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Bye Windel, hallo Töpfchentraining: So gelingt der Übergang

Meilenstein

Bye Windel, hallo Töpfchentraining: So gelingt der Übergang

Spätestens, wenn der Kita-Start näher rückt, fragen sich Eltern, ob, wann und wie sie mit dem Töpfchentraining beginnen sollten. Regel Nummer 1 lautet: gelassen bleiben!

Wenn Kleinkinder trocken werden, ist das eine anstrengende Phase! "Mama, ich muss mal!" – "Oh, zu spät, Hose nass!" Ständig läuft die Waschmaschine – und Mama muss für jeden Gang aus dem Haus Ersatzwäsche für eventuelle Pipi-Pannen einstecken. Eltern sind sich einig in ihrer Hoffnung auf ein baldiges Ende der Windelzeit. Statt das Trocken werden zu forcieren, sollten wir uns allerdings lieber in Geduld üben.

Ab wann können wir unserem Kind die Windel abgewöhnen?

"Das Alter, in dem Kinder beim Wasserlassen die vollständige Kontrolle erreichen, hat eine beträchtliche Spannbreite. Die meisten Kinder lernen das Trocken werden zwischen ihrem 3. und 5. Lebensjahr."

Kinderarzt Dr. Helmut Niederhoff, selbst Vater dreier Töchter

Wir neigen schnell dazu, unser Kind mit anderen zu vergleichen – um dann das eigene Kind aufs Töpfchen zu drängen. "Die anderen brauchen doch auch keine Windel mehr!" Der Leistungsgedanke ist hier aber völlig fehl am Platz, denn das Trocken werden ist ein Reifeprozess des Nervensystems, der sich nicht beschleunigen lässt. Vergleichen lässt sich dieser Prozess mit dem des Laufen oder Sprechen lernen – auch hier hilft nur eins: Warten. bis das Kind so weit ist. Die Nervenbahnen zwischen Blase, bzw. Darm und Gehirn müssen sich so weit entwickelt haben, dass die Botschaft "Pipi" oder "Kacka" überhaupt übermittelt werden kann. Und auch die Kontrolle über die Schließmuskeln will erst einmal gelernt werden. Ob das etwas früher oder später passiert – fast alles gilt hier als normal. Erfahrene Kinderärzte reagieren gelassen, wenn sie in ihrer Praxis besorgten Eltern gegenüberstehen:

"Wir interessieren uns für die sogenannte Sauberkeitserziehung als Mediziner zum Erstaunen vieler Eltern erst einmal gar nicht. Genauso wenig wie wir stolz darauf sind, wenn ein Kind seine ersten Schuhe bekommt. Trocken werden ist kein Zeichen von Intelligenz."

Dr. Sabine Caspers, Kinderärztin in Hamburg

Töpfchentraining – Ja oder nein?

Wenn es wirklich um ein gezieltes Training gehen soll, lautet die klare Antwort: Töpfchentraining macht keinen Sinn! Studien zeigen: Auch mit einem gezielten Training lässt sich das Trocken werden nicht beschleunigen. Wenn unter Töpfchentraining der sanfte, leise Abschied von der Windel gemeint ist, ist Töpfchentraining ein wichtiger Schritt beim Groß werden. Mit ein paar Tipps lässt sich der Start ins Windelfrei-Alter erleichtern:

Sanfte Unterstützung beim Übergang

  • Vor dem 18. Monat macht die Windelentwöhnung generell wenig Sinn.
  • Voraussetzung ist, dass euer Kind Interesse an dem Inhalt in seiner Windel und am "stillen Örtchen" hat. Kinder signalisieren von alleine, wenn sie so weit sind und den Harn- oder Stuhldrang bewusst spüren. Beobachtet euer Kind aufmerksam – wenn ihr Zeichen für ein anstehendes kleines oder großes Geschäft erkennt (Gesicht verziehen, unruhig hin und her trippeln, "Pipi!" rufen etc.), könnt ihr eurem Kind tagsüber das Töpfchen anbieten.
  • Das Töpfchentraining sollte immer spielerisch und ohne Zwang ablaufen. Es gibt übrigens die unterschiedlichsten Modelle:

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  • Macht den eigenen Toilettengang nicht zum Geheimnis, sondern lasst die Klotür offen. Kinder sind von Natur aus neugierig und wollen alles nachmachen, was sie bei älteren Geschwistern und den Eltern sehen – und das stille Örtchen ist da besonders spannend!
  • Meist fällt das Sauber werden leichter als das Trocken werden. Grund dafür: Wenn der Stuhlgang drückt, ist das ein intensiveres Gefühl, als wenn die Blase voll ist – und die Zeitspanne, bis es wirklich dringend wird, ist länger.
  • Wichtig ist vor allem, für die Zeit des Übergangs gelassen zu bleiben. Es wird Niederlagen geben, es wird das ein oder andere Pfützchen geben - und sie sind alle kein Drama! Das Trocken werden ist nicht so einfach, wie wir denken, denn all die beteiligten Muskeln und Nerven müssen sich erst aufeinander einspielen.

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Die Erfolgsformel: Geduld & Gelassenheit

Auch wenn der Prozess des Sauber- und Trocken werden sich zieht und manchmal (besonders im Winter) nervt: Bleibt bitte geduldig. Rückschläge und das ein oder andere nasse Malheur sind völlig normal und sollten gar nicht groß thematisiert werden.

"Falls es nicht gelingt, bitte nicht tadeln oder gar schimpfen!"

Dr. Helmut Niederhoff

Blase und Darm sind stressempfindlich – deshalb ist Entspannung bei diesem Thema wichtig. Druck führt nicht zum Erfolg, sondern ganz im Gegenteil: Zu viel Druck kann dazu führen, dass das Thema Klo negativ besetzt wird und es keinen Fortschritt mehr gibt. Denkt daran: Auch wenn noch nicht alles richtig und immer klappt, ist das ein Schritt in die richtige Richtung. Sehr praktisch in dieser Übergangszeit sind übrigens wiederwendbare Wetbags, in denen ihr die Kleidung, die die Pipi-Panne aufgefangen haben, für den Heimweg aufbewahren könnt:

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Spaß und Kuscheleinheiten trotz Töpfchentraining!

Wenn das Kind nicht mehr gewickelt wird, ist das zwar ein großer Schritt in Richtung "Juhu, ich werde groß!", denn das Lob für jedes Mal erfolgreich Pipi machen wie die Großen lässt die Kleinen innerlich wachsen. Trotzdem ist der Abschied von der Windel mit einem Verlust verbunden: Bis vor Kurzem gab es beim Windelwechsel auf dem Wickeltisch lustige Spielchen, Pusteküsse auf den Bauch und immer mal wieder eine sanfte Massage. Diese Rituale wird eure Tochter oder euer Sohn vermissen! Versuch deshalb, auch den Gang aufs Töpfchen lustig und liebevoll zu gestalten und die Schmuseeinheiten an anderer Stelle nachzuholen.

Windel-Wissen-Quiz: Was weißt du über Pampers und Co.?
Bildquelle: tatyana_tomsickova/iStock/Getty Images Plus

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