Internat: Wann ist es besser für ein Kind, ein Internat zu besuchen?

Intensivere Förderung, dafür höhere Kosten

Internat: Wann ist es besser für ein Kind, ein Internat zu besuchen?

Warum dein Kind ein Internat besucht, kann die unterschiedlichsten Gründe haben. Deine berufliche Situation macht es vielleicht unmöglich, dass du deine Kinder betreuen kannst. Vielleicht versprichst du dir aber auch eine bessere Schulausbildung durch den Internatsbesuch. In einigen Fällen ist das Internat die letzte Chance für Kinder, die ansonsten keinen Schulabschluss bekommen.

Vorteil Internat: Kleinere Klasseneinheiten bieten bessere Förderungsmöglichkeiten.

Was bieten Internate?

Warum Internate auch heutzutage attraktiv sind, hat mehrere Gründe, denn sie haben einiges zu bieten:

  • Neuanfang: Dein Kind ist vielleicht auf der alten Schule gemobbt worden und braucht eine neue schulische Umgebung, in der die Klassen kleiner sind und Lehrer besser auf die Stimmung in einer Klasse aufpassen können.
  • Ortswechsel: Dein Kind ist unter einem schlechten Einfluss geraten und du möchtest es aus diesem schwierigen Freundeskreis lösen.
  • Schulabschluss: Den begehrten Abschluss, der vielleicht auf der Regelschule nicht erreicht wurde, kann hier mit entsprechender Förderung noch bestanden werden.
  • Hochbegabten-Förderung: Internate wie Louisenlund, Sankt Afra und Birklehof fördern begabte Kinder in Mathematik und Naturwissenschaften.
  • Erziehung zur mehr Selbstständigkeit: Einige Internate werben mit speziellen Pädagogikkonzepten wie Erlebnispädagogik, bei der die Kinder durch gemeinsame Projekte in der Natur zu verantwortungsvolleren Menschen erzogen werden sollen.
  • Förderung von Kindern mit ADHS: Internate wie Schloss Buldern haben sich darauf spezialisiert

Mittlerweile gibt es für jedes Bedürfnis das passende Internat. Die Schulen sind nicht billig und deshalb buhlen sie um ihre künftigen Schüler. Zudem gibt es online auch Internatsberatungsseiten, die dir dabei helfen sollen, für deinen Schützling die richtige Umgebung zu finden. Du solltest dich auf alle Fälle gut informieren - die Tage der offenen Tür, die jedes Internat anbietet, solltest du nutzen, um ein besseres Gefühl zu bekommen, ob es für deine Zwecke passt und ob sich dein Kind hier wohlfühlen würde.

Was kosten Internate?

Die Kosten für Internate variieren in Deutschland - grundsätzlich zahlt man zum eigentlichen Schulgeld noch die Kosten für die Rundumbetreuung und Verpflegung. Elite-Internate wie Schloss Salem berechnen um die 3.700 Euro im Monat. Kirchliche Internate wie das Kolleg St.Josef sind kostengünstiger: Regulär würde der Besuch 2.100 Euro im Monat kosten, aber der Kirchenetat macht es möglich, dass man Eltern mit geringerem Einkommen entgegenkommt - 530 Euro ist hier die günstigste Gebühr. Meistens gilt - je kleiner die Klassen, desto höher der Betreuungsaufwand und desto höher sind eure Kosten.
Wenn du dich für ein Internat interessierst, solltest du dich genau nach den Kosten erkundigen, denn manchmal fallen auch noch Nebenkosten für Reinigungen und Heimfahrten an. Hohe Preise halten viele davon ab, sich für ein Internat zu entscheiden, aber eigentlich bieten fast alle diese Einrichtungen Stipendien an.

Internat: Wo bekommt man Stipendien?

Fast alle Internate möchten begabte Kinder aus einkommensschwächeren Familien unterstützen. Hauptgrund für das Stipendium ist eigentlich immer die schulische Leistung, die zumindest gut, wenn nicht gar sehr gut sein sollte. Neben den guten Noten sind auch andere Begabungen hilfreich. Ist euer Kind musisch begabt, sehr gut in Sport oder engagiert es sich sehr, können dies alles Pluspunkte sein. Je nach Internat müssen die Kinder in einem Schreiben begründen, warum sie unbedingt auf dieses Internat wollen. Referenzschreiben von Lehrern sind ebenfalls wichtig. Jedes Internat wird andere Schwerpunkte bei den Stipendien setzen.
Zusätzlich zu den internatsinternen Stipendien gibt es auch noch Stiftungen wie die Dornier-Stiftung, die Kinder ab der 9. Klasse fördern, um einen Platz in den Internaten Birklehof, Pforta, Sankt Afra und Internat Solling zu bekommen.

Wann übernimmt das Jugendamt die Kosten für ein Internat?

Bei Kindern mit psychischen Auffälligkeiten kann das Jugendamt im Zuge des Paragraphen 35a die Kosten für den Internatsaufenthalt zu einem Teil oder ganz übernehmen. Der Paragraph regelt die Eingliederungshilfe, die euer Kind braucht, wenn seine seelische Gesundheit beeinträchtigt war. Um dies festzustellen, braucht ihr ein ärztliches Gutachten, das eurem Kind beispielsweise ein starkes Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom (ADS) bescheinigt.

Ihr müsst einen Antrag bei eurem zuständigen Jugendamt stellen. Meldet euer Kind nicht bei einem Internat an, ohne vorher den Bescheid durch das Amt zu bekommen, dass es die Kosten übernimmt.  Das Jugendamt entscheidet von Fall zu Fall, je nach Härte des Falles und der Finanzkraft der Eltern, inwieweit es die Kosten übernimmt. Das Kindergeld wird dabei auf alle Fälle abgezogen, denn ihr spart durch die Unterbringung eures Kindes im Internat Geld. Erkundigt euch beim zuständigen Jugendamt über die möglichen Zuschüsse.

Internat fördert ein gutes Netzwerk

Euer Kind auf ein Internat zu schicken, ist ein großer Schritt. Zum Glück ist es mittlerweile nicht mehr so, dass man seine Kinder nur noch in den Ferien sieht. Oft können die Kinder auch die Wochenenden wieder bei der Familie verbringen, wenn es geht. Für dein Kind kann es für seine berufliche Zukunft ein großer Vorteil sein, auf einem Internat seinen Schulabschluss zu machen, denn es kann auf ein Netzwerk von erfolgreichen ehemaligen Schülern zurückgreifen, das vielleicht attraktive Praktikumsstellen bietet und beim weiteren beruflichen Weg weiterhelfen kann.

Bildquelle: Getty Images

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