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Diese wichtige Neuerung für Familien war längst überfällig

Endlich ab 2021

Diese wichtige Neuerung für Familien war längst überfällig

Darauf haben wir schon lange gewartet! Der Bundestag hat endlich den Weg dafür freigemacht, dass wir viele Familienleistungen bei der Geburt unseres Kindes digital beantragen können.

Der Behördenmarathon nach der Geburt hat ein Ende

Wer bereits mindestens ein Kind bekommen hat, weiß, wie zeitraubend es ist, im deutschen Behördendschungel bestimmte Elternleistungen zu beantragen. Zunächst braucht man unbedingt die Geburtsurkunde für das Kind. Diese kann man häufig schon im Krankenhaus beantragen bzw. leiten viele Krankenhäuser die Anträge direkt zu den Bürgerämtern weiter. Das funktioniert regional mal mehr oder weniger gut.

Doch dann geht es weiter: Eltern- und Kindergeld beantragt man an verschiedenen Stellen und muss die Anträge bei unterschiedlichen Behörden stellen. Diese müssen bisher immer schriftlich vorliegen und postalisch mitsamt aller Nachweise zum jeweiligen Amt geschickt werden. Wenn etwas fehlt, erhält man Post und muss Unterlagen nachreichen. Das kann in Großstädten wie Hamburg, Berlin oder München schon mal zu Verzögerungen von Wochen kommen, die man dann auf das Geld warten muss.

Geringverdienende Familien können zudem noch Kinderzuschlag beantragen. Dies läuft über die Bundesagentur für Arbeit. Dort erhält man die jeweiligen Anträge. All dies soll endlich vereinfacht werden, so dass man nur noch digital Anträge stellt.

Diese Leistungen solle wir zukünftig online beantragen können

Laut Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend wurde per Gesetz beschlossen, dass wir ab nächstem Jahr folgende Leistungen online beantragen können:

  • die Geburtsurkunde
  • Elterngeld
  • Kindergeld
  • Kinderzuschlag

So möchte die Bundesregierung dank Digitalisierung auch vermeiden, dass Daten wir Name und Geburtsdatum immer wieder neu eingegeben werden müssen. Zudem soll der behördliche Aufwand verschlankt werden sowie die Flut an Nachweisen, die man einreichen muss. Nun dürfen auch Standesämter, Krankenkassen und die Deutsche Rentenversicherung die notwendigen Daten mit der Elterngeldstelle und den Familienkassen austauschen. Bisher war dies nicht möglich, daher musst überall ein gesonderter Antrag mit allen Angaben erfolgen.

Mit diesem Gesetz bündeln wir die Anträge für die wichtigsten Leistungen für Familien rund um die Geburt eines Kindes. Schließlich sollen die Eltern mehr Zeit mit ihrem Nachwuchs verbringen - und weniger mit Papierkram.

Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey

Ab 2021 soll es schrittweise losgehen

Der Bundestag beschloss das "Digitale Familienleistungen-Gesetz" gestern und im November wird darüber beraten. Ab Januar 2021 soll es dann losgehen. Ab diesem Zeitpunkt können Eltern schon dort die neuen digitalen Möglichkeiten nutzen, wo sie vorliegen. Bei anderen Stellen muss erst noch die digitale Infrastruktur geschaffen werden. In Bremen soll es bereits ein erstes Pilotprojekt mit dem Namen ELFE geben, bei dem Eltern alle Leistungen gebündelt beantragen können. Eure Behörden werden euch auf den Internetseiten dazu zu Beginn des Jahres informieren.

Quelle: BMFSFJ

Katja Nauck
Das sagtKatja Nauck:

Es wurde auch Zeit

Juchhuuu, endlich sind die deutschen Behörden auch im digitalen Zeitalter angekommen. Es ist sehr zeitraubend, was man alles ausfüllen muss, wenn ein Kind geboren wird. Zudem ist es sehr nervenaufreibend, herauszufinden, welche Anträge wo eingereicht werden müssen und immer wieder dieselben Informationen eingeben zu müssen.

Wie oft habe ich mich gefragt, warum die Behörden diese Daten nicht einfach austauschen dürfen. Endlich wurde dies geändert. Wenn ich auch nicht erwarte, dass es gleich ab Januar total schnell losgehen wird, ist es ein richtiger Schritt für weniger Papierkram und damit nicht nur zeitsparend für uns sondern auch nachhaltig weil Papiersparend.

Bildquelle: Getty Images/Jelena Danilovic

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