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Beziehungskiller Kind? Auf dieses Warnsignal solltet ihr achten

Herausfordernd

Beziehungskiller Kind? Auf dieses Warnsignal solltet ihr achten

Kinder sind das größte Glück. Und gleichzeitig kann die Belastung, der Eltern oft ausgesetzt sind, zu Beziehungskrisen führen. Wann kann ein Kind zum Beziehungskiller werden und wie könnt ihr aktiv dagegensteuern? Autorin Susanne Wawer hat Antworten.

Können Kinder eine Beziehung gefährden?

"Beziehungskiller Kind" – das ist eine echte Ansage, oder? Die Lehrerin und Autorin Susanne Wawer hat sich mit dieser und vielen weiteren Fragen rund um Partnerschaft und Kinder beschäftigt und sogar ein Buch dazu geschrieben.

"Beziehungskiller Kind?" (u.a. bei Amazon für 16,99€) heißt es, und das Fragezeichen am Ende macht ja schon auch Hoffnung. Denn ganz so schlimm wie es klingt, ist es dann doch nicht. Ein (oder mehrere) Kind(er) können euer Leben natürlich durcheinanderwirbeln. Aber sie sind auch eine ganz große Bereicherung. Wichtig ist, dass ihr euch als Paar nicht aus den Augen verliert.

Auf dieses Warnsignal solltet ihr achten

Es fühlt sich ja oft gar nicht so an, als wäre etwas nicht in Ordnung. Das Ende einer Beziehung kommt entweder mit einem großen Knall oder schleicht sich über Monate oder Jahre an. Susanne Wawer sagt, die sichersten Zeichen, an denen ihr erkennen könnt, dass etwas nicht stimmt, sind "negativ getrübte Wahrnehmungen (wie etwa, dass der Partner nicht mehr gut riecht) und das Umschreiben der eigenen Liebesgeschichte."

Eine Bekannte erzählte die Geschichte ihrer Liebe zum Beispiel immer so: "Mein Mann und ich, wir waren schon als Teenager Freunde, wir konnten immer richtig gut reden miteinander und bis in die späten Morgenstunden haben wir gelacht." Dann nahmen die Konflikte zu und es hieß: "Von Anfang an, waren wir mehr Kumpels als Liebende, von Erotik keine Spur. Es ist, als wäre ich mit meinem Bruder verheiratet."

Susanne Wawer, Autorin von Beziehungskiller Kind?

 

Das fällt euch selbst vielleicht gar nicht sofort auf, aber wenn ihr bemerkt, dass Dinge, die ihr früher so bezaubernd und toll an eurem Partner oder eurer Partnerin fandet, euch plötzlich nerven, dann ist es Zeit genauer hin zuschauen.

3 Tipps um die Beziehung zu retten

Und was macht ihr,  wenn ihr merkt, dass eure Beziehung auf dem Spiel steht? Die Autorin hat drei Tipps für euch und um eure Ehe bzw. Beziehung zu retten:

  1. Weitet den Blick!
    "Weg von den alltäglichen Kleinigkeiten, hin zum großen Ganzen. Dabei helfen ungewöhnliche Erlebnisse. Sei es, dass man gemeinsam Leute trifft, abends ausgeht, verreist oder auch, dass beide Partner unabhängig voneinander ihre Autonomie stärken, mit Freunden weggehen, wieder Sport machen, solche Dinge. Es sollten Erlebnisse geschaffen werden, die auch früher schon den Reiz des Anderen ausgemacht haben" 
  2. Redet miteinander!
    Habt Verständnis und zeigt Interesse! "Auch über die Verteilung der enormen Lasten, die mit Kindern bei der Betreuung und im Haushalt anfallen, sollten Partner nüchtern sprechen können. Wenn wir ehrlich miteinander reden, sowohl über Alltägliches, als auch über unsere Sorgen, Ängste, Träume und Leidenschaften, ist die Chance groß, dass wir uns nah bleiben." 
  3. Verantwortung statt Aufgaben teilen!
    "Im Standardfall ist die Mutter die, die weiß, was zu tun ist, und die dieses Geschehen verantwortet. Der Vater ist häufig nur Befehlsempfänger. Das fühlt sich für beide problematisch und nicht besonders gleichberechtigt an."

Kinder retten keine Beziehung

Was nicht gegen Beziehungsstress hilft, ist ein weiteres Kind. Das Gerücht hält sich zwar hartnäckig, ist aber einfach nicht wahr. Kinder zu bekommen, um die Beziehung zu retten, das hat auf lange Sicht noch nie funktioniert. Ein Kind kann nie der Kitt für eine sich in Auflösung befindende Beziehung sein. "Eltern sollten damit rechnen, dass mit Kindern Krisen kommen und die Partnerschaft sollte möglichst stabil sein, um diesen dann standhalten zu können", sagt Susanne Wawer.

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Das brauchen (Eltern-) Paare

Ihrer Ansicht nach kommen die Paare gut durch die Zeit, die über ein hohes Maß an diesen Eigenschaften verfügen:

  • Einfühlungsvermögen
  • Kooperationsbereitschaft
  • Interesse am anderen
  • Gemeinsame Erlebnisse
  • Eine möglichst geringe Verletzlichkeit

Mama überfordert, Papa frustriert

All diese Eigenschaften können, zumindest teilweise, auf der Strecke bleiben, wenn ein Kind das Beziehungsleben erweitert. "Der Standardfall ist der", sagt Susanne Wawer,  "dass die Mutter überfordert ist und sich alleingelassen fühlt und dass der Vater frustriert ist, weil er so wenig Zuneigung bekommt. Ein simples Verteilungsproblem, könnte man meinen. Aber Partner kommunizieren ihren Ärger und ihre Enttäuschung selten in der nötigen Klarheit. Besonders dann nicht, wenn sie sich durch das Baby zur Harmonie verpflichtet fühlen."

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Babyzeit: Realität vs. Wunsch

Außerdem haben wir natürlich alle Bilder im Kopf wie die erste Zeit mit unserem Baby aussehen wird. Das hat nur leider wenig mit der Realität zu tun. Diese Diskrepanz kann frustrieren. "Am Ende geben wir dann unserem Partner die Schuld für unsere enttäuschten Erwartungen. Aber für seine Erwartungen ist erstmal jeder selbst verantwortlich. Erst wenn sie angemessen kommuniziert werden, kann darüber verhandelt werden." Das müssen, so die Autorin, insbesondere Mütter erst lernen. Das Gute ist aber, wenn sie es schaffen, dann sind sie so auch ein Vorbild für ihre Kinder. Denn die werden damit groß, dass beide Eltern gleichberechtigt für die Familienarbeit zuständig sind.

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Mental Load mit Kindern

Mental Load ist ja das Thema der Stunde, die möglichst gerechte Aufteilung der unbezahlten und unsichtbaren Carearbeit war viel zu lange Sache der Frau. Nun tut sich ein bisschen was. Auch diese fairere Verteilung von Arbeitslast kann Beziehungen retten. Es ist wichtig, da auch die Väter aktiv miteinzubeziehen. Das kann auch bedeuten, dass Papa mal einen Erziehungsratgeber liest. Aber bevor ihr euch nun mit einer Liste hinsetzt und willkürlich Aufgaben verteilt (besser ist es strukturiert ran zu geben, z. B. mit dem Equal-care-Rechner), hat die Autorin einen wichtigen Hinweis für euch:

Ich habe etwa vor kurzem meinem Mann die Verantwortung für die Aufbewahrung und das Aufräumen der Legosammlung übertragen, die er Stück für Stück angeschafft hatte. Der Grund war: Ich bin dahingehend regelmäßig an meine nervlichen Grenzen gekommen. Jetzt rühre ich dahingehend keinen Finger mehr. Es ist aber wichtig, dass man die Verantwortung nur für Bereiche abgibt, bei denen man es aushält, wenn sie anders gemacht werden, als man selbst es tun würde.

Susanne Wawer, Autorin von Beziehungskiller Kind?

 

Kinder können Beziehungen durcheinanderwürfeln, auch deswegen, weil mit ihnen so viele neue Herausforderungen in unseren Alltag kommen. Und doch ist das Leben mit ihnen unglaublich bereichernd. Hättet ihr vorher gewusst, wie viel Liebe ihr spüren könnt? Wie viel stärker ihr seid, als ihr jemals gedacht hättet? Susanne Wawer geht es da wie allen Müttern. "Meine Prioritäten haben sich nachhaltig verschoben und ich bin überzeugt davon, dass uns das Bewusstsein darüber, dass wir Vorbilder sind, zu besseren Menschen machen kann."

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Andrea Zschocher
Das sagtAndrea Zschocher:

Meine Meinung

Beim Thema Mental Load Ratgeber bin ich ein bisschen zwiegespalten. Wir alle erleben jeden Tag, dass es das gibt, diesen mentalen Druck, die Überforderung mit der Familiensituation. Und doch kann ich mit den meisten Ratgebern so wenig anfangen, weil sie einfach keine echten Lösungen für meine individuelle Situation bieten. Ein paar Denkanstöße ja, die gibt es. Aber eigentlich bleiben wir alle am Ende mit unseren Problemen allein. Deswegen finde ich den Ansatz von Susanne Wawer gut, gar nicht so sehr im außen zu schauen, sondern nur auf die eigene Beziehung. Und den Tipp, nur Sachen abzugeben, die man wirklich abgeben kann, den finde ich sehr bereichernd.

Bildquelle: getty images / iStock / Getty Images Plus/ ThitareeSarmkasat

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