Nie mehr Nichtschwimmer: Schwimmen lernen leicht gemacht

Die Zahlen von Nichtschwimmern in Deutschland nehmen zu. Ab wann sollten Kinder schwimmen lernen? Sollten es die Profis machen oder könnt ihr als Eltern diese Aufgabe übernehmen?

Nie mehr Nichtschwimmer: Schwimmen leicht gemacht

Schwimmen: Schon Vierjährige können tauchen lernen.


In Deutschland können laut einer Forsa-Umfrage über die Hälfte der zehnjährigen Kinder nicht schwimmen und es sieht nicht so aus, als ob sich das ändern wird, denn immer weniger wird der Schwimmunterricht in den Grundschulen angeboten. Viele Kinder kommen also nicht in den den Genuss, sich ins kühle Nass zu stürzen oder haben Angst vor Wasser, weil die Gefahr des Ertrinken droht. Damit euer Kind kein Nichtschwimmer bleibt und ihr beruhigt an den Badesee oder ans Meer fahren könnt, wäre es gut, wenn ihr euren Nachwuchs so früh wie möglich an Wasser gewöhnt.

Schwimmen lernen: Wann ist es das richtige Alter?

Schon Babys sollten lernen, wie nett es ist, sich im Wasser zu bewegen. Babyschwimmen wird in fast jeder Stadt angeboten. Haltet auch Ausschau nach Wassergewöhnungskursen, denn die werden für Kleinkinder von Schwimmvereinen oder Schwimmbäder angeboten. Das ist ideal, denn hier wird Kindern die Angst vor Wasser genommen und sie werden behutsam herangeführt. Aber natürlich könnt ihr das auch selbst tun. Dabei solltet ihr nie Druck ausüben. Wenn das Kind nicht ins Wasser will, sollte es auch nicht gezwungen werden. Geduld ist gefragt, damit langsam aber sicher die Angst vor dem Wasser verschwindet.

Mit fünf Jahren können die Kinder schon an einem Schwimmkurs teilnehmen. Vorher können sich die meisten mit Kraulbewegungen eine kurze Zeit über Wasser halten, auch können sie schon das Gleiten im Wasser und kurzes Eintauchen üben.

Aber ab fünf Jahren haben die Kinder das richtige Alter, ihren Körper besser zu koordinieren. Viele Schwimmlehrer vertrauen darauf, den Kindern eher das Kraulen beizubringen, da das Brustschwimmen für die Kleinen schwieriger zu koordinieren ist. Deshalb fällt ihnen Kraulen und Rückenschwimmen am Anfang auch leichter.

Schwimmflügel: Ja oder nein?

Die meisten von uns haben noch Schwimmflügel als Nichtschwimmer gehabt, aber mittlerweile neigen die viele Eltern dazu, ihren Kindern Schwimmgürtel zu geben, denn damit können sie schon die Bewegungsabläufe üben - mit Schwimmflügel zu kraulen ist unmöglich, mit einem Gürtel geht es schon eher.

Auch wenn die Kleinen mit Schwimmhilfen ausgestattet sind, solltet ihr immer ein Auge auf sie haben, wenn sie sich im Wasser bewegen, denn leider sind solche Hilfen kein hundertprozentiger Schutz vor dem Ertrinken.

Schwimmkurs oder selber beibringen?

Wenn ihr selbst das Schwimmen sehr gut beherrscht und ihr euch sicher im Wasser fühlt, spricht nichts dagegen, dass ihr euren Kindern das Schwimmen beibringt. Allerdings kann es auch unnötigen Druck erzeugen und zu Spannungen führen. Ihr kennt euch und euer Kind in solchen Lernsituationen am besten - es kann hilfreicher sein, einen Profi zu engagieren, der auch gleich die richtige Technik mitbringt.

Schaut euch die Schwimmlehrer und Schwimmlehrerinnen genau an, die meisten bieten eine Schnupperstunde an. Sucht sie nach folgenden Kriterien aus:

  • Motivation: Wie gehen die Lehrer mit den Kindern um? Motivieren sie und loben sie genug? Geben sie klare Anweisungen? Werden die Baderegeln des DLRG vermittelt?
  • Qualifikation: Haben sie überhaupt die nötigen Qualifikationen, eine Gruppe von Kindern zu unterrichten?
  • Größe des Kurses: Der Kurs sollte nicht überfüllt sein, maximal acht Kinder sollten sich im Wasser tummeln, damit die Sicherheit gewahrt bleibt und die Lehrer ihre Schüler im Auge haben.
  • Länge und Ziel des Kurses: 10-12 Stunden sollten es schon sein und eine Zielsetzung wie etwa das Erringen des Seepferdchen gibt zusätzlich Motivation.
Nie mehr Nichtschwimmer: Schwimmen leicht gemacht

In Schwimmkursen lernen die Kinder gleich die richtige Technik, um sich sicher im Wasser zu bewegen.


Schwimmabzeichen: Vom Seepferdchen bis zum Schwimmabzeichen Gold

Nichts motiviert Kinder mehr, als sich Abzeichen auf den Badeanzug oder die Badehose zu heften. In Deutschland können sie fünf Abzeichen erringen, für die folgende Aufgaben erledigt werden müssen:

Seepferdchen

  • 25 Meter Schwimmen
  • Sprung vom Beckenrand
  • Heraufholen eines Gegenstandes aus brust- bis schultertiefem Wasser

Vielseitigkeitsabzeichen Trixi

  • 25 Meter Brustschwimmen
  • 25 Meter Rücken- oder Kraulschwimmen
  • 15 Meter dribbeln mit einem Wasserball
  • Kopfsprung vorwärts
  • 7 Meter Streckentauchen
  • 1 Rolle vorwärts oder rückwärts um die Quer- oder Längsachse im Wasser

Schwimmabzeichen Bronze

  • Sprung vom Beckenrand und 200 Meter in höchstens 15 Minuten schwimmen
  • Heraufholen eines Gegenstandes aus zwei Meter tiefem Wasser
  • Sprung aus einem Meter Höhe oder Startsprung
  • Kenntnis der Baderegeln

Schwimmabzeichen Silber

  • Startsprung und 400 Meter in höchstens 25 Minuten schwimmen (davon 300 Meter in Bauch- und 100 Meter in Rückenlage)
  • 2 x Heraufholen eines Gegenstandes aus 2 Meter tiefem Wasser
  • 10 Meter Streckentauchen
  • Sprung aus 3 Meter Höhe
  • Kenntnis der Baderegeln und der Selbstrettung

Schwimmabzeichen Gold

  • Mindestalter: 9 Jahre
  • 600 Meter Schwimmen in höchstens 24 Minuten
  • 50 Meter Brustschwimmen in höchstens 70 Sekunden
  • 25 Meter Kraulschwimmen
  • 50 Meter Rückenschwimmen mit Grätschschwung ohne Armtätigkeit oder 50 Meter Rückenkraulschwimmen
  • Tieftauchen von der Wasseroberfläche (3 Tauchringe aus ca. 2 Meter tiefem Wasser in 3 Minuten bei maximal 3 Tauchversuchen)
  • 15 Meter Streckentauchen
  • Sprung aus 3 Meter Höhe
  • 50 Meter Transportschwimmen (Schieben oder Ziehen)
  • Kenntnis der Baderegeln
  • Kenntnis über Hilfe bei Bade-, Boots- und Eisunfällen (Selbstrettung, einfache Fremdrettung)

Die meisten Kinder werden aber mit einem Seepferdchen zufrieden sein und auch wenn sie kein Abzeichen haben - das Wichtigste ist, dass sie Spaß am Schwimmen haben und sich sicher im Wasser bewegen können. Wenn ihr dies als Eltern unterstützt, habt ihr schon einen Teil dazu beigetragen, dass Deutschland kein Land von Nichtschwimmern wird. Darüber hinaus müssen Kommunen ihren Teil dazu beitragen, dass eine Infrastruktur bereitsteht, um Kindern das Schwimmern beizubringen. Und so werden wir eine Nation von Wasserratten.

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