Mutterschutz: Das Mutterschutzgesetz im Überblick

Wenn du schwanger bist, hast du besondere Rechte. Geregelt sind diese im Mutterschutzgesetz. Doch nicht nur der Arbeitgeber hat Vorschriften, an die er sich halten muss. Auch du als Schwangere hast einige Pflichten.

Mutterschutzgesetz: Neuregelung vom 30.03.2017

Nach 65 Jahren bekommt das angestaubte Mutterschutzgesetz endlich eine Generalüberholung und wird den Bedürfnissen der Zeit angepasst. Vor allem Schülerinnen und Studentinnen profitieren von der Neuregelung. Sie waren bisher vom Mutterschutzgesetz ausgeschlossen. Jetzt werden sie dann zum Beispiel auch das Recht haben, wichtige Prüfungen nachholen zu können, an denen sie wegen der Schwangerschaft oder in der Stillphase nicht teilnehmen konnten. Die neuen Regelungen gelten ab dem 1. Januar 2018.

Außerdem ermöglicht das neue Mutterschutzgesetz Frauen mehr Freiheiten. So soll es jeder Schwangeren möglich sein, auf eigenen Wunsch länger bis vor der Geburt zu arbeiten. Das hatten vor allem Ärztinnen immer wieder bemängelt. Auch die Nach- und Wochenendearbeit soll gelockert werden. Bisher hat das Gesetz Schwangere und Müttern, die arbeiten wollten schnell einen Riegel vorgeschoben.

"Besonders wichtig ist, dass wir den Mutterschutz für Mütter von Kindern mit Behinderung verbessern konnten: Sie sollen künftig die Möglichkeit haben, ihre Schutzfrist um 4 Wochen zu verlängern, auf 12 Wochen, die es heute für Früh- und Mehrlingsgeburten schon gibt.", erklärt Familienministerin Manuela Schwesig (SPD). Dieses zentrale Anliegen gilt daher auch ab sofort, mit Verkündung des Gesetzes. Das Gleiche gilt für den Kündigungsschutz für Frauen nach einer nach der zwölften Schwangerschaftswoche erfolgten Fehlgeburt.

Mehr Informationen dazu auch beim Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Der Mutterschutz im Überblick

Wenn der Babybauch gegen Ende der Schwangerschaft ständig irgendwie im Weg und jede Bewegung zu viel ist, sind werdende Mütter froh endlich in den wohlverdienten Mutterschutz gehen zu dürfen. Der gesetzliche Mutterschutz beginnt etwa sechs Wochen vor der Geburt und schützt Mutter und Kind auch noch bis zu zwei Monate danach. Bei Früh- oder Mehrlingsschwangerschaften wird der Schutz auf 12 Wochen verlängert. In dieser Zeit dürfen Frauen, die eigentlich einen festen Job haben nicht mehr beschäftigt werden – dazu ist der Arbeitgeber verpflichtet. Das gilt für alle Festangestellte und Teilzeitbeschäftigte, Auszubildende, Hausangestellte oder Heimarbeiterinnen. Für Beamtinnen gelten Sonderregelungen. Derzeit vom Mutterschutzgesetz ausgenommen sind Selbstständige, Geschäftsführerinnnen, Freiberuflerinnen und Studentinnen.

Wie der Mutterschutz Schwangere absichert


Festgehalten ist das, zusammen mit anderen Schutzregelungen, im Mutterschutzgesetz (MuSchG). Primär dient dieses Gesetz dazu, die werdende Mutter und ihr ungeborenes Kind vor Gefahren am Arbeitsplatz zu schützen. Doch jeder Schwangeren kommen durch den gesetzlichen Mutterschutz auch besondere Rechte zu. So kann ihnen beispielsweise nicht einfach gekündigt werden. Hier haben wir für dich die wichtigsten Punkte des Mutterschutzgesetzes zusammengefasst.

Du bist also sowohl während der Schwangerschaft als auch die ersten beiden Monaten nach der Geburt durch den gesetzlichen Mutterschutz gut abgesichert - auch finanziell. Doch der Arbeitgeber verpflichtet sich nicht nur dazu, sich an diese Schutzfristen und Ausgleichszahlungen zu halten. Er muss dir auch zu jeder Zeit garantieren können, dass für dich und das Baby keine Gefahr besteht. Deshalb ist im Mutterschutzgesetz außerdem genau geregelt, wie lange eine Schwangere noch arbeiten darf und welche Arbeiten sie noch leisten darf. Es gelten folgende Verbote:

  • Regelmäßiges Tragen oder Heben von Lasten, die mehr als fünf Kilogramm wiegen
  • Ständiges Stehen, häufiges Beugen, Recken oder Strecken. Zudem sind Leitern, Gerüste oder ähnliche Gefahren verboten
  • Der Umgang mit radioaktiven Materialien, Giftstoffen und Krankheitserregern
  • Fließband- bzw. Akkordarbeit
  • Arbeit bei Nacht oder an Sonntagen (nach 20 Uhr)
  • Zudem ist es ab dem dritten Schwangerschaftsmonat untersagt, in Beförderungsmitteln wie Flugzeugen, Bussen und Taxis zu arbeiten. Sowohl als Fahrerin als auch als Stewardess oder Kontrolleurin.

Der gesetzliche Mutterschutz regelt also viele wichtige Details, die dir die Vorbereitung auf die Geburt und die erste Zeit mit Baby erleichtern. Also genieße die sechs Wochen freie Zeit, um dich zu entspannen, Kraft zu tanken - fernab vom Arbeitsstress. Denn letztendlich erhöht auch Stress das Risiko einer Frühgeburt.

Und auch wenn das Baby endlich da ist, gilt das gleiche. Nimm dir die Zeit, die dir der Mutterschutz zuspricht: Vor allem, damit sich der Körper regenerieren kann und du eine Bindung zu dem Baby aufzubaust. Dieses sogenannte Bonding ist wichtig für seine ganze weitere Entwicklung.

Außerdem steht dir auch Mutterschaftsgeld zu. Alles, was du dazu wissen musst, findest du im nachfolgenden Artikel:

Deine Pflichten im Mutterschutz

Doch ganz umsonst sind all diese Schutzmaßnahmen, die dir als Schwangere beziehungsweise als Wöchnerin zukommen, nicht. Auch du musst ein paar Pflichten erfüllen. Zunächst muss erwähnt werden, dass der gesetzliche Mutterschutz nur dann greift, wenn du deinen Arbeitgeber rechtzeitig über deine Schwangerschaft informiert hast.

Einen festen Stichtag gibt es dafür nicht. Zu Anfang des zweiten Trimesters ist ein guter Zeitpunkt, dann ist die erste noch kritische Phase der Schwangerschaft vorbei und der Babybauch noch nicht so groß, dass dein Mutterglück schon offensichtlich ist. Normalerweise reicht es aus, deinem Arbeitgeber zu melden, dass du schwanger bist. Allerdings kann dieser von dir auch einen schriftlichen Nachweis verlangen. Diesen stellt die Hebamme oder der Frauenarzt aus, inklusive des voraussichtlichen Geburtstermins.

Wie oben bereits erwähnt sind manche Arbeiten für Schwangere kategorisch verboten. Vor allem solche Tätigkeiten, die viel körperliche Anstrengung bedeuten oder ein großes gesundheitliches Risiko bergen. Aber auch ein genauer Blick in den Impfpass kann manchmal zu einem Beschäftigungsverbot in der Schwangerschaft führen. Lies hier mehr darüber:

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