimpfte gelten seit November strengere Regeln. Ihr erhaltet keine Lohnfortzahlung in der Quarantäne mehr. Lediglich wenn euer eigener Coronatest positiv ist und ihr erkrankt seid, erhaltet ihr das übliche Krankengeld von eurer Krankenkasse.

Gesundheitsamt informieren

Das Gesundheitsamt wird nur dann automatisch informiert, wenn ihr eure Infektion durch einen PCR-Test bestätigt. Seid ihr nach einem Schnelltest im Testzentrum positiv getestet, kontaktiert euch das Testzentrum und gibt euch Tipps, wie es weitergeht. Ihr informiert das Gesundheitsamt am besten telefonisch oder noch besser online über eure Infektion.

Die meisten Ämter haben dafür spezielle Formulare bzw. Webseiten eingerichtet. Binnen weniger Tage erhaltet ihr dann einen Brief, in dem steht, wie lange ihr in Quarantäne müsst. Das klappt nicht immer so reibungslos, weil viele Ämter in der aktuellen Situation leider kaum Kapazitäten haben.

Alle Gesundheitsämter im Überblick

Gesundheitsämter Baden-Württemberg
Gesundheitsämter Bayern
Gesundheitsamt Berlin
Gesundheitsämter Brandenburg
Gesundheitsämter Bremen
Gesundheitsämter Hamburg
Gesundheitsämter Hessen
Gesundheitsämter Mecklenburg-Vorpommern
Gesundheitsämter Niedersachsen
Gesundheitsämter Nordrhein-Westfalen
Gesundheitsämter Rheinland-Pfalz
Gesundheitsämter Saarland
Gesundheitsämter Sachsen
Gesundheitsämter Sachsen-Anhalt
Gesundheitsämter Schleswig-Holstein
Gesundheitsämter Thüringen

Lohnersatz in Quarantäne und Corona-Kinderkranktage

Wenn euch das Gesundheitsamt Quarantäne für die gesamte Familie anordnet, erhaltet ihr Lohnersatz. Die Regierung hat mit dem Infektionsschutzgesetz eine gesonderte Entschädigung für den Lohnersatz während der Quarantäne eingeführt. Ihr müsst euren Arbeitgeber über die behördlich angeordnete Quarantäne wegen eures erkrankten Kindes informieren.

"Nach § 56 Infektionsschutzgesetz hat der Mitarbeiter unter Quarantäne Anspruch auf eine Entschädigung. Diese bemisst sich nach dem ausgefallenen Entgelt. Der Arbeitgeber muss für die ersten sechs Wochen die Entschädigung auszahlen und erhält sie auf Antrag von der zuständigen Behörde zurück . Ab der siebten Woche erhalten die Betroffenen eine Entschädigung in Höhe des Krankengeldes direkt von der zuständigen Behörde."

TK.de

Wenn für euer Kind Quarantäne angeordnet wurde, weil es Kontaktperson war und ihr es zu Hause betreuen müsst, da es nicht in die Kita oder Schule gehen kann, könnt ihr die erweiterten Kinderkrankentage bei eurer Krankenkasse einreichen. Diese hat die Regierung 2021 auf 30 Kinderkrankentage pro Elternteil erhöht. Diese Kinderkrankentage könnt ihr auch in diesem Jahr weiterhin für die gesamte Quarantänezeit eures Kindes einreichen.

Katja Nauck

Man muss selbst aktiv werden!

Bei uns fing es auch an mit ersten Fällen in der Kita. Wir machten direkt einen Termin im Testzentrum aus, weil meine dreijährige Tochter Husten und Schnupfen hatte. Der Test war dann leider positiv bei uns beiden und wir begaben uns in häusliche Quarantäne. Mein Mann testete sich auf der Arbeit im Schnelltest auch positiv und kam direkt nach Hause. Ihn traf es am geringsten, er konnte noch weiter arbeiten im Homeoffice. Meine Tochter hatte starken Schnupfen und Husten und ich lag mit extremen Halsschmerzen, Schnupfen und vier Tagen starker Erschöpfung ziemlich flach. Doch insgesamt hat es uns nur sehr milde getroffen.

Da ich auch erkrankt war, ließ ich mir vom Arzt eine Krankschreibung zuschicken. Es war nicht einfach, meinen Hausarzt telefonisch zu erreichen, aber ich wollte vermeiden die Praxis zu betreten und war froh, dass ich die Krankschreibung auch am Telefon anfragen konnte und sie mir per Post geschickt wurde. So konnte ich sie für meinen Arbeitgeber einscannen.

Insgesamt dauerte unsere Quarantäne sieben Tage bzw. war meine Tochter nach sieben Tagen wieder negativ. Doch als ich mich freitesten wollte, war mein Test noch positiv und ich wartete weitere drei Tage ab. Da ich eine Krankschreibung hatte und wir alle positiv waren, bekam ich Krankengeld für die sieben Tage Zeit der Quarantäne. Ab dem achten Tag arbeitete ich wieder im Homeoffice. Beim Gesundheitsamt Berlin Pankow füllte ich online ein Formular zur Selbstauskunft aus und erhielt drei Tage später den Brief über die Quarantäne. Am nervigsten war es, die Krankschreibung zu bekommen, der Rest war machbar.

Wie lange in Quarantäne?

Ein mit Corona infiziertes Kind soll aktuell laut Infektionsschutz.de fünf Tage in Quarantäne. Es darf danach wieder in die Kita, sobald der Test negativ ist. Sollte er weiterhin positiv sein, holt ihr euch für diese Zeit noch eine erweiterte Kinderkrankschreibung bzw. beantragt die Kinderkrankentage bei der Krankenkasse. Empfohlen wird dabei, dass ihr euch täglich einmal testet, um zu erfahren, wann ihr wieder negativ seid.

"Aufgrund ihrer Einbindung in regelmäßige Testungen kann für Schülerinnen und Schüler sowie Kinder in den Angeboten der Kinderbetreuung die Quarantäne als Kontaktperson bereits nach fünf Tagen durch einen Antigen-Schnelltest beendet werden."

Bundesregierung

Alle Personen mit ersten Coronasymptomen und positivem Antigen-Test sollten immer Vorsicht walten lassen und sich von ihren Mitmenschen isolieren. Die vom Gesundheitsamt offiziell angeordnete Quarantäne gilt für alle Personen, die mit jemandem im selben Haushalt leben, bei dem der PCR-Test oder Antigen-Test positiv war.

Wenn euer Kind positiv ist, sollten also alle Mitglieder eures Haushalts vorsorglich in Quarantäne. Testet euch am besten täglich auch selbst und beschränkt euren Kontakt. Wenn weiterhin nur euer Kind positiv ist, dann dürft ihr als Geboostete und Genesene das Haus verlassen zum Einkaufen oder für andere notwendige Besorgungen. Die aktuellen Quarantäne-Beschlüsse der Bundesregierung und eures Bundeslands lest ihr am besten immer direkt nach. Es kann in eurem Bundesland im Einzelnen nochmal Unterschiede geben, die ihr am besten individuell nachlest.

Hilfe für Familien in Quarantäne

Während der Quarantäne dürft ihr das Haus nicht verlassen, sondern müsst eure Einkäufe online erledigen bzw. bei Freund*innen oder Nachbarn um Hilfe bitten. Auch mit Haustieren dürft ihr nicht vor die Tür gehen. Jetzt ist es wichtig, dass ihr ein gutes soziales Netzwerk habt, das euch helfen kann.

Trotzdem solltet ihr wissen: Ihr seid nicht allein! Es gibt viele Vereine und hauptamtliche bzw. ehrenamtliche Helfer, die euch vor Ort oder am Telefon helfen, wenn es euch psychisch oder physisch nicht gut geht. Manchmal braucht ihr vielleicht einfach jemanden, der euch zuhört oder für euch ein paar frische Lebensmittel einkauft.

Vergesst dabei nicht: Euch hilflos zu fühlen, ist keine Sache, für die ihr euch schämen müsst. Die Pandemie ist eine Ausnahmesituation, mit der wir alle zu kämpfen haben.

An diese Stellen könnt ihr euch wenden:

Nachbarschaftshilfe für Berlin
Deutschlandweite Nachbarschaftshilfe
Nebenan.de
Corona-Hilfswerk.de
Nummer gegen Kummer Jugendliche
Nummer gegen Kummer Eltern
Hilfstelefon Gewalt gegen Frauen
Hilfstelefon Schwangere in Not
Telefonseelsorge
Stiftung Depressions-Hilfe
Pflegetelefon für pflegende Angehörige
Diakonie Hilfe vor Ort
Caritas Hilfe und Online-Beratung

Corona-Erkrankung behandeln

Bei den meisten Menschen verläuft die Erkrankung mild. Wenn euer Kind erste Symptome zeigt, dann solltet ihr unbedingt euren Kinderarzt bzw. die Kinderärztin kontaktieren. Gegen das Coronavirus gibt es aktuell keine spezifische Behandlungstherapie mit einem Antibiotikum oder Ähnlichem, euer Hausarzt bzw. die Kinderärztin werden euch aber helfen, die Symptome zu lindern.

Ärzte können euch wirksame Mittel bei eventuellen Magen-Darm-Symptomen oder etwas Geeignetes zur Schleimlösung verschreiben. Mit einem infizierten Kind dürft ihr natürlich nicht einfach in die Praxis gehen. Ruft daher am besten an und schildert die Lage und den Zustand eures Kindes. Vor allem bei hohem Fieber müsst ihr den Arzt oder die Ärztin kontaktieren. Ihr findet Ärzte in eurer Nähe über die artzsuche.116117.de bzw. fragt immer erst euren Allgemeinarzt.

Er wird euch ggf. ein Rezept ausstellen, das ein Mitglied außerhalb der Familie abholen kann. Ansonsten klingt die Erkrankung bei den meisten Kindern wieder mit etwas Ruhe von alleine ab. Wenn ihr Medikamente benötigt und der gesamte Haushalt in Quarantäne ist, bittet einen Freund, Nachbar*innen oder Bekannte um Hilfe oder wendet euch ebenfalls an eine der oben genannten Hilfsstellen.

Starke Corona-Symptome: Wann rufen wir den Notarzt?

Sobald euer Kind jedoch an eindeutigen Atemproblemen leidet und die Sauerstoffversorgung eingeschränkt ist oder akute andere schwere Symptome dazukommen, müsst ihr den Notarzt via 112 rufen. Sagt am Telefon, dass das Kind nachweislich mit Corona infiziert ist und schildert genau die Symptome.

Fünf Tage mit Kindern daheim können sich wirklich laaaange anfühlen. Mit der richtigen Beschäftigung könnt ihr die Langeweile der Kinder bekämpfen:

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