Verbände warnen vor Erziehernotstand in Kitas

Kindergärten und Kitas sollen bessere Ausstattungen erhalten. Das fordern Verbände und plädieren zusätzlich für eine Verbesserung des Fachkraft-Kind-Verhältnis.


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Kindergärten sollen besser ausgestattet werden


Der Paritätische Wohlfahrtsverband, das Diakonische Werk der Evangelischen Kirche in Deutschland und die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) warnen vor einem Bildungs- und Erziehernotstand in Deutschland. In einer gemeinsamen Presseerklärung kritisieren die Verbände den von der Bundesregierung geplanten quantitativen Ausbau der Kinderbetreuung. Nach Ansicht der Verbände soll sich die Politik mehr auf Ausstattung und Qualität der Kitas und Kindergärten konzentrieren.

Der wichtige und richtige Ausbau der Kitas und Kindergärten dürfe nicht zu Lasten der Qualität gehen, sagt Heide Merk, die Vorsitzende des Paritätischen Gesamtverbandes. In vielen Kitas und Kindergärten sei allerdings die „Fachkraft-Kind-Relation“ völlig unzureichend, so dass eine anspruchsvolle Arbeit nicht möglich sei. Erzieherinnen und Erzieher bräuchten vor allem mehr Zeit für Kinder, da eine gute „Fachkraft-Kind-Relation“ das „A und O für mehr Qualität in der Kita“ sei.

Kindergärten brauchen gut ausgebildete Erzieher

Besonderes Augenmerk legen die Verbände auf die Aus- und Weiterbildung der Erziehenden. Norbert Hocke von der GEW prophezeit Erziehermangel: Zwar seien die Erzieherinnen in vielen Fällen hoch motiviert; der Beruf aber werde mit „schlechten Gehältern, schlechtem Ansehen und steigenden [und] realitätsfernen Anforderungen“ belohnt.

Der Rechtsanspruch auf frühkindliche Förderung ist laut Diakonie-Präsident Klaus-Dieter Kottnik ein erster Schritt, um „Bildungsgerechtigkeit und Chancengleichheit“ zu schaffen. Die Politik müsse sich allerdings auch dem qualitativen Ausbau der Kinderbetreuung zuwenden, ein rein quantitativer Ausbau allein führe nicht zum Ziel. Gemeinsam mit der Alice-Salomon-Fachhochschule in Berlin starten die Verbände ein Forschungsprojekt, das bis November 2008 Handlungsempfehlungen und Qualitätskriterien für erfolgreiche Bildungs- und Erziehungsarbeit liefern soll.




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