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Kindersitz-Test 2020: So urteilt Stiftung Warentest

Schnallt euch an!

Kindersitz-Test 2020: So urteilt Stiftung Warentest

Den besten Kindersitz zu finden, ist nicht leicht, denn neben Preis, Komfort und Aussehen zählt vor allem eins: die Sicherheit. Da das Angebot an Autokindersitzen mittlerweile unüberschaubar groß geworden ist, bringt nur ein fundierter Kindersitz-Test Licht ins Dunkel. Stiftung Warentest nimmt regelmäßig Kindersitze unter die Lupe. Die besten Kindersitze 2020, inklusive 14 neuer im Laufe des Jahres nachgetesteter Modelle von Stiftung Warentest, findet ihr hier.

Kindersitz-Testsieger 2020: Das sind die Testsieger

Geburt bis 25 kg In dieser Kategorie darf sich der Britax Römer Dualfix 2 R, erhältlich über babymarkt für 322,15 €, über ein "Gut" (2,4) freuen.
9 bis 36 kg Körpergewicht Ebenfalls ein "Gut" mit der Note 2,4 erzielte u.a. der rund 120 € teure Cybex Pallas B-Fix in dieser Gewichtsklasse.
15 bis 36 kg Körpergewicht Hier bekamen zwei Kindersitz-Gewinner mit der Note 2,1 ein "Gut": u.a. CBX Yari, erhältlich über Amazon für 136,42 €.
i-Size: bis 105 cm Körpergröße Das Sieger-Modell in dieser Kategorie ist der Silver Cross Dream + Dream i-Size Base für zusammen 448 € über Amazon, der mit "Sehr gut" (Note 1,5) bewertet wurde.
i-Size: 100 bis 150 cm Körpergröße Der Testsieger mit "Gut" und der Note 1,9 in dieser Kategorie ist der Cybex Solution Z i-Fix, erhältlich über babymarkt für 232,72 €.
Babyschalen "iSize: 45 bis 87 cm Körpergröße Ebenfalls die Nase vorn hat Cybex aktuell bei den Babyschalen, hier holt sich das Modell Cybex Aton B i-Size für 145,85 € plus die Isofix-Basis Base M für 166,45 € ein "Gut" mit der Note 1,7.

So lief der Kindersitz-Test von Stiftung Warentest ab

Im internationalen Gemeinschaftstest mit dem ADAC, anderen Automobilclubs und Verbraucherorganisationen wurden für 2020 ursprünglich 25 Autokindersitze für Neugeborene sowie für Kinder bis 36 Kilogramm Gewicht beziehungsweise 150 Zentimeter Körperlänge getestet. Gekauft wurden alle Modelle zwischen Dezember 2019 und Februar 2020. Im Test wurde auf Unfallsicherheit (50 %), Handhabung (40 %) und Ergonomie (10 %) geprüft.

Im Laufe dieses Jahres kamen noch einmal 14 zusätzliche Kindersitzmodelle hinzu. Mit dabei sind bekannte Anbieter wie Britax Römer, Cybex, Maxi-Cosi, BeSafe oder Recaro. Sie kosten zwischen 170 und satten 600 €. Der beste Sitz in diesem Test-Update ist für Babys und Kleinkinder geeignet (Größe von 40 bis 105 cm) und kostet 400 €.

Für beide Tests 2020 wurden die Prüfbedingungen weiterentwickelt. Stiftung Warentest schnallte die Sitze nun auf eine Karosserie vom aktuellen Typ VW Polo, bisher auf ein älteres Golf-Chassis. Für die Handhabung spielt das Gewicht der Sitze eine etwas größere Rolle, der Ein- und Ausbau wurde mit neuen Automodellen getestet.

Details zu den Testsiegern im Kindersitz-Test

Testsieger in der Kategorie "Geburt bis 25 kg Körpergewicht": Britax Römer Dualfix 2 R:

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Das geht ja schnell: Mit nur einem Handdruck lässt sich der Dualfix 2 R zur offenen Autotür drehen. So geht das Ein-und Aussteigen viel leichter. Ihr könnt ihn anfangs als Reboarder oder später in Fahrtrichtung nutzen, wenn euer Kleines groß genug ist. Der Kindersitz hat verstellbare Ruhepositionen, weiche Neopren-Spezial-Schulterpolster, ein 5-Punkt-Gurtsystem, einfach verstellbare Kopfstütze und Gute, tiefe und weich gepolsterte Seitenwangen, höhenverstellbares Stützbein und einen schnell abnehmbaren Bezug, wenn mal was daneben geht.

Preis: Britax Römer Dualfix 2 R, erhältlich über babymarkt für 322,15 €.

Testsieger in der Kategorie "9 bis 36 kg Körpergewicht": Cybex Pallas B-Fix

 

Bild: Hersteller

Ein unter dem Strich guter Kinder­sitz mit Fang­körper, für Kinder von 9 bis 36 Kilo. Da das nicht jedes Kind mag, solltet ihr den Sitz unbedingt vorher testen. Bei Frontal-Crashs gibt es nur die Wertung "Befriedigend" beim Schutz, beim Seitenaufprall ist der Schutz besser. Die Kombi mit einer Isofix-Halterung ist empfehlenswert, denn das erhöht die Seiten­stabilität und verhindert das Kippen des Sitzes bei Kurven­fahrt.

In manchen Fällen steht der Sitz stabiler im Fahr­zeug, wenn die Fahr­zeug­kopf­stütze entfernt, oder nach hinten gerichtet wieder einge­setzt wird. Der Sitz bietet dem Kind eine gute Ergonomie (Bein­auflage, Pols­terung, Sitz­position, Platz­angebot), beein­trächtigt aber die Sicht nach außen, das ist Quengeln vorprogrammiert. Der Sitz braucht wenig Platz im Auto. Mit 4,9 Kilogramm hat er ein geringes Gewicht. Das Entfernen des Bezuges ist etwas aufwändiger.

Preis: Cybex Pallas B-Fix für 120 €

Testsieger in der Kategorie "15 bis 36 kg Körpergewicht": CBX Yari

cbx yari
Bild: Hersteller

Genau wie sein kleiner Bruder CBX Xelo oben hat der CBX Yari dieselben starken Eigenschaften: integrierter Seitenaufprallschutz (L.S.P. System), 12-fach verstellbare Kopfstütze, neigungsverstellbare Rückenlehne, Belüftungssystem, eine einfache Befestigung mit Latch Connect System (Low und Top Tether) und einen abnehmbaren Bezug, den ihr bei 30° C in der Waschmaschine reinigen könnt.

Preis: CBX Yari erhältlich über Amazon für 136,42 €

Testsieger in der Kategorie "i-Size: bis 105 cm Körpergröße": Silver Cross Dream + Dream i-Size Base

silver cross dream
Bild: Hersteller

Der Testsieger punktet mit einem vierlagigen Seitenaufprallschutz und einer leicht verstellbaren Kopfstütze. Mit im Lieferumfang ist auch eine Neugeborenen-Einlage, die über abnehmbare Abschnitte zur Anpassung an euer Baby verfügt. Der Bezug besteht aus Bambusstoff, das den kleinen Fahrgast angenehm kühl halten soll.

Die Base ist i-Size-zugelassen. Ihr sichert die Basis mit den Isofix-Punkten eures Fahrzeugs, um den Sitz sicher auf Reisen zu befestigen. Praktisch: eine schnelle und einfache Installation mit Anleitungen, die sich von rot auf grün drehen, wenn der Sockel und der Träger richtig gesichert sind. Die getrennte i-Size-Basis erleichtert den Wechsel zwischen zwei Autos und die Umstellung von einer leichten Babyschale auf Autositz.

Der Hersteller bietet für dieses Modell eine Auto-Sicherheits-App für eine Schritt-für-Schritt-Anleitung an. Diese Checkliste hat CGI- und Audio-Kommentare, die Eltern die Gewissheit geben soll, dass ihr Autositz sicher und korrekt angebracht ist. 

Preis: Silver Cross Dream + Dream i-Size Base für zusammen 448 € über Amazon

Testsieger in der Kategorie "i-Size: 100 bis 150 cm Körpergröße": Cybex Solution Z i-Fix

cybex-solution-z-i-fix
Bild: Hersteller

Der wächst mit: Der Solution Z i-Fix ist so gebaut, dass er sich auf die aktuelle Größe eures Kindes optimal anpassen kann. Er hat eine neigungsverstellbare Kopfstütze und Rückenlehne, ein Sicherheitskissen als Teil der Kopfstütze, höhen- und automatische Breitenverstellung, ein integriertes L.S.P System Plus für erhöhte Sicherheit im Falle eines Seitenaufpralls und eine energieabsorbierende Schale, die die Aufprallkräfte vom Kind wegleitet. Der Isofix sorgt für eine einfache Installation und mehr Stabilität. Durch das Luftzirkulationssystem ist das Sitzklima auch bei heißen Temperaturen noch angenehm.

Preis: Cybex Solution Z i-Fix, erhältlich über babymarkt für 232,72 €.

Testsieger in der Kategorie "iSize: 45 bis 87 cm Körpergröße": Cybex Aton B i-Size + Isofix Base M

Bild: Hersteller

Die Cybex-Kombi aus Babyschale und Isofix-Halterung fährt den Testsieg bei den ganz Kleinen ein, also bei Kinder von der Geburt bis zum Alter von etwa eineinhalb Jahren. Die Gesamtnote 1,7, also unter dem Strich "Gut", spiegel ein sehr ausgewogenes Gesamtergebnis wieder. Bei den Schadstoffen gibt es nichts zu meckern, also einmal ohne Mängel durch.

In den anderen Bereich ist die Babyschale überall "Gut". Im Detail messen die Tester sehr gute Sicherheitswerte bei Frontal­aufprall, beim Seiten­aufprall immerhin "Gut". Die Gefahr einer Fehlbedienung wird als gering eingeschätzt und auch der Einbau ist insgesamt einfach. Auch das Anschnallen gelingt ohne Probleme.

Kinder haben im Cybex sehr viel Platz und eine gute Sicht nach außen. Den Bezug zu entfernen, ist etwas fummelig, eine Maschinen­wäsche ist aber möglich. Mit 4,3 Kilo für die Schale und noch einmal 6,4 Kilo für den Sitz, ist der Platzbedarf niedrig.

Preis: Insgesamt rund 300 €, die Cybex Aton B i-Size für 145,85 € plus die Isofix-Basis Base M für 166,45 €

Den vollständigen Testbericht von Stiftung Warentest könnt ihr hier nachlesen.

Kindersitz-Test 2020: Die Testergebnisse im Überblick

Bei den zehn Sitzen, die nach dem Gewicht des Kindes gehen, schnitt in der Kategorie "Geburt bis 25 kg" ein Produkt mit der Note "Gut" ab, bei den darauffolgenden Gewichtsklassen "9 bis 36 kg" und "15 bis 36 kg" haben jeweils zwei Modelle die Bewertung "Gut" bekommen.

Anders sieht es bei den Sitzen aus, die nach der Größe des Kindes gehen. Bei den insgesamt 29 Modellen im Kindersitz-Test gab es u. a. 1 x "Sehr gut" und 14 x "Gut" in der Kategorie "i-Size bis 105 cm Körpergröße, im Bereich "i-Size 100 bis 150 cm Körpergröße" sind es drei Modelle, die ein "Gut" als Urteil bekommen haben. Bei Babyschalen bis 85 bzw. 87 cm gibt es aktuell immerhin drei "gute" Modelle.

Die Verlierer im Kindersitz-Test 2020

Die im Jahr 2020 getesteten Kindersitze machen meist einen guten Job. Richtig schlechte Modelle waren 2020 nicht dabei. Trotzdem gibt es Verlierer im Test. Es gibt zwar nicht viele "sehr gute" Produkte, aber eine große Auswahl an guten und zwar in allen Preislagen. Warum sollte man dann zu einem Modell mit schlechterer Bewertung im Kindersitz-Test greifen?!

Also, auch wenn es keine 'Durchfaller' in diesem Test gibt, sind die Verlierer eigentlich alle Kindersitze mit "Befriedigend" und schlechter. Für uns als Kunden ist das gut, wir haben trotzdem eine breite Auswahl an Kindersitzen.

familie.de-Kaufberatung: Die wichtigsten Kaufkriterien

Stiftung Warentest hat es uns Eltern mit ihren im Kindersitz-Tests schon leicht gemacht: die wichtigsten Kaufkriterien neben Sicherheit sind Bedienung, Ergonomie, Schadstoffbelastung und Reinigung und Pflege. Aber was, wenn all das passt? Bei Kindersitzen sind auch Kleinigkeiten entscheidend: Größe und Maße (passt der Sitz in unser Auto), Installation (wollen wir einen Isofix oder reicht die Gurtanbringung) und Gewicht (wird vielleicht öfter das Auto gewechselt, die Babyschale oft entfernt?). Die erste Frage ist aber immer, welche Gruppe überhaupt in Frage kommt.

Kindersitze: Gruppen und Größen

Alle in der EU angebotenen Kindersitze müssen einer Norm entsprechen. Die Norm R44/04 legt fest, welche Produkte für welche Körpermaße von Kindern sicher zugelassen sind. So werden Kindersitze in verschiedene Gruppen unterteilt. Wichtig zu wissen: Seit 2013 trat eine neue Norm in Kraft, die parallel läuft: die R129-02, die Kindersitze nicht mehr nach Körpermaßen, sondern allein nach der Körpergröße des Kindes kategorisiert und umfassendere Testmaßnahmen einschließt. Produkte, die dieser Norm entsprechen, sind mit der Bezeichnung i-Size gekennzeichnet.

i-Size

Um Eltern den Kauf zu erleichtern, werden diese Kindersitze nur nach Körpergröße, nicht nach Alter und Gewicht kategorisiert. Denn: Schon anhand der Kleidergröße können wir relativ schnell bestimmen, ob unser Kind einen neuen Kindersitz braucht. Da es sich um eine laufende Kategorisierung handelt, wurden bisher nur Kindersitze bis 150 cm Körpergröße nach i-Size eingeteilt. Das Tolle: während Gruppen Eltern oft verwirren, sind i-Size-Kindersitze immer mitwachsend. Hier ist es wichtig, die Herstellerangaben zu beachten.

Gruppe 0 +:
Gewicht: 0 – 13 kg, Alter ca. 0 – 15 Monate, Körpergröße 0 – 90 cm
Gruppe 0 +/ 1
Gewicht 0 – 18 kg, Alter 0 – 4, Körpergröße 0 – 100 cm
Gruppe 1/ 2
Gewicht: 9 – 25 kg, Alter 1 – 7, Körpergröße 72 – 125 cm
Gruppe 1/ 2/ 3
Gewicht 9 – 36 kg, Alter 1 – 12, Körpergröße 75 – 150 cm
Gruppe 2/ 3
Gewicht 15 – 36 kg, Alter 2,5 bis 12, Körpergröße 95 – 150 cm

Kindersitz: Vorwärts- oder rückwärtsgerichtet?

Mindestens, bis Kinder laufen können, aber am besten bis sie 2 Jahre alt sind, sollten sie rückwärtsgerichtet fahren, so lautet die Empfehlung vom ADAC. Das lange rückwärtsgerichtete Fahren hat aber auch ein paar Nachteile: Es ist schwerer, aus dem Fenster zu schauen und die Beine haben schnell wenig Platz. Dank immer strenger werdender Normen bieten Hersteller aber immer mehr Produkte an, die ein längeres Rückwärtsfahren angenehmer machen. Manchen Kindern kann beim Rückwärtsfahren schlecht werden. Für das Kommunizieren und Reichen von Snacks und Getränken ist ein am Rücksitz angebrachter Spiegel ideal.

Kindersitz FAQ: Alles Wichtige kurz und knapp

Was ist die bessere Kindersitz-Befestigung, Gurt oder Isofix?

Isofix-Halterungen sind an der Fahrzeug-Karosserie verankert und sitzen damit bombenfest, außerdem ist die Handhabung der Kindersitze mit Isofix einfacher. Wer ein entsprechendes Fahrzeug mit Isofix-Ösen besitzt, sollte dieses System verwenden. Normalerweise ist es aber so, dass Sitze zusätzlich noch eine Gurthalterung haben und spätestens wenn das Kind im Sitz hockt, kommt ein weiterer Gurt zum Einsatz.

Was sind die häufigsten Fehler bei der Nutzung von Kindersitzen?

Mit Abstand sind das zu lockere Gurte, bei einer Überprüfung waren davon fast ein Viertel der Kindersitze betroffen. Auch nicht eingelegte Führungshilfen kommen oft vor und Schultergurte können auch mit Beckengurten vertauscht werden. Wird der Kindersitz auf dem Beifahrersitz platziert, solltet ihr darauf achten, dass der Airbag ausgeschaltet ist. Auch die falsche Tragegriffposition bei Babyschalen, er muss mach oben zeigen, ist ein häufiger Fehler.

Wie lässt sich der richtige Sitz eines Kindersitzes prüfen?

Der Schnelltest geht durch einfaches Wackeln am Kindersitz. Ist er richtig befestigt, wackelt das Auto mit. Gurte müssen straff sitzen und in den Führungshilfen verlaufen. Bei Kindern, die aufrecht sitzen, darf der Gurt nicht über den Hals verlaufen, richtig ist ein Verlauf über die Schulter.

Quellen: ADAC, Stiftung Warentest

Yao Fordemann
Das sagtYao Fordemann:

Mein Fazit

Auch wenn für uns Kindersitze zum Alltag dazugehören, so waren sie bis 1993 keine Pflicht im Auto. Erschreckend! Nachdem das Gesetz eingeführt wurde, ist die Zahl der bei Unfällen gestorbenen Kindern um etwa 90 % gesunken, so die Zahlen des Statistischen Bundesamts. Bin ich froh, dass seit fast 30 Jahren mit so einer einfachen Bestimmung so viele Kinderleben gerettet wurden.

Bildquelle: martin-dm/Getty Images

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