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Den Vornamen ändern lassen? So kann es funktionieren

Den Vornamen ändern lassen? So kann es funktionieren

Triftige Gründe

Den Vornamen ändern lassen, ist meist für Erwachsene ein Thema, wenn sie seit Kindertagen unter ihrem Namen gelitten haben. Was aber, wenn ihr euch für einen besonders wohlklingenden Namen entschieden habt mit dem ihr etwas verbindet und später feststellt: Der Name bedeutet auf deutsch (oder in irgendeiner anderen Sprache) etwas ganz Schreckliches?

Wir Eltern geben uns bei der Namenswahl sehr viel Mühe, wälzen diverse Namensbücher, schreiben Listen und versuchen uns vorzustellen, wie das Leben mit Jannik, Emilia, Paul, Heddy oder Aria irgendwann mal sein wird. Einem Kind seinen Namen zu geben, ist eine große Aufgabe, die auch viele Emotionen aufrüttelt.

Vornamen auswählen

Wenn ihr beispielsweise Vorfahren aus einem anderen Land habt, ist es eine schöne Tradition, eurem Kind neben einer möglichen bilingualen Erziehung auch einen Namen mitzugeben, der Verbundenheit mit eurer Familien signalisiert. Es kann auch sein, dass euch die Bedeutung des Namens total gut gefällt. Oder ihr möchtet einen Vornamen vergeben, der in euren Ohren besonders schön klingt. Menschen sind unterschiedlich und deswegen mögen wir alle natürlich auch sehr unterschiedliche Namen.

Vornamen ändern?

Was aber, wenn ihr nach der ersten Aufregung rund um Geburt und amtliche Eintragung merkt: Der Name passt überhaupt nicht zu meinem Kind? Oder ihr bekommt mit, dass euer Kind in der Kita oder Schule wegen des Vornamens gehänselt wird? Manchmal erfinden Kinder ja Reime oder Sprüche, auf die wir Eltern niemals kommen würden.

Vielleicht erfahrt ihr auch, dass der Namen in eurer Sprache eine wunderschöne Bedeutung hat, auf deutsch aber was total anderes und möglicherweise ganz fieses meint? Dann kann der Wunsch danach, den Vornamen ändern zu lassen, ganz schön groß werden.

Kann man den Vornamen ändern lassen?

Ja, prinzipiell ist das möglich. Ihr braucht aber einen wirklich guten Grund für die Namensänderung. Ein einfaches "gefällt mir doch nicht" wird dem Standesamt niemals ausreichen. Bei außergewöhnlichen Namen wird ja meist im Vorfeld schon geprüft, ob der Namen zulässig ist, damit es später nicht zu Änderungswünschen kommt.

Wo Vornamen ändern lassen?

Beim Standesamt, wo ihr auch den inzwischen ungeliebten Namen in die Geburtsurkunde eingetragen habt. Zwei Gesetze sind dabei entscheidend: Die Allgemeine Verwaltungsvorschrift zum Gesetz über die Änderung von Familiennamen und Vornamen (NamÄndVwV von 1980) und das Gesetz über die Änderung von Familiennamen und Vornamen (NamÄndG von 1964). Vereinfacht ausgedrückt besagt dies, dass Vornamen nur aus triftigen Gründen geändert werden dürfen.

„Vornamen dürfen nur geändert werden, wenn ein wichtiger Grund ihre Änderung rechtfertigt und dass das öffentliche Interesse an der Beibehaltung der bisherigen Vornamen geringer zu bewerten ist.“

Allgemeine Verwaltungsvorschrift zum Gesetz über die Änderung von Familiennamen und Vornamen (NamÄndVwV)

Wie die für euch zuständige Standesbeamtin dieses Gesetz auslegt, da gibt es tatsächlich etwas Handlungsspielraum. Vermutlich wird einer Namensänderung bei einem wenige Wochen alten Säugling eher zugestimmt, als bei einem Schulkind.

Vornamen: Von außergewöhnlich bis zeitlos (Duden Namenbücher)
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Vornamen: von beliebt bis ausgefallen (GU Großer Kompass Partnerschaft & Familie)
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Eltern-Wissen. Vornamen: Über 6000 Namen mit Herkunft und Bedeutung. In Zusammenarbeit mit ELTERN
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Wie kann ich den Vornamen ändern lassen?

Zunächst müssen sich beide Elternteile einig sein, dass eine Namensänderung gewünscht wird. Will nur eine*r von euch den Namen ändern lassen, schmälert das eure Chance auf Erfolg erheblich.

Seit ihr euch einig, geht ihr zum Standesamt und müsst dort den Grund für euren Wunsch auf Namensänderung angeben. Ein triftiger Grund wäre, wenn das Kindswohl gefährdet ist. Ein Beispiel dafür wäre, dass euer Grundschulkind aufgrund seines Vornamens so massiv gemobbt wird, dass es selbstmordgefährdet ist.

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Was kostet es, den Vornamen ändern zu lassen?

Namensänderungen, bei denen nur die Schreibweise verändert wird, sind selten ein Problem. Das ist der Fall, wenn beispielsweise aus Alexander plötzlich Alex oder aus Jessica eine Jessika werden soll. Auch den Bindestrich bei einem Doppelnamen könnt ihr meist ohne große Probleme ändern lassen. Diese Namensänderungen mögen klein erscheinen, sie gehen aber dennoch ins Geld. Ab 250 € Gebühren kostet eine solche Änderung, die meist ja eher kosmetischer Natur ist.

Gründe um den Vornamen ändern zu lassen

Nicht alle hier genannten Gründen müssen vom Standesamt akzeptiert werden, aber es gab immer Einzelfallentscheidungen, bei denen es geklappt hat.

  • Lädt der Name zu Wortspielen ein und gibt das Kind der Lächerlichkeit preis?
  • Sind traumatische Ereignisse im Leben eurer Kinder passiert, die mit dem Namen zu tun haben?
  • Ist der Name sehr umständlich auszusprechen und kompliziert zu schreiben?
  • Empfindet die Mehrheit der Bevölkerung den Namen als anstößig?
  • Spiele religiöse Motive eine Rolle?
  • Lässt der Name keine Rückschlüsse auf das Geschlecht eures Kindes zu? In Deutschland müssen Namen eindeutig einem Geschlecht zugeordnet werden können, im Zweifelsfall kann das bei genderneutralen Vornamen auch über den Zweinamen geschehen.
  • Wurde an eurem Kind eine Geschlechtsumwandlung durchgeführt?

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Meine Meinung

Einen Vornamen für das eigene Kind auszuwählen ist eine riesige Aufgabe. Denn für jedes Elternteil sind dabei andere Aspekte wichtig. Mir erzählte mal eine Mutter, dass sie den Namen ihres wenige Monate alten Kindes wieder ändern lassen möchte, weil er in ihrer Landessprache zwar etwas wunderschönes bedeutet, sich in Deutschland aber alle darüber lustig machen würden. Weil er hier eben etwas ganz anderes bedeutet.

In solchen Fällen kann ich eine Namensänderung total gut verstehen. Wenn man nach der Geburt aber feststellt, dass Emma sich weniger "schön" anhört als Lilly, (was ja jede*r anders sieht) dann bin ich ziemlich sicher, dass der Änderung nicht stattgegeben wird.

Bildquelle: getty images / iStock / Getty Images Plus/ LSOphoto

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