Für Links auf dieser Seite erhält familie.de ggf. eine Provision vom Händler, z.B. für mit oder grünblauer Unterstreichung gekennzeichnete. Mehr Infos.
Fieberkrampf beim Baby: Meistens kein Grund zur Sorge!

Sieht schlimm aus

Fieberkrampf beim Baby: Meistens kein Grund zur Sorge!

Fieber bei unseren Kindern macht uns Eltern immer Sorgen. Je kleiner die Kinder, desto größer die Bedenken, das kenne ich selbst nur zu gut. Neben der Sorge, wo das Fieber herkommt, steigt mit der Fieberkurve auch die Angst vor einem Fieberkrampf beim Baby.

Was ist ein Fieberkrampf beim Baby?

Bei einem Fieberkrampf handelt es sich um einen Krampfanfall, der vom Gehirn ausgeht. Hört sich schlimm an, ist es aber aus medizinischer Sicht nicht. Ca. 3 - 5 % aller Kinder erleiden einen solchen Fieberkrampf zwischen dem sechsten Lebensmonat und dem fünften Lebensjahr.

Wichtig zu wissen: Kinder, die zu Fieberkrämpfen neigen, sind ansonsten gesund und haben keine anderen Erkrankungen wie beispielsweise eine Epilepsie. Es ist bisher nicht geklärt, warum manche Kinder dafür anfälliger sind als andere.

Die Ursachen für einen Fieberkrampf bei Kindern sind bisher ebenfalls nicht gefunden. In manchen Familien häufen sich die Vorfälle, andere haben damit noch nie etwas zu tun gehabt. Auch ist nicht klar, ob das Fieber als solches oder der Infekt, welcher das Fieber hervorruft, den Fieberkrampf auslöst.

Wann bekommt ein Baby einen Fieberkrampf?

Zu einem Fieberkrampf beim Baby bzw. Kleinkind kann es kommen, wenn sich die Körpertemperatur rasch verändert. Je schneller also die Kerntemperatur ansteigt oder auch abfällt, umso eher kann ein Fieberkrampf auftreten.

Einige wird das jetzt irritieren, denn früher ging man davon aus, dass hohe Temperaturen einen Fieberkrampf auslösen. Diese Annahme ist aber mittlerweile überholt. Nun kann Fieber durch einen Virus-Infekt hervorgerufen werden, aber auch durch eine Impfung oder die Zähne. Woher das Fieber aber letzten Endes kommt, ist für den Fieberkrampf unerheblich.

6 Tipps, um kranke Kinder zu unterhalten

6 Tipps, um kranke Kinder zu unterhalten
Bilderstrecke starten (6 Bilder)

Symptome bei einem Fieberkrampf

Als Erstes möchte ich euch gerne das sagen, was uns die Kinderärztin beim Erste-Hilfe-Kurs für Kleinkinder gesagt hat: "Ja, ein Fieberkrampf sieht schlimm aus und die Bilder bekommt man nicht mehr so schnell aus dem Kopf, aber er ist in den allermeisten Fällen wirklich völlig harmlos und Ihrem Kind passiert nichts."

Folgende Symptome können auftreten. Aber auch das sagte die Kinderärztin: "Glauben Sie mir, einen Fieberkrampf übersehen sie nicht."

  • Fieber
  • ggf. flache/fehlende Atmung mit Blaufärbung der Lippen
  • Muskelverspannungen oder Muskelzuckung
  • Bewusstseinsverlust
  • Verdrehen der Augen
  • Kind fällt nach dem Fieberkrampf in einen tiefen Schlaf

In den aller meisten Fällen erleiden die Kinder einen einfachen Fieberkrampf. Dieser endet nach wenigen Sekunden bzw. Minuten von alleine wieder. Auch ein kurzzeitiger Atemausfall hört von alleine wieder auf.

In sehr seltenen Fällen dauert ein Fieberkrampf beim Baby länger als 15 Minuten und muss dann auch mit Medikamenten beendet werden. Dann handelt es sich um einen komplizierten Fieberkrampf, der auch weitergehend abgeklärt werden muss.

Was solltet ihr tun bei einem Fieberkrampf bei eurem Kind?

So schwer es in dieser Situation ist: bleibt ruhig. Außerdem wendet folgende Erste-Hilfe-Maßnahmen an:

  • sichert die Umgebung, dass sich das Kind nicht verletzten kann
  • Kind nicht festhalten
  • nichts in den Mund schieben, die Verletzungsgefahr für alle Beteiligten ist zu hoch
  • lockert die Kleidung
  • schaut auf die Uhr und versucht die Zeit zu stoppen. Dauert der Fieberkrampf länger als 10 Minuten, solltet ihr einen Notarzt rufen.
  • beobachtet das Kind: Zucken die Gliedmaßen rhythmisch oder begann eine Körperhälfte vor der anderen?
  • ruft beim erstmaligen auftretenden Krampfanfall den Notarzt, spätestens jedoch wenn der Fieberkrampf länger als 10 Minuten dauert
  • nach dem Fieberkrampf: Temperatur messen

So schlimm sich das alles anhört, der Spuk ist meist wirklich schnell wieder vorbei, auch wenn es sich nicht so anfühlt. Euer Kind wird keinen Schaden davontragen und sich ganz normal entwickeln. Die gute Nachricht: Die Neigung zu Fieberkrämpfen nimmt mit dem Alter ab.

Fieberkrampf beim Kleinkind bzw. Baby: Ab- und Aufklärung beim Kinderarzt

Solltet ihr nicht sowieso einen Notarzt gerufen haben, empfiehlt es sich, nach dem Fieberkrampf beim Baby den Kinderarzt anzurufen und zu berichten. Handelte es sich um einen erstmaligen einfachen Fieberkrampf ist meist keine weitere Untersuchung oder Behandlung notwendig.

Unter Umständen möchte der Kinderarzt mit einer kurzen Untersuchung abklären, dass wirklich keine andere Erkrankung z. B. Hirnhautentzündung vorliegt. Eine stationäre Aufnahme in ein Krankenhaus ist meist nicht nötig.

Handelt es sich um einen komplizierten Fieberkrampf oder kam es bereits im Vorfeld schon zu einem Krampfanfall, kann eine weitere Diagnostik mit einer stationären Aufnahme nötig sein. Häufig erhalten die Eltern dann auch ein Notfallmedikament, welches sie dann beim nächsten Fieberkrampf verabreichen können.

Könnt ihr einen Fieberkrampf beim Baby verhindern?

Dazu gibt es eine klare Antwort: Nein, leider nicht. Es gibt keine Medikamente, die ihr im Vorfeld verabreichen könntet, um einen Fieberkrampf zu verhindern. Darüber hinaus kommt es meist beim Temperaturanstieg zum Krampfanfall und Eltern bemerken dadurch erst, dass die Kinder Fieber haben. Deshalb ist es auch nicht nötig, das Fieber immer sofort mit fiebersenkenden Mitteln zu behandeln.

Besprecht eure Sorgen und Ängste bei Fieber mit eurem Kinderarzt. Sucht auch nach einem Fieberkrampf das Gespräch und besprecht, was ihr beim nächsten Fieber tun könnt.

Quellen: Kinderherztin über Fieberkrampf beim Kind, Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin e. V. über Fieberkrampf

Sarah Plück
Das sagtSarah Plück:

Erste-Hilfe-Kurs für Kleinkinder ist Pflicht!

Ich kann mit voller Überzeugung sagen: Besucht einen Erste-Hilfe-Kurs für Kleinkinder. Unsere Kinderärztin war sehr nüchtern und emotionslos in allen Belangen, was in keinem Fall Kritik seien soll. Ganz im Gegenteil: Dadurch konnten auch wir Eltern uns auf die Fakten konzentrieren und mir hat es total die Angst genommen, sodass ich jetzt bei Fieber und anderen Gesundheitsthemen auch ganz ruhig bleiben kann.

Bildquelle: Gettyimages/Nadezhda1906

Galerien

Lies auch

Teste dich