Baby abhalten: Wie funktioniert die Windelfrei-Methode und was bringt sie?

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Baby abhalten: Wie funktioniert die Windelfrei-Methode und was bringt sie?

Die Signale des Babys deuten: Das lernen Eltern beim Baby abhalten. Welche Vorteile die Windelfrei-Methode hat und was man alles beachten sollte.

Was hat es mit dem Baby abhalten auf sich?

Normalerweise landet bei einem Baby sowohl das kleine als auch das große "Geschäft" in der Windel. Aber grundsätzlich liegt kein Kind gerne in seinen eigenen Ausscheidungen. Am Anfang der Evolution war das sogar lebensgefährlich: Der Geruch der Fäkalien konnte Tiere anlocken, die das Baby fressen wollten.

Diese Gefahr besteht heute in den meisten Kulturen natürlich nicht mehr. Trotzdem wird in vielen Ländern, anders als in Deutschland, das Baby abhalten bereits seit Generationen angewendet. Dort wird viel mehr darauf geachtet, wie Babys über bestimmte Geräusche oder Gesichtsausdrücke ihre Ausscheidungen "ankündigen". Aber inzwischen ist auch hierzulande diese Windelfrei-Methode auf dem Vormarsch und erfreut sich unter Eltern immer größerer Beliebtheit.

Was sind die Vorteile vom Baby abhalten?

  • Das Baby lernt auf natürliche Weise, seine Ausscheidungen zu bemerken und irgendwann auch zu kontrollieren.
  • In der Regel brauchen Babys, die abgehalten werden, früher gar keine Windel mehr.
  • Es stärkt die Bindung zwischen Eltern und Kind, weil Mama oder Papa durch das Baby abhalten sehr darauf bedacht sind, ihr Baby "lesen" zu lernen und auf seine Bedürfnisse achten.
  • Man spart sich eine Menge Windeln, was nicht nur super für die Umwelt, sondern auch für den Geldbeutel ist.
  • Ein wunder Po oder Windeldermatitis ist sehr viel seltener.

Wie funktioniert das Baby abhalten?

"Elimination Communication" wird das Baby abhalten im Englischen genannt, also "Ausscheidungs-Kommunikation". Und das trifft es ziemlich gut: Wenn Eltern durch körperliche Signale ihres Babys erkennen, dass es mal muss, halten sie es über der Toilette, dem Töpfchen oder einem Waschbecken ab, statt es das Geschäft in die Windel machen zu lassen und es anschließend zu wickeln.

Wichtig ist, dass das Baby abhalten ohne Stress und Druck praktiziert wird, es ist kein klassisches Training, sondern soll lediglich dazu dienen, das das Kind ein natürliches Verhältnis zu seinem Körper und dessen Ausscheidungen aufbaut.

Warum ist der Begriff "Windelfrei-Methode" irreführend?

Das Baby abhalten wird auch oft als Windelfrei-Methode bezeichnet – ein Begriff, der ein bisschen irreführend ist: Es geht nicht darum, beim Baby möglichst schnell komplett aufs Wickeln verzichten zu können, sondern um eine Mischform aus Zeiten ohne Windeln und welchen mit.

"Teilzeit-Windelfrei" wäre deshalb eigentlich der passendere Begriff, denn in bestimmten Situationen, wie zum Beispiel nachts oder beim konzentrierten Spielen, tragen auch Babys, die abgehalten werden, eine Windel. Manche Eltern praktizieren das Baby abhalten auch so, dass das Kind immer eine Windel um hat, die nur zum Abhalten abgenommen wird.

Wann kann man mit dem Baby abhalten beginnen?

Das muss jeder selbst entscheiden. Theoretisch kann man schon direkt nach der Geburt mit dem Baby abhalten starten. Der Vorteil des sehr frühen Anfangens: Das Baby lernt direkt, dass die Toilette und nicht die Windel der richtige Ort für seine Ausscheidungen ist. Viele beginnen aber auch erst damit, wenn das Baby schon ein paar Monate alt ist und sich besser "ausdrücken" kann.

Welche Signale verraten, dass das Baby mal muss?

Wenn das Baby unruhig wird, sich windet oder offensichtlich Bauchweh hat, ist das ein Zeichen dafür, dass ein "großes Geschäft" ansteht. Auch ein bestimmter, angespannter Gesichtsausdruck kündigt es meist an. Die Miene entspannt sich erst wieder, wenn es erledigt ist. Eltern lernen oft sehr schnell, wie diese individuellen Signale bei ihrem Kind aussehen.

Wie kann man die Kommunikation erleichtern?

Ein Trick ist es, als Eltern jedes Mal den selben Laut zu machen, während man das Baby abhält. Irgendwann wird es diesen wahrscheinlich selbst benutzen, um mitzuteilen, dass es jetzt soweit ist. Auch eine einfache Zeichensprache, also zum Beispiel das Zeigen auf die Windel, macht Sinn. Sobald die Kinder erste Wörter sprechen können, wird es logischerweise noch einfacher.

Mit welchem Griff sollte man das Baby abhalten?

Die eine Lösung gibt es dafür nicht. Viele Eltern greifen aber die Oberschenkel des Babys direkt über den Kniekehlen und lehnen den Oberkörper des Kindes an den ihren an und halten es so über Toilette & Co.. Diese hockende Position mit angezogenen Beinen hat auch den Vorteil, dass mögliche Koliken oder Blähungen gelöst werden können.

Dauert es mal länger, kann man sich als Mama oder Papa mit auf den Toilettensitz setzen. Einfach sich selbst ganz hinten platzieren und das Kleine über das Loch halten.

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Wichtig ist: Für alle Beteiligten soll es möglichst bequem sein. Dazu zählt auch, fürs Baby Kleidung zu wählen, die sich leicht und schnell herunter ziehen lässt. Und ebenso leicht und schnell nach dem Baby abhalten wieder angezogen ist.

 

Angelika Zahn
Das sagtAngelika Zahn:

Mein persönliches Fazit:

Bei meinem Sohn hatte ich das Abhalten zwar auf dem Schirm, aber irgendwie keinen Nerv dafür. Eine Freundin von mir hat das Abhalten aber von Anfang an praktiziert. Und siehe da: Ihre Tochter brauchte zu ihrem zweiten Geburtstag keine Windel mehr – nicht einmal nachts. Während mein Kind mit jetzt zweieinhalb Jahren noch nicht so weit ist. Was natürlich auch ok völlig ist!

Keine Ahnung, ob es zwischen dem Baby abhalten und dem früheren Trocken werden wirklich einen Zusammenhang gibt. Aber die Vermutung liegt zumindest nahe.

Bildquelle: YouraPechkin / Getty Images

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