10 Dinge, die Erstlingseltern Angst machen

Neugeborene Babys sind etwas Wundervolles – und gleichzeitig sehr furchteinflößend, das würden wohl alle Erstlingseltern so unterschreiben.


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10 Dinge, die Erstlingseltern Angst machen

© iStock


Neugeborene sind der Inbegriff der Niedlichkeit. Kaum zu glauben, dass diese zarten, unschuldigen Geschöpfe mit den großen Kulleraugen ihren Mamas und Papas in den ersten Tagen nach der Geburt einen Schrecken nach dem anderen einjagen können. Glauben Sie nicht? Hier kommen 10 angsteinflößende Dinge, mit denen Erstlingseltern neugeborener Babys häufig konfrontiert werden.

1. Blut in der Windel beim Neugeborenen


Hellrote bis orangerote Spuren in der Windel sind bei neugeborenen Babys tatsächlich nichts Ungewöhnliches. Dabei handelt es sich in den meisten Fällen um das sogenannte Ziegelmehlsediment – ein rötliches Salz, dass Neugeborene in den ersten Lebenstagen mit dem Urin ausscheiden. Das ist völlig harmlos und unbedenklich und verschwindet in der Regel nach wenigen Tagen von ganz allein. Handelt es sich bei dem Säugling um ein Mädchen, könnte der rote Fleck in der Windel auch durch eine menstruationsartige Abbruchblutung zustande gekommen sein. Richtig gelesen, Mädchen können schon kurz nach der Geburt ihre ersten Tage bekommen, darüber informierte die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) vor ein paar Jahren. Ursache dafür ist eine Hormonumstellung im Körper des Kindes, nachdem es von der Mutter und ihrem Blutkreislauf abgenabelt wurde.

Achtung, ein Fall für den Kinderarzt:

• Die Ausscheidung von Ziegelmehsediment hält länger als fünf Tage an.
• Der Urin ist dunkel verfärbt oder fällt durch seine Konsistenz auf.
• Es befindet sich Blut im Stuhl.
2. Gewichtsverlust in den ersten Tagen nach der Geburt
Statt von Anfang an zuzunehmen, wie man es vielleicht erwarten würde, nehmen Babys nach der Geburt erstmal ab. Ursache ist die körperliche Umstellung vom Leben in der Gebärmutter zum Leben in der Außenwelt. Bis zu sieben Prozent seines Geburtsgewichts kann ein Säugling in den ersten fünf Tagen verlieren. Danach sollte es aber stetig bergauf gehen. 

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3. Tiefschwarzer Stuhlgang beim Neugeborenen

In den ersten ein bis zwei Tagen nach der Geburt scheidet Ihr Kind das sogenannte Kindspech (Mekonium) aus. Dabei handelt es sich um Rückstände von Fruchtwasser, eingedickter Galle, Darmzellen sowie Haut- und Haarzellen, die sich im Darm angesammelt haben und mit Beginn der Nahrungsaufnahme ausgeschieden werden. Dieser erste Stuhlgang des Babys hat eine schwarz-grüne Färbung und eine weiche, zähe Konsistenz.

Achtung: Sollte Ihr Kind auch am zweiten Tag der Geburt noch kein Kindspech ausgeschieden haben, sollten Sie das umgehend Ihrem Arzt mitteilen. Es könnte ein Darmverschluss vorliegen.
4.  Rote Flecken und Pusteln beim neugeborenen Baby

Babyhaut stellen wir uns immer wunderbar weich und makellos vor. Häufig ist sie das auch, doch auch Pickelchen, Frieseln oder Hautverfärbungen können beim Neugeborenen schon mal vorkommen. Meistens sind diese Hautveränderungen hormonbedingt und völlig harmlos, wie zum Beispiel Milien oder die Neugeborenenakne. Hier lautet das Rezept Geduld, denn die Pickelchen bilden sich mit der Zeit von selbst zurück. Hautverfärbungen, wie ein Storchenbiss oder ein Feuermal müssen Ihnen ebenso keine Sorgen bereiten. Harmlos, aber ein Alarmsignal sind Hitzepickel bei Ihrem Baby: Jetzt heißt es handeln und Ihrem Schatz dringend Abkühlung verschaffen.

Treten diese Symptome auf, sollten Sie Ihr Baby vorsichtshalber vom Kinderarzt checken lassen:

• Ein deutlicher Hautausschlag, den Sie sich nicht erklären können und der Ihrem
   Kind Beschwerden macht – es könnte sich um eine allergische Reaktion handeln.
• Plötzlich auftretende Pickelchen ab dem 3. Lebensmonat - es könnte sich um
   Säuglingsakne handeln.
• Trockene, schuppige oder nässende Ekzeme ab dem 3. Lebensmonat – es könnte
   sich um Milchschorf und eine beginnende Neurodermitis beim Baby handeln.

5. Häufiges Niesen beim Säugling


Ist Ihnen das auch schon mal aufgefallen? Neugeborene Babys niesen verhältnismäßig oft. Und das hat einen einfachen Grund: Babys atmen bis etwa zur Hälfte des zweiten Lebensjahres vor allem durch die Nase. Das Niesen hilft ihnen dabei, die Atemwege freizuhalten. Ganz „Frischgeschlüpfte“ entledigen sich auf die Weise auch des restlichen Fruchtwassers und Schleims in den Atemwegen. Treten zum Niesen aber noch weitere Symptome auf, wie eine verstopfte Nase oder Weinerlichkeit, dann könnte sich eine Erkältung beim Baby anbahnen.
6. Atempausen im Schlaf
Es ist wohl die größte Angst frischgebackener Eltern: der Plötzliche Kindstod. Gefürchtet, weil die Ursachen bis heute nicht sicher geklärt sind. Bei den betroffenen Kindern setzt im Schlaf plötzlich die Atmung aus und der Körper reagiert nicht auf den Sauerstoffmangel im Gehirn – das Kind erstickt. Doch bitte nicht in Panik verfallen: Der Plötzliche Kindstod ist sehr selten. Und trotzdem ist es kein Wunder, dass Baby-Eltern beim Thema Schlaf besonders empfindlich sind. Dazu kommt, dass Neugeborene im Schlaf von Natur aus periodisch atmen - das heißt, sie atmen mal schneller, mal langsamer, mal tiefer, mal flacher. Atempausen von mehreren Sekunden sind dabei ganz normal, können besorgten Eltern aber den Schweiß auf die Stirn treiben. 

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7. Gelbliche Hautfarbe beim Neugeborenen

Die überwiegende Mehrheit der Neugeborenen bekommt im Laufe der ersten Lebenstage die sogenannte Neugeborenengelbsucht. Grund dafür ist die erhöhte Konzentration des Gallenfarbstoffs Bilirubin, der als Abfallprodukt beim Abbau roter Blutkörperchen nach der Geburt entsteht. In den meisten Fällen ist die Neugeborenengelbsucht vollkommen harmlos und klingt innerhalb weniger Tage und Wochen von allein wieder ab. Viel frische Luft und Sonnenlicht helfen dabei. In seltenen Fällen wird der Arzt eine Lichttherapie verordnen. Bemerken Sie bei Ihrem Kind einen gelblichen Schimmer der Haut, des Zahnfleischs oder der Augen, dann lassen Sie es vom Kinderarzt auf die Neugeborenengelbsucht untersuchen.
8.  Eine Beule in der Nabelgegend
Etwa 20 Prozent der Babys bekommen im Laufe der ersten Lebenstage einen Nabelbruch. Bei ihnen hat sich die Lücke im Bauchfell noch nicht richtig geschlossen, die die Nabelschnur hinterlassen hat. Bei Anstrengung, wie zum Beispiel beim Schreien, entsteht dann eine bis zu fünf Zentimeter große Beule an dieser Stelle. In den meisten Fällen macht diese den Kindern keine Beschwerden und der Nabelbruch heilt im Laufe der Zeit von allein aus. Nur sehr selten ist eine Nabelbruch-OP notwendig.
9. Das Neugeborene schielt
Auch das mag frischgebackene Eltern zunächst einmal irritieren. Doch auch das Schielen ist für neugeborene Babys ganz normal. Ihr Sehsinn ist der am schlechtesten ausgebildete Sinn direkt nach der Geburt, er muss sich erst noch entwickeln. Das gilt auch für die Augenmuskulatur. Bei den U-Untersuchungen wird Ihr Kinderarzt den Sehsinn Ihres Babys regelmäßig kontrollieren. 

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In den ersten Monaten ist Schielen nicht ungewöhnlich. Doch manchmal steckt dahinter eine Sehstörung, die behandelt werden muss. 


10. Geschwollene Genitalien beim Neugeborenen

Der Hodensack bei neugeborenen Jungen und die Schamlippen neugeborener Mädchen können in den ersten paar Tagen nach der Geburt auffallend geschwollen sein. Ursache sind meistens Flüssigkeitseinlagerungen, die sich aber nach wenigen Tagen zurückbilden. Bei Mädchen kann die Schwellung der Genitalien und damit verbundener weißlicher Ausfluss auch hormonelle Ursachen haben. Bilden sich die Schwellungen nicht innerhalb von zehn Tagen nach der Geburt zurück, sprechen Sie mit Ihrem Kinderarzt darüber.


Hinweis: Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung. Wenn sich Ihr Kind sichtlich unwohl fühlt oder Sie beunruhigt sind, wenden Sie sich bitte an Ihren Kinderarzt.




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