Auch Männer bekommen Baby-Blues

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Auch Männer bekommen Baby-Blues

Postpartale Depression betrifft nur Frauen? Laut einer amerikanischen Studie leiden zehn Prozent der Väter unter Baby-Blues. Bei Männern macht er sich jedoch meist anders bemerkbar.

Die neue Situation mit Baby kann auch den stärksten Mann umhauen.

Zirka jede dritte Frau verfällt nach der Geburt in den sogenannten Baby-Blues. Zehn bis 15 Prozent der frisch gebackenen Mütter leiden an einer ernsthaften Wochenbettdepression. Als Hauptursache dafür gilt der hormonelle Umschwung, der bis zum siebten Tag nach der Entbindung eintritt. Wie US-Forscher jetzt heraus gefunden haben, ist der Babyblues aber kein ausschließlich weibliches Problem. Sie analysierten 34 Studien zu diesem Thema und fanden heraus, dass mehr als zehn Prozent der Väter nach der Geburt ebenfalls an depressiver Verstimmung leiden. Vor allem Männer, deren Partnerin an postpartaler Depression erkrankt ist, tragen ein erhöhtes Risiko, diese ebenfalls zu entwickeln. Die Veränderungen, die das Leben mit Baby mit sich bringen, sowie mögliche Zweifel und Überforderung der Mütter wirken sich auch auf die Väter aus.

Baby-Blues wirkt sich bei Männern anders aus

Die wenigsten Neu-Väter bringen ihren Gemütszustand mit einer Wochenbettdepression in Zusammenhang. Als Hauptauslöser nennen die Forscher Schlafmangel, der auch erst drei bis sechs Monate nach der Geburt des Babys einen negativen Einfluss auf die Stimmung haben kann. Laut Studie verändert sich der Hormonspiegel von Vätern nach der Geburt ebenfalls. So falle der Testosteronspiegel und steige der Östrogenspiegel, was sich auf den Gemütszustand niederschlagen kann.
Männer mit Baby-Blues leiden unter anderen Symptomen als Frauen. Während Mütter über Erschöpfung klagen, äußert sich die depressive Stimmung bei Vätern eher in Aggressivität und Gewaltausbrüchen. Im schlimmsten Fall kann eine postpartale Depression bei Männern zu Spielsucht, außerehelichen Affairen und Missbrauch von Genussmitteln führen.

Baby-Blues bei Männern sollte kein Tabuthema bleiben

Damit es erst gar nicht so weit kommt, sollten Männer nach der Geburt ihres Kindes möglichst offen über ihre Gefühle sprechen. Der Irrglaube, dass nur Mütter nach der Geburt an depressiven Verstimmungen erkranken können, führt zu einer Tabuisierung des Themas Baby-Blues bei Männern. Die US-Forscher empfehlen daher, bei der Behandlung von Baby-Blues und postpartaler Depression von vornherein beide Elternteile miteinzubeziehen.

Bildquelle: Thinkstock

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