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Willkommensfeier

Freie Taufe ohne Kirche: Wie sein Kind taufen lassen, wenn Eltern nicht in der Kirche sind?

Taufe ohne Kirche
© Getty Images / martinedoucetmelden

Auch Eltern, die selbst keine Konfessionszugehörigkeit haben, möchten manchmal ihre Kinder taufen lassen. Aber unter welchen Umständen ist das möglich und ist die „Freie Taufe“ wirklich eine Alternative? Ich habe mit meinem Vater gesprochen, der evangelischer Pfarrer ist, und sich mit Kirchenrecht bestens auskennt. Er selbst hat auch schon Kinder von Eltern getauft, die nicht in der Kirche sind, und sie in die Gemeinde aufgenommen – doch das geht nur unter bestimmten Bedingungen.

Aktuell werden pro Jahr rund 250.000 Kinder in Deutschland getauft. Doch gehören zu den Täuflingen auch Kinder, deren Eltern konfessionslos, also weder evangelisch noch katholisch sind? Das fragen sich Eltern, die ihr Kind taufen lassen möchten, obwohl sie selbst längst aus der Kirche ausgetreten sind. Grundsätzlich müssen wir unterscheiden zwischen dieser christlichen Taufe ohne elterliche Konfession und der „Freien Taufe“, also einer komplett von der Kirche unabhängigen Feier. Hier findet ihr alle Infos zu beiden Varianten des Tauffestes.

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Kind taufen lassen, wenn Eltern nicht in der Kirche sind – geht das?

Grundsätzlich lautet die Antwort Ja, aber dieses Ja ist in beiden Kirchen an Bedingungen geknüpft. Alle eure Fragen zur „Taufe ohne Konfession“ werden in einem ersten Taufgespräch mit dem theologischen Fachpersonal eurer Gemeinde besprochen.

Taufe ohne evangelische Kirchenmitgliedschaft

Im Taufgespräch müsst ihr als konfessionslose Eltern begründen, warum ihr euer Kind taufen lassen möchtet, obwohl ihr selbst keine Mitglieder der Kirche (mehr) seid. Die Regelungen sind je nach Landeskirche unterschiedlich. Grundsätzlich kommt es aber darauf an, wie der Pfarrer oder die Pfarrerin euren Taufwunsch sieht.

Der evangelische Pfarrer Christoph Engels sagt dazu: „Das Taufgespräch fällt in diesem Fall deutlich ernster aus. Die Eltern müssen mir wirklich glaubhaft vermitteln, warum sie ihr Kind taufen lassen möchten. Ich werde aber keine Taufe durchführen, bei der die Motivation aus der Richtung ‚Ich will es Oma recht machen‘ kommt.“

Das Taufbegehren kann dann sogar aufgeschoben werden, bis sich die Motivation glaubhaft ändert. Grundsätzlich ist es aber so:

„Gottes Segen ist für alle da!“

Was sind glaubhafte Gründe für die „Taufe ohne Konfession“?

Es gibt die unterschiedlichsten Gründe dafür, sein Kind taufen zu lassen, auch wenn man selbst kein Mitglied der Kirche ist:

  • Eltern möchten ihrem Kind den Segen Gottes nicht vorenthalten
  • Eltern möchten ihrem Kind den Glauben an Gott ermöglichen, auch wenn sie selbst nicht an Gott glauben
  • Kinder sollen wie ihre Freunde zur Kommunion oder zur Konfirmation gehen können
  • Verwandten einen Gefallen tun
  • Anmeldung in der Konfessions-Kita
  • Einfach nur ein Fest feiern wollen
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Taufe ohne katholische Kirchenmitgliedschaft

In der katholischen Kirche wird ähnlich verfahren wie in der evangelischen. Reinhild Ahlers, die im Bistum Münster die Fachstelle Kirchenrecht leitet, erklärt in einem Interview mit „Kirche und Leben“: „Es muss klar sein, dass dem Kind der christliche Glaube vermittelt wird.“ Hier kommen die Taufpat*innen ins Spiel: „Dann ist es in der Regel so, dass es zumindest im unmittelbaren Umfeld des Kindes eine Person gibt – also nicht die Oma, die ab und an aus München anreist –, die die religiöse Erziehung übernimmt.“

Letzten Endes liegt die Entscheidung beim Priester oder dem oder der Pastor*in, ob er oder sie die Taufe übernimmt.

Was bedeutet die christliche Taufe für das Kind?

Bei der Taufe wird das Kind mit dem Segen unter den Schutz Gottes gestellt. „Doch die Taufe hat neben der theologischen auch eine rechtliche Dimension“, erklärt Pfarrer Engels weiter. „Ein Kind, das getauft wird, wird rechtlich als Mitglied der Kirche geführt, wenn mindestens ein Elternteil oder ein*e Pat*in mit entsprechender Kirchenzugehörigkeit vorhanden ist.“

Andersherum: Ist dies nicht der Fall, wird das Kind eben nicht Teil der kirchlich-institutionellen Gemeinschaft mit Rechtscharakter. In Fall einer „Freien Taufe“ also müsste es im Zuge der Erlangung seiner Religionsmündigkeit selbst nachträglich eintreten.

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Taufe ohne Kirche: Nur mit Pat*innen möglich

Patenonkel und Patentante(n) sind bei einer Taufe immer wichtig und nur in besonderen Fällen wird bei einer Taufe auf sie verzichtet. Bei konfessionslosen Eltern, die ihr Kind taufen lassen wollen, fällt ihnen eine noch größere Rolle zu: Sie sollen garantieren, dass dem Täufling der christliche Glaube der jeweiligen Konfession nahegebracht wird.

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  • Die Pat*innen müssen Kirchenmitglieder sein (i.d. kath. Kirche müssen sie mind. 16 Jahre alt sein, i. d. evang. Kirche mind. 14 Jahre)
  • Pat*innen anderer Konfessionen dürfen im Rahmen der Zeremonie nur als „Taufzeugen“ auftreten, die Fürbitten vortragen oder die Taufkerze anzünden

Muss ich die Taufe bezahlen, wenn ich kein Mitglied der Kirche bin?

Auf den Gedanken könnte man kommen, denn wer nicht in der Kirche ist, zahlt ja keine Kirchensteuer. Doch Taufen sind in der Regel kostenlos. Man könnte allerdings den Blumenschmuck bezahlen, wenn man etwas Besonderes für die Taufe haben möchte. Eine Spende für die Kirchengemeinde wird auch immer gern gesehen, ist aber nicht zwingend.

Taufe ohne Kirchensteuer: Was ist eine „Freie Taufe“?

Ihr wollt euer Kind keiner Religionsgemeinschaft anschließen, aber die Zeremonie einer Taufe gefällt euch? Dann könnt ihr eine sogenannte „Freie Taufe“, die nicht in der Kirche stattfindet, von einem freien Redner oder einer freien Rednerin durchführen lassen (ähnlich wie bei einer freien Trauung). Der Name ist allerdings etwas irreführend, da es sich eher um ein Willkommensritual als um eine Taufe im eigentlichen Sinne handelt.

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Bei einer „Freien Taufe“ können religiöse Elemente (wie z. B. ein Taufspruch, Tauflieder) eine Rolle spielen, sie müssen es aber nicht. Ihr bekennt euch dabei hauptsächlich zu euren elterlichen Aufgaben und lasst Freunde und Verwandte euer neues Familienmitglied offiziell willkommen heißen. Das kann sowohl für Eltern, als auch die Gäste ein sehr emotionaler Moment sein und soll das Band zwischen Eltern und ihrem Kind festigen.

Ihr könnt bei euch zu Hause feiern oder eine Location mieten. Wie der Name sagt, sind Form und Rahmen der Feier absolut frei, da sie nichts mit der Kirche zu tun haben.

Theologisch gibt es die „Freie Taufe“ nicht, denn der Sinn und Zweck der Taufe ist es ja, bewusst in die Gemeinschaft der Kirche einzutreten. Die Taufe ist ein Sakrament der Kirche, alternativ dazu gibt es nur die Segens- oder Willkommensfeier, die genau genommen aber keine Taufe ist.

Das sagt der evangelische Pfarrer Engels zur „Freien Taufe“

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Voraussetzung für die (freie) Taufe

Voraussetzungen für eine freie Taufe gibt es nicht, da sie nicht an irgendwelche Regeln und Vorgaben gebunden ist. Anders sieht es aus bei der Taufe ohne Konfession. Hierfür braucht ihr zur Anmeldung von eurem Kind:

  • Geburtsurkunde oder Familienstammbuch
  • Personalausweise der Eltern (ggf. Heiratsurkunde)
  • Wichtig: Bescheinigungen der Kirchenzugehörigkeit der Paten

Auf welchen Namen lasst ihr euer Kind taufen? Habt ihr gewusst, dass diese Namen komplett verboten sind?

Diese Namen sind in Deutschland verboten
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