Die verschiedenen Phasen der Geburt

Die Wehen sind der Auftakt für die Geburt und das Warten auf das Baby beginnt. Was im Krankenhaus genau passiert und wie die verschiedenen Phasen der Geburt ablaufen.


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3. Platz da, jetzt komm ich



Schwangere Frau wartet in der Klinik auf die Geburt


© Thinkstock
Spüren Sie die ersten Wehen und hat sich der Zervixpropf, der den Gebärmutterhals bisher verschlossen hat schon gelöst, dann wird es Zeit ins Krankenhaus zu fahren. Aber Sie müssen keine Angst haben, zu spät zu kommen. Direkt in den Kreissaal kommen Sie nur, wenn die Geburt schon bevorsteht. Das ist aber allermeist nicht der Fall. Vor allem Erstgebärende fahren häufig lieber zu früh als zu spät in die Klinik. Aber das ist auch völlig in Ordnung. So fühlen Sie sich zumindest sicher und gut vorbereitet, wenn es dann endlich richtig losgeht.

Wenn Sie einen Blasensprung hatten, bringt das meist auch die Wehen in Gang. Das muss aber nicht zwingend der Fall sein. Wenn die Wehen nicht innerhalb einer gewissen Zeitspanne (meist 24 Stunden) einsetzen, raten Ärzte häufig zur sogenannten "Geburtseinleitung". Sie bekommen Medikamente (Tabletten oder Zäpfchen), die die Wehen auslösen. Länger als die meist üblichen 24 Stunden sollte man mit der Einleitung der Geburt nicht warten, da es sonst zu einer Infektion kommen kann. Durch den Blasensprung besteht zwischen Scheide und Gebärmutter eine offene Verbindung, über die Keime in die Gebärmutter eindringen können.

Ganz wichtig: der Mutterpass. Kontrollieren Sie unbedingt, ob Sie ihn eingepackt haben, bevor Sie ins Krankenhaus fahren. Die Hebamme wird – sobald Sie in der Klinik sind – einen Blick in den Mutterpass werfen. Außerdem stellt Sie ihnen einige Fragen, um sich ein Bild zu machen, wie weit die Geburt schon fortgeschritten ist. Sie wird wissen wollen, ob schon Fruchtwasser abgegangen ist, wie regelmäßig die Wehen sind und wie es Ihnen geht. Dann folgt eine gründliche Untersuchung: Blutdruck und Körpertemperatur werden gemessen, Ihr Bauch wird abgetastet. Per CTG wird untersucht, wie die Wehentätigkeit und die Herztöne Ihres Babys sind. Bei der anschließenden vaginalen Untersuchung überprüft die Hebamme, wie weit Ihr Muttermund geöffnet ist. Danach dürfen Sie sich im Krankenhausgarten oder auf dem Flur noch ein bisschen die Beine vertreten. Und warten, bis ihr Baby sich noch ein bisschen weiter vorgearbeitet hat.

4. Warten auf das Baby: die Eröffnungsphase
Und dann heißt es: warten! Die Hebamme wird in regelmäßigen Abständen kontrollieren, wie weit der Muttermund sich schon geöffnet hat und ob es Ihrem Baby gut geht. Zu Beginn der Eröffnungsphase sind es vielleicht nur zwei Zentimeter, im weiteren Verlauf  muss er sich auf etwa zehn Zentimeter weiten. Bis dahin können Sie nur Warten. Tun Sie also das, wonach Ihnen gerade zumute ist: Musik hören, lesen oder spazieren gehen. Viele Kliniken sind mit Partnerräumen ausgestattet, in denen Sie und Ihr Partner sich ausruhen können. Jetzt ist außerdem der richtige Zeitpunkt, um mit der Hebamme und/oder dem Arzt über eventuelle Schmerzmittel zu sprechen.


Muttermund - Wenn er sich öffnet, kommt das Baby

5. Der Muttermund ist offen

Gegen Ende dieser noch relativ „entspannten“ Eröffnungsphase werden die Wehen jedoch schmerzhafter. Ihr Baby versucht nun, mit aller Macht seinen Weg zu finden. Je tiefer sein Köpfchen dabei ins Becken rutscht, desto stärker weitet sich der Muttermund. Die Wehen kommen nun etwa regelmäßig alle drei Minuten und können 60 bis 90 Sekunden andauern.

Nutzen Sie die Pausen dazwischen, um Kraft zu schöpfen. Um Ihr Baby brauchen Sie sich nicht zu sorgen, die Hebamme wird immer wieder mittels CTG kontrollieren, ob es ihm gut geht. Wahrscheinlich ist spätestens jetzt die Fruchtblase gesprungen, und das klare Fruchtwasser fließt. Durch den nachlassenden Druck in der Gebärmutter kommt es oft zu einer längeren Wehenpause. Sie und Ihr Baby können sich jetzt etwas ausruhen. Nutzen Sie die Zeit auch, um etwas zu trinken und vielleicht eine Kleinigkeit zu essen. Die Geburt wird (leider) noch anstrengender. Angst vor den Geburtsschmerzen brauchen Sie allerdings nicht haben - die Natur hat dafür gut vorgesorgt.