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Reform des Elterngeldes: Mehr Flexibilität für uns Eltern

Vorstoß 9/20

Reform des Elterngeldes: Mehr Flexibilität für uns Eltern

Zugegeben, das Elterngeld ist schon eine ziemlich coole Erfindung. Natürlich hat es hier und da seine Tücken, aber alles in allem ist es eine gute Sache. Nun gibt es eine Reform des Elterngeldes: Mehr Flexibilität für die Familie und vor allem mehr Väter sollen sich die Zeit mit ihrem Kind gönnen.

40 Prozent der Väter beziehen Elterngeld

Das Bundeskabinett hat einen Gesetzesentwurf der Familienministerin Giffey (SPD) durchgewunken. Giffey wünscht sich, dass Familien mehr Freiräume bekommen.

Das Elterngeld soll einfacher, flexibler und partnerschaftlicher werden

Dr. Franzisika Giffey, Bundesfamilienministerin

Alleine im ersten Quartal bezogen fast eine Millionen Menschen Elterngeld, 86 % davon waren Frauen. Und genau das will Giffey ebenfalls mit ihrer Reform angehen. Zwar beziehen schon 40 % der Väter rund 3,7 Monate lang Elterngeld, aber es sollen noch mehr werden.

Den Staat kostet das Elterngeld rund 7,3 Milliarden €. Aber durch die Änderungen entstehen Mehrausgaben. Aber auch hierfür hat das Bundesfamilienministerium einen Plan: Spitzenverdiener bekommen kein Elterngeld mehr.

Konkret heißt das: Eltern, die zusammen mehr als 300.000 € verdienen, haben keinen Anspruch mehr. Bisher lag die Grenze bei 500.000 €. Bei Alleinerziehenden liegt die Grenze nun bei 250.000 €.

Das sind 0,4 Prozent der Spitzenverdiener, die künftig nicht mehr vom Elterngeld profitieren. Die Absenkung ist verkraftbar.

Dr. Franziska Giffey, Bundesfamilienministerin

Nur 1,9 % der Eltern nehmen Partnerschaftsbonus in Anspruch

Beim Elterngeld wird zwischen verschiedenen Modellen unterschieden:

  • Basiselterngeld: Teilen sich die Eltern die Kinderbetreuung, stehen ihnen 14 Monate Elterngeld zu Verfügung.
  • Elterngeldplus: Hier können die Eltern doppelt so lange Elterngeld beziehen, bekommen dann aber auch nur die Hälfte.
  • Partnerschaftsbonus: Eltern erhalten vier zusätzliche Monate Elterngeld, wenn sie gleichzeitig Teilzeit arbeiten.

Und genau um letzteres geht es ebenfalls: Bisher nehmen nur 1,9 % der Eltern den Partnerschaftsbonus in Anspruch, also 18.500 Eltern. Und das ist Giffey "zu wenig". 48 % befragter Eltern wünschen sich eine gleichwertige Aufteilung der Kinderbetreuung, wofür der Partnerschaftsbonus eigentlich gedacht war.

Zukünftig sollen Eltern zwischen 24 und 32 Stunden in der Woche arbeiten können, statt wie bisher 25 bis 30. Laut Giffey ist das deutlich praktikabler in der Arbeitswelt, denn nun sind das drei bis vier volle Arbeitstage.

Weitere Hürde waren anscheinend die vier Partnerschaftsbonus-Monate, an denen es auch nichts zu rütteln gab. Zukünftig können die Eltern zwischen zwei und vier Partnerschaftsbonus-Monaten wählen. Und um eben die Flexibilität zu fördern: Das lässt sich wohl jederzeit anpassen.

Entlastung für Eltern eines Frühchens: Einen Monat länger Elterngeld

Neu eingeführt wird der sogenannte "Frühchen-Monat". Kommt das Baby mindestens sechs Wochen zu früh, erhalten Familien einen Monat länger Elterngeld.

Die Politiker sind sich einig, dass diese Änderungen ein weiterer Schritt in Richtung gleiche Aufteilung der Kinderbetreuung zwischen Papas und Mamas ist.

Sarah Plück
Das sagtSarah Plück:

Gute Ansätze

Wir haben die Partnerschaftbonusmonate in Anspruch genommen, aber zugegeben: Flexibilität ist anders. Insofern finde ich, dass dieser Vorstoß nun absolut in die richtige Richtung geht. Auch wenn ich mir wünschen würde, dass nicht die wöchentliche Arbeitszeit entscheidend ist, sondern vielleicht die monatliche. So könnt die Familie und auch die Eltern als Arbeitnehmer noch agiler reagieren.

Bildquelle: Gettyimages/Halfpoint

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