Rauchen in der Schwangerschaft - so reagiert das Baby

Dass Rauchen in der Schwangerschaft schädlich ist, ist keine neue Erkenntnis. Dennoch können viele werdende Mütter nicht auf die Zigaretten verzichten. Erstmals zeigen Ultraschallbilder, wie sehr Babys wirklich unter dem Rauch leiden.


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Vom ersten Herzschlag an, sind Mutter und Kind über die Nabelschnur unzertrennlich miteinander verbunden. Darüber versorgt die Mutter ihr Ungeborenes mit allen wichtigen Nährstoffen, die es zum Wachsen braucht. Doch was gut und was schlecht für die Entwicklung ist, kann die Nabelschnur nicht filtern: so können auch Schadstoffe in den Blutkreislauf des Babys gelangen. Besonders schädlich sind Giftstoffe wie Alkohol oder Nikotin.

Viele Studien haben bereits nachgewiesen, dass Kinder von Raucherinnen oft als Frühchen auf die Welt kommen. Auch angeborene Herzfehler können viel häufiger auftreten. Langzeitstudien zeigen außerdem, dass Nikotin-Babys später Wachstums- und Entwicklungsstörungen haben sowie an Hyperaktivität und Lernschwierigkeiten leiden können. Die Risiken für das Baby sind also umfassend erforscht. Trotzdem raucht etwa jede zehnte Frau während der Schwangerschaft und schadet damit ihrem Kind – nachweislich!


10 Gefahren für Ihr Baby
  • 1 / 10
    Durchblutungsstörung der Plazenta

    Jede Dosis Nikotin hat zur Folge, dass die Plazenta schlechter durchblutet wird – das ungeborene Baby wird nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt.

  • 2 / 10
    Vorzeitige Plazentaablösung

    Die Unterversorgung der Plazenta kann außerdem dazu führen, dass sie sich vorzeitigablöst. Es kann zu einer Frühgeburt oder sogar einer Fehlgeburt kommen.

  • 3 / 10
    Niedriges Geburtsgewicht

    Viele Studien beweisen, dass Kinder von Raucherinnen mit einem deutlich geringeren Geburtsgewicht auf die Welt kommen. Auch kommen sie häufig vor dem errechnetem Geburtstermin auf die Welt, also als Frühchen.

  • 4 / 10
    schlechte APGAR-Werte

    Allgemein weisen Kinder von Raucherinnen schlechtere Gesundheitswerte auf. Gemessen wird das z.B. über die APGAR-Punkteskala. Es gibt Punkte für: Atmung (A), Puls (P), Reflexe (G), Hautfarbe (A)  und Muskeltonus (R).

  • 5 / 10
    angeborene Herzfehler

    Der schädliche Zigartettenrauch kann die Entwicklung des Fötus dauerhaft schädigen. Als bewiesen gilt, dass Kinder von Raucherinnen öfter an angeborenen Herzfehlern leiden.

  • 6 / 10
    Erhöhtes SIDS-Risiko

    Ebenfalls konnte nachgewiesen werden, dass Kinder häufiger am plötzlichenKindstod sterben, wenn sie im Mutterleib Zigarettenrauch ausgesetzt waren.

  • 7 / 10
    Wachstums- und Entwicklungsstörungen

    Auch im Baby- und Kleinkindalter sind die Folgen des Rauchen in der Schwangerschaft sichtbar. Kinder leiden oft unter Wachstums- und Entwicklungsstörungen.

  • 8 / 10
    verminderte Konzentrationsfähigkeit

    Im Schulalter sind Lernprobleme und Konzentrationsschwierigkeiten oft Alltag. Auch Hyperaktivität tritt häufiger auf.

  • 9 / 10
    Astmaerkrankungen

    Da sich die Lunge des Babys in der Schwangerschaft sehr langsam entwickelt, kann auch sie dauerhaften Schaden nehmen. Astmaerkrankungen bei Kindern sind daher häufig.

  • 10 / 10
    größeres Suchtpotential

    Bei Neugeborenen Babys können bereits Entzugserscheinungen auftreten. Die Gefahr später selbst abhängig zu werden ist daher von vornherein erhöht.



Bilder aus dem Bauch: so reagiert das Baby wirklich


Studien, das sind vor allem viele Zahlen. Medizinisches Fachgerede, das oft schwer verständlich ist und daher Platz für Interpretationsspielraum lässt: „Bei mir ist das nicht so!“. Von Unangenehmen distanzieren, das können wir Menschen eben gut, vor allem wenn das Problem nicht anschaulich genug ist. Diese Ultraschallbilder könnten das ändern. Ganz unmittelbar zeigen sie, wie Babys darauf reagieren, wenn Mama raucht.

200 Schachteln Zigaretten - so viel raucht ein Baby noch vor der Geburt! Erstmals zeigen Ultraschallbilder, wie sehr...

Posted by familie.de on Donnerstag, 26. März 2015

Die Psychologin Nadja Reissland von der Universität Durham in England ist auf vorgeburtliche Mimik und Gestik spezialisiert. Für ihre Studie hat sie 20 Frauen in der Schwangerschaft begleitet – vier davon starke Raucherinnen. Zwischen der 24. SSW und 36. SSW hat sie die Feten mehrmals mit dem 4-D-Ultraschall filmen lassen. Anschließend hat sie die Aufnahmen ausgewertet: statt wie normal entspannt in der Fruchtblase hin- und herzuwiegen (Bilder unten), verziehen die Nikotin-Babys permanent den Mund und fassen sich mit den Händen ins Gesicht (Bilder oben). Sie wirken gestresst und verkrampft. Ausgelöst wird dieses Verhalten durch die schädlichen Substanzen aus dem Tabakrauch. Über die Plazenta gelangen sie in den Kreislauf des Kindes. In seinem Gehirn löse die Droge dann die starken Bewegungen der mimischen Muskulatur aus, erklärt Reissland. Dagegen wehren kann sich das Baby nicht.
200 Schachteln Zigaretten
Kommen wir noch einmal zu den Zahlen. Reisslands Probandinnen haben im Durchschnitt pro Tag 14 Mal zum Glimmstängel gegriffen. Das heißt, dass ihre Babys schon 3920 Zigaretten geraucht haben, ehe sie überhaupt auf der Welt sind - also rund 200 Schachteln. Diese Menge sollte endgültig verdeutlichen, dass ein absolut normaler Start ins Leben für Kinder von Raucherinnen nicht möglich ist – für keines!

Aber die Verantwortung liegt keineswegs nur bei den Müttern. Auch die werdenden Väter sollten während der Schwangerschaft ganz auf die Zigarette verzichten. Denn selbst wenn die Mutter den schädlichen Qualm nur passiv raucht, kann er dem Kind schaden.

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Im Idealfall sollten Sie das Rauchen aufgeben, sobald Sie schwanger werden wollen. Das erhöht sogar die Fruchtbarkeit: Umweltgifte wie Zigaretten und Alkohol sind oft die Ursache von Unfruchtbarkeit. Wir sprechen hier bewusst vom "Idealfall", denn es ist schwer von alten Gewohnheiten abzulassen bzw. die Sucht über Nacht zu überwinden. Von diesem Problem haben auch unsere familie.de-User und Facebookfreunde berichtet. Allerdings war ihre Message klar: "Die Liebe zu meinem Kind ist größer als die Sucht!" Und die meisten von ihnen haben es tatsächlich geschafft komplett aufzuhören. Ein Tipp, der uns besonders gefallen hat:

"Ihr könnt das Geld, was ihr sonst für' ne Schachtel Zigaretten ausgeben würdet
(z.B. täglich 5 €) in ein Sparschwein stecken und am Ende euch und dem Baby was schönes davon gönnen!"


Sie werden verblüfft sein, wei viel nach 40 Wochen im Sparschwein landet. Professionelle Hilfe, wie Sie mit dem Rauchen dauerhaft aufhören können, finden Sie auch bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung oder auf rauchfrei-info.de. Hier gibt es unter anderem eine Info-Broschüre speziell für Schwangere: rauchfrei in der Schwangerschaft.



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