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Familienleben: Sachsen ist Vorreiter – und das können wir lernen!

Familien-Trends!

Familienleben: Sachsen ist Vorreiter – und das können wir lernen!

Generell gleichen sich die Statistiken rund ums Familienleben bundesweit an: Berufstätigkeit der Mütter, Kitaplätze, Armutsgrenzen. In einer Umfrage stellte sich aber heraus: Sachsen ist in vielen Punkten Vorreiter! Und das Geheimnis sächsischer Familien liegt nicht im wachsenden Einkommen oder guten Kindergärten.

Was macht Familien glücklich und wo sind diese Maßnahmen besonders erfolgreich? Jedes Jahr gibt es viele Studien, die diese Frage beantworten wollen. Die großen sächsischen Tageszeitungen haben sich deshalb an eine große Umfrage gemacht. Und bereits zu deren Beginn zeigt sich: Trotz politischer Brennpunkte haben Familien hier besonders viele Chancen. Denn die Bedingungen für soziale Sicherheit, Gleichberechtigung und Work-Life-Balance entwickeln sich hier schneller als woanders, berichtet die Freie Presse.

Familienleben: Vereinbarkeit von Familie in Beruf

Eine weitreichende Kita-Betreuung hatte in den neuen Bundesländern in der DDR politische Gründe: Frauen sollten schnell wieder in den Beruf einsteigen, Kinder ideologisch erzogen werden. Aber das war gestern. Denn heute kann Sachsen mit einem besonders guten Kitanetz punkten: "Sachsen hat seit Verabschiedung des Rechtsanspruchs im U3-Bereich erhebliche Anstrengungen unternommen, die Kindertagesbetreuung weiter auszubauen und gute Angebotsstrukturen zu schaffen", erklärt die Soziologin Nina Weimann-Sandig von der Evangelischen Hochschule Dresden der Freien Presse.

Schnelleres Familienwachstum dank Kitanetz

Generell liegt in Ostdeutschland die Zahl der betreuten Kinder über dem Durchschnitt: Hier werden 55 % der Kinder unter drei Jahren, in Westdeutschland knapp 30 % fremd betreut. Und lag die Quote in Sachsen 2006 noch bei 33 %, stieg sie im letzten Jahr auf über die Hälfte aller unter Dreijährigen an. Dass die gute Betreuung sich positiv für Familien auswirkt, reflektiert sich auch in der Geburtenrate: Diese liegt mit 1,59 Kindern über der bundesweiten Quote von 1,57. Und nur 15,2 % der Frauen in Sachsen sind kinderlos, bundesweit sind es 21 % und Tendenz steigend.

Bunte Familienführung statt traditioneller Aufteilung

Im bundesweiten Vergleich bewegen sich die Familien in Sachsen auch am schnellsten vom traditionellen Familienbild weg: Nur knapp die Hälfte der Eltern sind verheiratet, bundesweit sind es über 60 %. Auch die Anzahl der Alleinerziehenden war in den letzten Jahren deutlich höher und lag bei einem guten Viertel. Die Soziologin begründet das mit dem schnellen Wandel im Familienbild: "Der Osten ist bunter. Paare leben zusammen ohne zu heiraten, Singles entscheiden sich auch ohne einen festen Partner dafür, ein Kind zu bekommen, Regenbogenfamilien setzen sich durch. Gerade bei letzteren ist die rechtliche Zuordnung der Kinder viel schwieriger als bei heterosexuellen Paaren, sodass Mütter oder Väter als alleinerziehend betrachtet werden".

Gleichberechtigung in der Familie

Und auch in “traditionellen” Familien hat sich besonders viel getan. So können wir uns von den Sachsen viel beim Thema Rollenverteilung abschauen: Fast 80 % der Mütter in Sachsen sind berufstätig, verglichen mit 68 % der Mamas in ganz Deutschland. Dabei arbeiten 40 % von ihnen Vollzeit, fast das Doppelte der bundesweiten Quote. Aber heißt das, Mütter haben einfach einen volleren Tag? Nein, denn auch die Elternzeit-Quote der Väter ist viel höher als anderswo: 44 % von ihnen nehmen die berufliche Auszeit in Anspruch, um sich um die Kids zu kümmern.

Geld ist nicht der Schlüssel zum Familienglück

Noch einen Tipp nehmen wir aus Sachsen mit: Obwohl das Durchschnittseinkommen 300 Euro unter dem deutschen liegt, gibt es weniger Kinderarmut als im Rest der Republik. So ist die Zahl der Kinder, die in Hartz-IV-Familien leben, in den letzten neun Jahren stark gesunken und niedriger als woanders. Die Schlussfolgerung der Soziologin: Familien fehlt es nicht an Geld, sondern an Zeit füreinander. Mit einer faireren Arbeitsteilung in den Familien steige auch der individuelle Anspruch, mehr für die Familie zu tun und mehr zu unternehmen. Klar, das erschöpft uns alle. Aber es ist doch ein toller Trend, wenn wir Eltern uns gegenseitig mehr stützen. Und den Fokus auf Freizeitgestaltung, statt auf beruflichen Druck legen können.

Haushalts-Planung: Wie fair teilt ihr euch Aufgaben im Haushalt auf?
Bildquelle: Getty Images/nd3000

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