Ohrenschmerzen bei Babys und Kleinkindern

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Ohrenschmerzen bei Babys und Kleinkindern

Jedes Kind bekommt sie irgendwann einmal, und sie tun den Kleinen ziemlich weh. Vorbeugen kann man leider kaum. Woher die Ohrenschmerzen kommen und was man dagegen tun kann, erfährst du hier.

Ohrenschmerzen gehören zu den unangenehmsten Dingen, die ein kleines Kind durchmachen muss. Und es erwischt nahezu jedes Kind irgendwann einmal, und wenn es Pech hat, immer wieder. Vielleicht kannst du dich ja auch noch daran erinnern, wie schlimm das bei dir früher war. 90% aller Sechsjährigen haben schon einmal, oder auch mehrfach, eine Mittelohrentzündung gehabt.

Ohrenschmerzen sind ein Fall für eine genauere medizinische Untersuchung.

Ohrenschmerzen – so gut wie jedes Kind bekommt sie

Kleinkinder und Babys haben viel häufiger Ohrenschmerzen als wir Großen. In den ersten drei Lebensjahren kommt es bei Kindern im Durchschnitt drei- bis viermal so oft wie bei Erwachsenen zu Atemwegsinfekten, die schnell aufs Ohr schlagen können. Infektionen sind die Hauptursache – doch nicht die einzige.

Andere Gründe für Ohrenschmerzen können sein:

  • Wasser im Ohr

  • ein Fremdkörper, den sich das Kind beim Spielen ins Ohr gesteckt hat

  • oder das Harmloseste: ein Ohrenschmalzpfropf

Ohrenschmerzen – Warum bekommen sie vor allem die Kleinen?

Kinder sind zwar schmerzempfindlicher als Erwachsene und leiden deshalb auch mehr unter einer Ohrenentzündung. Aber sie bekommen sie leider auch viel schneller als wir Großen.

Das sind die Gründe:

  1. Unausgereiftes Immunsystem: Das Immunsystems bei Kindern ist noch nicht ausgereift und daher viel anfälliger für Infektionen.

  2. Kürzere Luftwege: Bei den Kleinen ist der Weg vom Nasen-Rachen-Raum hin zur Paukenhöhle im Ohr viel kürzer. Daher wirkt sich eine Erkältung oft auf die Ohren aus.

  3. Infektionskrankheiten: Scharlach, Masern oder Mumps haben als Begleiterscheinung häufig Ohrenschmerzen. Nur Impfen hilft dagegen.

  4. Schnullernuckeln: Es wird vermutet, dass das Saugen am Schnuller die Druckverhältnisse zwischen Mittelohr und Nasenrachenraum verändert, wodurch sich Kinder öfter Atemwegsinfekte einfangen können.

  5. Naseputzen: Durch zu häufiges und zu heftiges Schnäuzen wird das Nasensekret samt der darin enthaltenen Bakterien bis in die Ohrtrompete gedrückt. Also lieber mal "die Nase hochziehen", auch wenn das nicht schön klingt und man es normalerweise auch nicht tun sollte.

Ohrenschmerzen: Wie erkenne ich die bei meinem Kind?

Leider lassen sich Ohrenschmerzen bei Kindern, vor allem wenn sie noch klein sind, nicht so einfach feststellen. Es gibt aber ein paar Symptome, an denen du erkennen kannst, dass es deinem Kind in den Ohren weh tut.

Anzeichen für Ohrenschmerzen können sein:

  • Empfindlichkeit beim Berühren des Ohrs

  • Gereiztheit

  • Mattigkeit

  • Fieber oder erhöhte Temperatur

  • Husten

  • verstopfte oder triefende Nase

  • geschwollene Lymphdrüsen

  • mitunter Erbrechen

Noch schwieriger ist das Erkennen bei den Allerkleinsten, die sich ja noch nicht verständlich machen können. Und bei ihnen treten Ohrenschmerzen sogar am häufigsten auf.

Daher musst du bei deinem Baby vor allem auf diese Anzeichen achten:

  • Das Baby weint oder jammert viel.

  • Es ist unruhig und wälzt sich hin und her.

  • Dein Kind greift sich ständig ans Ohr und reibt daran ("Ohrzwang" genannt).

  • Es möchte nicht flach liegen.

  • Das Kind hat Bauchschmerzen.

  • Es bekommt Durchfall,

  • leidet unter Appetitlosigkeit

  • und Erbrechen.

  • Außerdem zeigt es die typischen Begleiterscheinungen einer Erkältung wie:

  • Husten

  • Tropfnase

Dein Kind hat Ohrenschmerzen – was musst du tun?

Wenn du bei deinem Kind die Merkmale einer Mittelohrentzündung feststellst, ist es angeraten, bald zum Arzt zu gehen. Als schnelle erste Hilfe kannst du versuchen, die Beschwerden deines kleinen Lieblings ein wenig zu lindern.

Zur Linderung gibt es einige erprobte und einfache Mittel:

  1. wärmende Auflagen auf dem Ohr

  2. zum Beispiel ein Kirschkernkissen

  3. oder ein Zwiebelsäckchen mit gehackten, kurz erhitzten Zwiebeln; sie wirken antibakteriell

  4. viel Schlaf oder zumindest Ruhe

  5. ausreichend trinken

  6. Hustenlöser

  7. sekretlösende Mittel wie Nasentropfen für Babys und Kleinkinder

  8. eventuell Schmerzmittel wie Paracetamol-Zäpfchen, aber erst ab drei Jahren

Vorsicht! Was du auf keinen Fall tun solltest: Wattebäuschchen ins Ohr stecken, das kann die Beschwerden sogar noch verschlimmern.

Mein Kind hat Ohrenschmerzen – wann muss ich zum Arzt?

Ohrenschmerzen sind immer ein Grund, den Arzt zu befragen. Infektionen im Ohr können zu Schwerhörigkeit führen, denn es können Löcher oder Narben im Trommelfell zurückbleiben. Deshalb ist es sehr wichtig, die Ohrenschmerzen so früh wie möglich zu erkennen und behandeln zu lassen.

In diesen Fällen solltest du zum Arzt gehen:

  1. Bei Babys bis zum sechsten Monat: Sofort zum Arzt!

  2. Kinder bis zwei Jahre: bei mittelschweren bis starken Ohrenschmerzen auf beiden Seiten.

  3. Bei Fieber,

  4. Hör- oder Gleichgewichtsstörungen,

  5. Blut im Ohr.

  6. Und immer, wenn du unsicher bist, oder es dem Kind schlecht geht!

Aus Ohrenschmerzen kann sich bei Kindern relativ schnell eine Mittelohrentzündung (Otitis media) entwickeln. Damit daraus keine schlimmeren Krankheitsfolgen entstehen, muss die Erkrankung immer gut ausheilen. Eine Mittelohrentzündung ist zwar nicht ansteckend. Da sie aber sehr oft durch Erkältungsviren ausgelöst wird, verbreiten sich die Erreger schnell weiter.

Ohrenschmerzen – wie kann ich vorbeugen?

Leider ist es ziemlich wahrscheinlich, dass auch dein Kind früher oder später einmal Ohrenschmerzen bekommt. Etwa jedes fünfte Kind unter vier Jahren hat mindestens einmal im Jahr eine Ohrinfektion, ausgelöst durch eine Erkältung. Verhindern kannst du das so gut wie nicht, und es gibt auch kaum etwas, was du prophylaktisch tun kannst. Schließlich erwischt eine Erkältung jeden einmal. Das Einzige, was wir dir empfehlen können: Setze deinem Kind, vor allem, solange es noch klein ist, bei Kälte möglichst immer eine Mütze auf und achte darauf, dass es keine Zugluft abbekommt.

Bildquelle:

Getty Images

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