Bettdecken Test: Stiftung Warentest empfiehlt diese Decken

Kuschelzeit

Bettdecken Test: Stiftung Warentest empfiehlt diese Decken

Nicht nur kuschelig müssen sie sein: Eine gute Bettdecke soll uns im Winter schön warm halten und gleichzeitig auch noch atmungsaktiv sein. Stiftung Warentest testete nun verschiedene Bettdecken und kam zu dem Ergebnis: Eine gute Decke muss gar nicht teuer sein.

Mehr als 24 Jahre unseres Lebens schlafen wir. Okay, diese unfassbar große Zahl muss man erst einmal verdauen. Ist der erste Schreck aber überwunden, wird schnell klar, wie wichtig ein vernünftiges Bett, eine bequeme Matratze und nicht zuletzt auch eine gute Bettdecke sind. Letztere hat Stiftung Warentest Ende 2019 einmal genauer unter die Lupe genommen. Im großen Bettdecken Test wurden insgesamt 14 Decken auf Herz und Nieren getestet. Viele Bettdecken schnitten gut ab, ein Modell fiel mit der Note 5,1 durch.

So hat Stiftung Warentest die Bettdecken getestet

Stiftung Warentest hat für den Bettdecken Test 13 Duo-Bettdecken (hierbei werden zwei Deckenteile aufeinander genäht; zwischen den Schichten entsteht eine Luftzone, die als Klimazone dient) und eine einfache Monobettdecke in den Größen 135 bis 140 cm Breite und 200 cm Länge getestet. Elf der Decken haben eine Füllung aus Synthetik, drei bestehen aus Naturfasern. Überprüft wurden die Schlafeigenschaften, z. B. wie atmungsaktiv und anschmiegsam die Decke ist (60 %), die Haltbarkeit (30 %) sowie die Genauigkeit der Beschriftungen, z. B. die Waschanleitung (10 %). Gekauft wurden die Bettdecken im Februar und März 2019.

Bettdecken Test: Die Testergebnisse im Überblick

Die gute Nachricht zuerst: Alle Decken im Test halten warm und taugen als Winterdecken. Allerdings überstanden ein paar Modelle das Waschen nicht ganz so gut. Gerade, wenn man nachts zum Schwitzen neigt, ist das aber wichtig. Und nach einer Krankheit möchte man seine Bettdecke ja auch meist ganz gerne einmal waschen. Sieben der insgesamt 14 Bettdecken schnitten bei Stiftung Warentest mit “gut” (2,4 bis 2,5) ab, fünf erhielten immerhin die Gesamtwertung “befriedigend”. Ein Modell erhielt die Note “ausreichend” und eins fiel mit einem “mangelhaft” sogar durch. Nach dreimaligem Waschen schrumpfte diese Decke bereits auf Miniaturformat – und das, obwohl die Stiftung sich genau an die Waschangaben des Herstellers hielt.

Der Testsieger: Mehrere erste Plätze aus verschiedenen Materialien

Insgesamt teilen sich mehrere der getesteten Bettdecken den ersten Platz: Bei den Bettdecken aus Naturfasern schaffte es die Kamelhaardecke Billerbeck Natur Classic (z. B. über Otto für 189,99 € erhältlich) auf Platz eins. Sie erhielt die Gesamtwertung 2,4 und erwies sich als sehr atmungsaktiv, wärmte gut und bildete keine Klümpchen nach dem Waschen. 

Klarer Preis-Leistungs-Sieger wurde die Bettdecke Meradiso Duo-Steppbett Polygiene von Lidl. Mit schlappen 24,99 € im Online-Shop und hervorragenden Testergebnissen (ebenfalls Gesamtnote 2,4) überzeugte dieses Modell aus Synthetik. Für Stark-Schwitzer ist die Lidl-Bettdecke allerdings nicht gut geeignet, da sie deutlich weniger atmungsaktiv ist, als das Modell aus Kamelhaar. Im Test gab es immerhin ein “befriedigend”, die Atmungsaktivität ist also mittelmäßig.

Ebenfalls gut aber leider nicht mehr im Handel ist die Decke Vitalis Soft Duo Steppbett von Matratzen Concord. Daher konzentrieren wir uns auf das nächstbeste Modell im Test: Die Bettdecke Texas von f.a.n. liegt mit gut 60 € über Amazon und einer Gesamtwertung von 2,5 mit dem Modell von Matratzen Concord fast gleich auf. Wie auch die Lidl-Bettdecke konnte diese Decke mit der Atmungsaktivität der Kamelhaardecke nicht mithalten, auch hier ist sie eher mittelmäßig (“befriedigend”). 

Last but not least wäre da noch die Bettdecke Vital Plus Winterbett von Centa-Star zu nennen. Sie erhielt die Gesamtnote “gut” (2,5), ist mit 189 € über Amazon aber deutlich teurer als die Modelle von f.a.n. oder Lidl. Wie die anderen Testsieger auch überzeugte sie mit einer guten Verarbeitung und Langlebigkeit. 

Die vier Testsieger des Bettdecken Tests im Detail

Die Kamelhaardecke Natur Classic von Billerbeck

Die Kamelhaardecke erwies sich im Test, in dem sie eine Gesamtwertung von “gut” (2,4) erhielt, als die perfekte Bettdecke für all diejenigen, die nachts gerne mal ins Schwitzen geraten. Sie ist nicht gerade preiswert und dazu recht schwer, dafür aber besonders atmungsaktiv und bequem. Sie hält sehr warm, durch das weiche Kamelhaar ist sie sehr anschmiegsam und feuchtigkeitsregulierend – perfekt für einen angenehmen Schlaf. Daher wurde die Billerbeck-Bettdecke auch Testsieger bei den Decken aus Naturmaterialien. Durch eine hochwertige Verarbeitung und keinerlei Probleme (z. B. Klümpchenbildung) beim Waschen, erntete sie in punkto Haltbarkeit die Note 2,1. Kleiner Punktabzug von uns: Die Decke muss in die Reinigung gebracht werden und darf nicht in der Waschmaschine gewaschen werden. 

Preis: Die Kamelhaardecke ist z. B. über Otto für 189,99 € erhältlich.

Bettdecke Meradiso Duo-Steppbett Polygiene von Lidl

Unschlagbar günstig ist die Bettdecke von Lidl, die es ebenfalls auf eine Gesamtwertung von 2,4 schaffte. Sie gehört zu den Synthetik-Bettdecken, Füllung und Hülle bestehen zu 100 % aus Polyester. Kein Wunder also, dass die Decke nicht so atmungsaktiv ist, wie das Modell aus Naturfasern. Immerhin reichte es hier aber noch für die Note “befriedigend”. Die Decke ist insgesamt sehr anschmiegsam und macht laut Stiftung Warentest einen guten Gesamteindruck. Auch die Verarbeitung wurde als sehr gut bewertet, beim Waschen in der Waschmaschine (60 Grad) gibt es ebenfalls keinerlei Probleme, die Füllung bleibt an ihrem Platz und die Decke läuft nicht ein, sofern man sich an die Waschanleitung hält. Sie darf nach dem Waschen sogar in den Trockner wandern. 

Preis: Die Bettdecke von Lidl ist im Lidl-Onlineshop für knapp 24,99 € erhältlich.*

Bettdecke Texas von f.a.n.

Sehr ähnlich wie die Lidl-Decke schnitt auch das Modell Texas der Marke f.a.n. ab. Immerhin “befriedigend” im Bereich Atmungsaktivität, schön warm und gut verarbeitet – dafür vergab die Stiftung Warentest eine Gesamtnote von 2,5. Mit 60 € gehört sie ebenfalls zu den günstigeren Bettdecken im Test. Auch die Texas-Bettdecke lässt sich bei 60 Grad in der Waschmaschine waschen und darf anschließend auch gleich noch in den Trockner. Für die Waschbarkeit gab es insgesamt die Note “gut”. Kleiner Pluspunkt: Die Füllung besteht aus Polyester, die Hülle aber immerhin aus Baumwolle.

Preis: Das Bettdecken-Modell Texas der Marke f.a.n. ist für 60 € über Amazon erhältlich.

Bettdecke Vital Plus Winterbett von Centa-Star 

Ebenfalls keine großen Unterschiede zur Lidl- und Texas-Bettdecke macht das Modell Vital Plus Winterbett von Centa-Star. Außer vielleicht im Preis: Mit knapp 190 € ist das Modell deutlich teurer als seine beiden Synthetik-Konkurrenten. Als Gesamtnote vergab die Stiftung Warentest auch hier eine 2,5. Glänzen konnte die Bettdecke vor allem mit einer sehr guten Verarbeitung, einer guten Waschbarkeit in der Waschmaschine (ebenfalls trocknergeeignet) sowie einer sehr guten Anschmiegsamkeit. Die Atmungsaktivität wurde auch bei diesem Modell wieder als “befriediegend” bewertet. Auch das Vital Plus Winterbett ist mit Polyester gefüllt und von Baumwolle ummantelt. 

Preis: Die Bettdecke von Centa-Star bekommt ihr z. B. über Amazon für 189 €.*

Die Verlierer: Schlechte Waschbarkeit lässt Bettdecke durchfallen

Komplett gefloppt ist im Bettdecken Test das Modell Cube Merino Duo Steppbett der Marke Traumina. Bereits nach dreimaligem Waschen war die Decke sehr stark eingelaufen und zeigte  dazu noch deutliche Veränderungen der Füllung. Anschließend war sie praktisch unbrauchbar. Ärgerlich, trägt die Bettdecke mit knapp 180 € doch einen recht stolzen Preis. Das Ergebnis ist sehr schade, schließlich ist Merinowolle eigentlich ein tolles Material für Bettdecken: Die aufgebauschte Wolle kann Luft gut einschließen und nimmt viel Wasserdampf auf. Scheinbar jedoch nur beim Schwitzen und nicht beim Waschen.

Familie.de-Kaufberatung für Bettdecken

Bettdecken solltet ihr so individuell auswählen, wie ihr auch eure Kleidung aussucht: Jeder Körper hat andere Eigenschaften: der eine friert nachts und bekommt Eisfüße, der andere fühlt sich unter einer Decke schnell wie in einer Sauna. Daher sollte eine Decke auf eure persönlichen Bedürfnisse abgestimmt werden. Hier seht ihr verschiedene Materialien und ihre Eigenschaften, die euch beim Bettdeckenkauf Orientierung bieten können:

  • Hanf: Decken aus Hanf kommen ganz ohne Tierhaare und Erdöl aus. Hanf ist nachwachsend, atmungsaktiv und transportiert Feuchtigkeit gut. Im Bettdecken Test fiel ein getestetes Modell aus Hanf allerdings durch, da es nach dem Waschen stark einlief. Hier gilt also: Augen auf beim Deckenkauf.
  • Kamelhaar: Kamelhaar eignet sich besonders für Nachtschwitzer. Das Material ist teuer und schwer, dafür aber auch besonders atmungsaktiv und gemütlich.
  • Polyester: Das Material ist vor allem für preisbewusste, weniger für umweltbewusste Käufer geeignet. Die synthetische Faser wird aus Erdöl hergestellt. Decken aus Polyester isolieren gut und sind besonders leicht. In punkto Atmungsaktivität überzeugen sie allerdings weniger, daher sind Polyesterdecken eher für diejenigen geeignet, die nachts wenig schwitzen.
  • Lyocell: Wieder eher ein Modell für Trockenschläfer, auch wenn die aus Pflanzenfasern wie Eukalyptus industriell hergestellten Decken als halbwegs  atmungsaktiv gelten. Die Lyocell-Polyester-Füllung, die auch ein Modell aus dem Test hatte, verformte sich allerdings beim Waschen.
  • Daunen: Daunendecken halten sehr warm, sind dafür allerdings nicht optimal, wenn es darum geht, Feuchtigkeit zu absorbieren. Viele Menschen haben zudem Bauchschmerzen bei dem Gedanken, dass für ihre Daunendecke womöglich Tiere leiden, daher geht der Trend immer weiter weg von Daunendecken.

Quelle: Stiftung Warentest

Lisa Purrio
Das sagtLisa Purrio:

Mein Fazit

Ich muss ehrlich gestehen, dass ich mir über die Qualität meiner Bettdecke bislang wenige Gedanken gemacht habe. Mit meiner mittelwarmen und günstigen Ikea-Bettdecke aus Lyocellmischung, die ich seit vielen Jahren nutze, bin ich meistens recht zufrieden. Ich habe allerdings manchmal das Gefühl, dass sie nicht besonders atmungsaktiv ist. Beim Zubettgehen bin ich ein Kandidat mit Eisfüßen, der dann aber über Nacht trotzdem zum Schwitzen neigt – beim nächsten Bettdeckenkauf werde ich wohl etwas mehr darauf achten, dass meine Bettdecke auch zu meinen persönlichen Bedürfnissen passt. 

Bildquelle: Getty Images/Halfpoint

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