Kindersitz Test: ADAC-Testsieger und Kaufberatung

Schnallt euch an!

Kindersitz Test: ADAC-Testsieger und Kaufberatung

Den besten Kindersitz zu finden ist nicht leicht, denn neben Preis, Komfort und Aussehen zählt vor allem eins: Die Sicherheit. ADAC und Stiftung Warentest nehmen regelmäßig Kindersitze unter die Lupe. Die besten Kindersitze 2019 aus dem ADAC-Kindersitz-Test findet ihr hier in unserer Kaufberatung.

Kindersitz Test: So wurde getestet

Die Portale ADAC und Stiftung Warentest nehmen sich regelmäßig Kindersitzen an und stellen fest: Nicht alle Kindersitze, die man kaufen kann, entsprechen den gängigen Sicherheitsempfehlungen. Wenn man bedenkt, dass wir jährlich in 2,6 Mio. Autounfälle verwickelt sind, gibt das zu denken. Laut Stiftung Warentest kann schon ein Aufprall bei 30 km/h tödlich sein. Aber auch außerhalb aller Schreckensszenarien macht ein guter Kindersitz im Alltag mit Baby oder Kind Vieles leichter: Beginnend mit der Handhabung (Kind einhändig anschnallen? Gewicht der Babyschale? Wie leicht kann ich den Gurt verstellen?) über den Sitzkomfort (Drücken die Oberschenkel zusammen? Ist die Kopfstütze gepolstert? Kann mein Kind gut drin schlafen?) zum Material (Ist der Bezug waschbar? Ist er schadstoffgeprüft?). So hat der ADAC im Kindersitz Test 2019 51 Modelle nach Sicherheit, Bedienung, Ergonomie, Schadstoffen, Verarbeitung und Reinigung bewertet. Im Vordergrund stand besonders der Aufpralltest: alle Produkte wurden im Seitenaufprall, Frontalaufprall und, auf den sicheren Gurtverlauf und auf Stabilität getestet.

Wer einen sicheren Kindersitz finden will, muss zunächst durch den Dschungel der Größen finden: Babyschale, i-Size, Gruppe 0/0+, 1, 2 oder 3? Der ADAC hat es uns Eltern leicht gemacht und die getesteten Autositze nach Alter des Kindes unterteilt: Kindersitze bis 1 Jahr, bis 1 ½, bis 4, bis 7 und bis 12. Wir haben und je Kategorie den Testsieger genauer angeschaut. Toll fürs Budget: während die Testsieger oft (zu Recht) teuer sind, schnitten auch einige günstige Kindersitze richtig gut ab.

Kindersitz Testsieger 2019: Diese Kindersitze schnitten besonders gut ab

In Puncto Sicherheit und Schadstoffbelastung schnitten besonders die Babyschalen von MAXI-COSI und Cybex gut ab. Der neue MAXI-COSI Jade, hier bei Baby Walz erhältlich*, gewann in der Kategorie Babyschalen bis ein Jahr. Besonders nennenswert ist auch der Inglesina Darwin i-Size auf Platz 2 der kleinen Babyschalen, der bereits für knapp 200 € zu haben und zu den günstigsten Babyschalen im Test zählt.

Testsieger der Babyschalen bis 1,5 Jahre ist der federleichte Avionaut Pixel, hier über Amazon*. In der Kategorie Klasse 0+/I (bis 4 Jahre) besetzten Modelle von BESAFE und Cybex die Top 4, Testsieger war der BESAFE iZi Kid X3 i-Size* (Babymarkt*).

Auch der Joie i-Spin 360, der mit 350 € vergleichsweise günstig ist, punktete sowohl in Sicherheit, als auch Schadstoffbelastung sowie allen anderen geprüften Kategorien bei den Kindersitzen bis 4 Jahre. Bei Modellen bis 12 Jahre schnitt die Britax Römer-Reihe besonders gut ab, mit dem Britax Römer Advansafix IV R, ebenfalls bei Babymarkt*.

Details zu den vier Testsiegern im Kindersitz Test

Testsieger der Babyschalen: MAXI-COSI Jade (Geburt bis ca. 1 Jahr)

MaxiCosi Babyschale Jade

Das Neue am MAXI-COSI Jade ist, dass er seitlich im Auto platziert wird. So bietet er besonderen Schutz und lässt sich extra leicht wieder entnehmen - nimmt aber auch zwei ganze Sitzplätze in Anspruch. Toll ist, dass Babys in der Babywanne flach liegen und ruhiger schlummern können. Wie immer ist die Babywanne mit MAXI-COSI-Kinderwagen kompatibel, für alle anderen Marken könnt ihr einen Adapter kaufen. Zulässig ist der Jade bis einer Körpergröße von 70 cm. Nachteile sind das Gewicht und die Beeinträchtigung der Sicht nach Draußen für euer Kleines. Der MAXI-COSI Jade  ist hier für ca. 215 € über Baby Walz erhältlich.* Die Isofix-Basisstation gibt es separat, hier ebenfalls bei Baby Walz für 190 €*.

Testsieger Babyschalen: Avionaut Pixel (Geburt bis ca. 1 ½ Jahre)

Avionaut Pixel

Euer Baby kann in der Babyschale mitfahren, bis sein Köpfchen über den oberen Rand hinauswächst, bis ca. 86 cm Körpergröße. Der Einbau erfolgt auch hier mit Isofix-Basis. Das Tolle: Die Babyschale ist mit 2,5 kg besonders leicht! Ein Nachteil ist die etwas aufwendige Anbringung, bei der der Bügel immer erst umgeklappt werden muss. Der Pixel ist z. B. für knappe 200 € bei Amazon erhältlich*.

Testsieger Kindersitze bis 4 Jahre: BESAFE iZi Kid X3 i-Size (Isofix)

BeSafe Kindersitz TestsiegerBisher der einzige Kindersitz, der bis 4 Jahre durchgängig (und ausschließlich) rückwärts gerichtet verwendet werden kann. Sowohl Stiftung Warentest und ADAC empfehlen rückwärtsgerichtetes Fahren bis zu diesem Alter, weil so Nacken und Wirbelsäule im Falle eines Aufpralls optimal geschützt werden. Andere Modelle in dieser Altersklasse können und müssen ab spätestens ab 2 bis 3 Jahren nach Vorne ausgerichtet werden. Zwar nimmt er ganz schön viel Platz im Auto weg, kann aber per Isofix-Adapter in der Breite angepasst werden. Den BESAFE iZi Kid X2 i-Size (Isofix) gibt es hier bei Babymarkt für knappe 550 €*.

Testsieger Kindersitze bis ca. 12 Jahre: Britax Römer Advansafix IV R

Britax Roemer Kindersitz

Der Advansafix ist von 1 bis 12 Jahren geeignet – und somit einer der wenigen Kindersitze, die fast durchgängig verwendbar und trotzdem sicher sind. Das Anschnallen ist laut Kindersitz Test super einfach und die Sitzposition sehr günstig. Beim Frontcrash schneidet er aber nur durchschnittlich ab – und nur eine vorwärtsgerichtete Installation ist möglich. Den Advansafix gibt es für ca. 300 € bei Babymarkt*.

Kindersitz Test: Die Verlierer

Erschreckenderweise schnitten nicht alle Kindersitze mit “genügend”oder besser in der Rubrik Sicherheit ab, und bisher waren auch immer einige Modelle dabei, die durchfielen. Die gute Nachricht für Eltern: Nur eine der Babyschalen im Test flog wegen mangelhafter Sicherheit durch – der Chicco Oasys i-Size Bebecare, der auch in vorherigen Tests der Stiftung Warentest im Aufpralltest versagte. Ein größeres Problem bei vielen Produkten war die mehr als grenzwertige Schadstoffbelastung, wie beim Hauck iPro Baby + iPro Base (bis 1,5 Jahre) und dem MAXI-COSI TobiFix (bis 4 Jahre).

Interessanterweise war bei den Kindersitzen bis 12 Jahre Schadstoffbelastung überhaupt kein Thema und keins der Produkte fiel mit “mangelhaft” durch. Nicht so toll: sechs von elf Produkten in dieser Kategorie war beim Thema Sicherheit nur “befriedigend”, eins nur “ausreichend”.

familie.de-Kaufberatung: Die wichtigsten Kaufkriterien

ADAC und Stiftung Warentest haben es uns Eltern mit ihren Tests schon leicht gemacht: die wichtigsten Kaufkriterien neben Sicherheit sind Bedienung, Ergonomie, Schadstoffbelastung und Reinigung und Pflege. Aber was, wenn all das passt? Bei Kindersitzen sind auch Kleinigkeiten entscheidend: Größe und Maße (passt der Sitz in unser Auto), Installation (wollen wir einen Isofix oder reicht die Gurtanbringung) und Gewicht (wird vielleicht öfter das Auto gewechselt, die Babyschale oft entfernt?). Die erste Frage ist aber immer, welche Gruppe überhaupt in Frage kommt.

Kindersitze: Gruppen und Größen

Alle in der EU angebotenen Kindersitze müssen einer Norm entsprechen. Die Norm R44/04 legt fest, welche Produkte für welche Körpermaße von Kindern sicher zugelassen sind. So werden Kindersitze in verschiedene Gruppen unterteilt. Wichtig zu wissen: Seit 2013 trat eine neue Norm in Kraft, die parallel läuft: die R129-02, die Kindersitze nicht mehr nach Körpermaßen, sondern allein nach der Körpergröße des Kindes kategorisiert und umfassendere Testmaßnahmen einschließt. Produkte, die dieser Norm entsprechen, sind mit der Bezeichnung i-Size gekennzeichnet.

i-Size

Um Eltern den Kauf zu erleichtern, werden diese Kindersitze nur nach Körpergröße, nicht nach Alter und Gewicht kategorisiert. Denn: Schon anhand der Kleidergröße können wir relativ schnell bestimmen, ob unser Kind einen neuen Kindersitz braucht. Da es sich um eine laufende Kategorisierung handelt, wurden bisher nur Kindersitze bis 150 cm Körpergröße nach i-Size eingeteilt. Das Tolle: während Gruppen Eltern oft verwirren, sind i-Size-Kindersitze immer mitwachsend. Hier ist es wichtig, die Herstellerangaben zu beachten.

Gruppe 0 +:
Gewicht: 0 – 13 kg, Alter ca. 0 – 15 Monate, Körpergröße 0 – 90 cm
Gruppe 0 +/ 1
Gewicht 0 – 18 kg, Alter 0 – 4, Körpergröße 0 – 100 cm
Gruppe 1/ 2
Gewicht: 9 – 25 kg, Alter 1 – 7, Körpergröße 72 – 125 cm
Gruppe 1/ 2/ 3
Gewicht 9 – 36 kg, Alter 1 – 12, Körpergröße 75 – 150 cm
Gruppe 2/ 3
Gewicht 15 – 36 kg, Alter 2,5 bis 12, Körpergröße 95 – 150 cm

Kindersitz: Vorwärts- oder rückwärtsgerichtet?

Mindestens, bis Kinder laufen können, aber am besten bis sie 4 Jahre alt sind, sollten sie rückwärtsgerichtet fahren. Die Ausbildung der Nackenmuskulatur, die Kopf und Wirbelsäule stützt, ist erst ab vier Jahren komplett. Bei einem Aufprall werden diese vorwärtsgerichtet extremen Belastungen ausgesetzt. Das lange rückwärtsgerichtete Fahren hat aber auch ein paar Nachteile: Es ist schwerer, aus dem Fenster zu schauen und die Beine haben schnell wenig Platz. Dank immer strenger werdender Normen bieten Hersteller aber immer mehr Produkte an, die ein längeres Rückwärtsfahren angenehmer machen. Manchen Kindern kann beim Rückwärtsfahren schlecht werden. Für das Kommunizieren und Reichen von Snacks und Getränken ist ein am Rücksitz angebrachter Spiegel ideal.

Quellen:
ADAC
Stiftung Warentest
Statista

Jennifer Kober
Das sagtJennifer Kober:

Unser Familien-Fazit:

Bei uns war es im Frühling soweit: Unser Sohn war seiner MAXI-COSI-Babyschale entwachsen und wir standen vor der Qual der Wahl. Nach ewiger Recherche und einigen Debatten (Vorwärts? Rückwärts?) haben wir uns für den Testsieger des ADAC (BESAFE) entschieden, auch internationale Portale schienen sich hier einig zu sein. Für uns war die Tatsache, dass Kindersitze preislich so stark auseinander gehen aber ein Schock – und hat uns die Entscheidung nicht gerade leicht gemacht. Sicherlich ist die Investition auch davon abhängig, wie oft und wie lange man mit dem Auto unterwegs ist. Wir sind mit unserem Kindersitz vollends zufrieden und unser Kleiner fährt darin gerne Auto. Toll ist, dass er jetzt richtig aus dem Fenster schauen kann, denn der Sitz ist hoch genug. Dank Spiegel am Rücksitz ist das Rückwärtsfahren für ihn bisher kein Problem. Ich habe öfter darüber nachgedacht, ob wir vielleicht auf die Babyschale hätten verzichten können, weil viele Kindersitze dank i-Size ja bereits ab Geburt geeignet sind. Aber Fakt ist: Das schlafende Baby aus dem Auto unkompliziert mitnehmen zu können, hat uns so einige Termine und Ausflüge erleichtert. Den zugekauften Kinderwagenaufsatz für den MAXI-COSI haben wir allerdings nie wirklich benutzt.

Bildquelle: Getty Images

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