Frühgeburt – lässt sie sich vermeiden?

Von den Anzeichen einer eventuellen Frühgeburt hast du bestimmt schon gehört. Und auch die Faktoren, die eine Schwangerschaft gefährden, sind dir größtenteils bekannt. Jetzt musst du dich nur noch so verhalten, dass du möglichst viele der Risiken ausschließen kannst.

Jede werdende Mama ist froh, wenn die SSW 37 erreicht ist. Denn dann gilt das Neugeborene nicht mehr als Frühgeburt. Bereits ab der 33. Schwangerschaftswoche ist die Entwicklung des Fötus so weit wie bei einem Baby, das zum errechneten Geburtstermin auf die Welt kommt. In Deutschland sind im Jahr 2016 allerdings fast 67.000 Kinder vor der 37. Schwangerschaftswoche geboren worden. So besagen es die Zahlen des Bundesverbands "Das frühgeborene Kind". Das entspricht 8,6 Prozent, und damit hat Deutschland eine der höchsten Frühgeborenen-Raten in ganz Europa.

Stress, Alkohol und Nikotin sind einige Faktoren, die eine Frühgeburt verursachen können.

Stress, Alkohol und Nikotin sind einige Faktoren, die eine Frühgeburt verursachen können.


Frühgeburt – so kannst du vorbeugen

Was während der Schwangerschaft dem Fötus schaden kann, weißt du ziemlich sicher, wenn du schwanger bist oder es werden möchtest. Man kann es dennoch nicht oft genug wiederholen und betonen, wodurch sich das Risiko einer Fehlgeburt erhöhen kann.

Risikofaktoren für eine Frühgeburt sind: 

  1. Stress (in Beruf oder Familie)
  2. Bluthochdruck
  3. Infektionen; besonders riskant können Infektionen der Harnwege sein
  4. Praeklampsie (früher: Gestose, Schwangerschaftsvergiftung)
  5. zu viel Fruchtwasser in der Fruchtblase
  6. Mehrlingsschwangerschaft
  7. vorrangegangene Früh- oder Fehlgeburten
  8. Rauchen
  9. Alkohol
  10. Drogen
  11. extremes Übergewicht
  12. starkes Untergewicht
  13. Eisenmangel
  14. ungesunde und Mangelernährung
  15. späte Schwangerschaft

Darüberhinaus konnte man mittlerweile noch einige weniger bekannte Risiken ausmachen, die eine Frühgeburt verursachen können:

  • Infektionen des Mund- und Rachenraumes: Bei Entzündungen des Zahnfleisches haben Schwangere ein etwa viermal höheres Risiko für eine Frühgeburt.
  • In-vitro-Fertilisation: Da meistens mehr als eine befruchtete Eizelle eingesetzt wird, steigt das Risiko für Mehrlingsschwangerschaften und dadurch auch für Frühgeburten um 40 bis 60 Prozent. Das haben die Studien von italienischen Wissenschaftlern vom San Raffaele Hospital in Mailand ergeben.
  • Migrationshintergrund: Schwangere aus Krisenländern haben ein höheres Risiko, ein Kind zu früh auf die Welt zu bringen - auch noch nach jahrelangem Aufenthalt in Deutschland. Zu diesem Ergebnis kommt KiGGS, eine Langzeitstudie des Robert-Koch-Institutes zur gesundheitlichen Lage von Kindern und Jugendlichen in Deutschland.

Frühgeburt - die Anzeichen

Sicher achtest du während der Schwangerschaft besonders aufmerksam auf deinen Körper. So wirst du Veränderungen auch schnell bemerken, die du dann mit deiner Frauenärztin oder deinem Gynäkologen besprechen kannst. Deine regelmäßigen Kontrolluntersuchungen bleiben davon unberührt.

Anzeichen für eine verfrühte Geburt können sein:

  1. vorzeitige Wehen
  2. Blutungen
  3. geöffneter Muttermund

Kommen diese drei Faktoren zusammen, sieht es sehr nach einer bevorstehenden Frühgeburt aus. Du solltest dann dringend ärztlichen Rat einholen. Auch wenn du Fruchtwasser verlierst, kann das ein Anzeichen für eine Frühgeburt sein – muss es aber nicht, da bei manchen Frauen ab und zu etwas Fruchtwasser abgeht, ohne dass das für Kind und Mutter riskant wäre.

Frühgeburt – so kannst du sie vermeiden

Restlos risikolos kann eine Schwangerschaft nicht sein, und zu hundert Prozent ausschließen kann man eine Frühgeburt auch nicht. Doch du kannst den Verlauf deiner Schwangerschaft positiv beeinflussen und von den genannten möglichen Auslösern sicherlich einige ausschließen.

Vorbeugung gegen eine Frühgeburt – was du selber tun kannst:

  • Verbessere deine allgemeine Gesundheit!
  • Vermeide seelischen Stress!
  • Verringere die körperlichen Anstrengungen!

Wenn du diese Punkte beherzigst, die genannten Risikofaktoren ausschließt und auf eventuelle Anzeichen achtest, hast du gute Chancen, eine Frühgeburt zu vermeiden, oder zumindest die Geburt möglichst lange hinauszuschieben. Dabei zählt jeder einzelne Tag, an dem sich das Ungeborene im Mutterleib noch weiter entwickeln kann. Allen Müttern von Frühchen sei zum Trost gesagt, dass sich die Überlebens- und Entwicklungschancen von Frühgeborenen im Vergleich zu früher deutlich erhöht haben, dank stark verbesserter Perinatalmedizin und Neonatologie.

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