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Muttermilch kaufen oder viel zu riskant? Das sagen Fachleute

Muttermilch kaufen: Ein Baby trinkt aus einer Flasche
© LSOphoto / Getty Images, Photodjo / Getty Images

Wenn man Muttermilch doch kaufen könnte ... Auch ich hatte diesen Gedanken im Kopf, als es mit dem Stillen bei meiner ersten Tochter einfach nicht klappen wollte. Wem die kostbare Nahrung tatsächlich angeboten wird, wer die Spenderinnen sind und warum Muttermilch kaufen im Internet keine gute Idee ist.

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Ist es möglich, Muttermilch zu kaufen?

Muttermilch gibt es bei sogenannten Frauenmilchbanken. Deutschlandweit gibt es davon mittlerweile rund 55 Stück, die allesamt an Universitäts- und Kinderkliniken angeschlossen sind. Die Spendemilch dort ist für bedürftige Frühgeborene und kranke Neugeborene in der eigenen Klinik gedacht, wenn die Milch der Mutter nicht ausreicht. Einige Frauenmilchbanken haben aber auch die Möglichkeit, Milch an andere Kliniken abzugeben. 

Der Bedarf an Spendermilch allerdings ist enorm und übersteigt bei Weitem das Angebot der Frauenmilchbanken. Daher finden sich Spenderinnen und Käufer*innen oft im Internet. Um beide Seiten zusammenzubringen, ging 2014 dann die Muttermilch-Börse an den Start, aber es hagelte massiv Kritik. Die Online-Seite gibt es mittlerweile nicht mehr.

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Experten warnen vor Muttermilch-Käufen im Internet

Muttermilch im Internet zum Kauf anzubieten oder zu kaufen, ist nicht verboten. Aber der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzt*innen e.V. (BVKJ) warnt eindringlich: „Spenderinnen können Medikamente oder Drogen nehmen, ansteckende Krankheiten wie AIDS oder Hepatitis haben. Keine Mutter kann kontrollieren, ob die fremde Muttermilch für das eigene Kind unbedenklich ist."

Auch der Versand kann die Qualität der Muttermilch beeinträchtigen und ungenießbar machen. "Anders als bei Lebensmitteln, die man im Laden kauft, gibt es beim Handel mit Muttermilch keinerlei amtliche unabhängige Kontrollen", so Dr. Wolfram Hartmann, Präsident des BVKJ.

Professor Bernd Koletzko, Kinderarzt am Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität in München, bezeichnete in der Süddeutschen den unkontrollierten Handel von Muttermilch sogar als „gemeingefährlich“.

Der BVKJ empfiehlt daher alternativ industriell hergestellte Säuglingsnahrung. Die kommt zwar in der Zusammensetzung der Inhaltsstoffe nicht ganz an die Muttermilch heran, kann aber bedenkenlos gefüttert werden.

Natalie Köhler

HA Pre, für uns DIE Alternative zur Muttermilch

Ich konnte meine Kinder leider nicht ausreichend stillen und habe dann auf HA-Pre-Säuglingsnahrung zurückgegriffen. Wir haben damit sehr gute Erfahrungen gemacht und die Qualität stimmt auf jeden Fall immer.

Natalie Köhler
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Wer spendet Muttermilch?

Die Milch für die Frauenmilchbanken spenden eigentlich Mütter, die ihr(e) Kind(er) an der jeweiligen Klinik entbunden haben und mehr Milch haben, als sie für den eigenen Nachwuchs brauchen. Es gibt aber auch Frauenmilchbanken, die Milchspenden von außen annehmen, so zum Beispiel an der Charité Universitätsmedizin Berlin. Dort können sich Spenderinnen bewerben. Infrage kommen alle gesunden Frauen, die vor höchstens sechs Monaten entbunden und einen Milchüberschuss haben.

Wie kostbar Muttermilch ist, eine echte Wunderwaffe eben, erfahrt ihr in unserem Video:

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Wie teuer ist Muttermilch?

Die Muttermilch-Reserven der Frauenmilchkliniken sind eigentlich frühgeborenen oder kranken Babys vorbehalten. Und natürlich bekommen die Kleinen die Muttermilch dann kostenlos. Da Muttermilch aber nur begrenzt haltbar ist, werden Überschüsse auch an stillende Mütter abgegeben. Die aufwendigen Untersuchungen und die Aufbereitung der Milch in den Kliniken hat natürlich ihren Preis. So kostet beispielsweise ein Liter Muttermilch an der Uniklinik Dresden 50 €. Zum Vergleich: In der Wiener Klinik Florisdorf gibt es mit Überweisung einer*eines Kinderärzt*in einen Liter Frauenmilch für 7,30 Euro.

Auch im Internet variieren die Preise stark. Für 100 ml Muttermilch muss man dort zwischen 1 und 8 € zahlen. Manche Frauen stellen ihre Milch dort aber auch kostenlos zur Verfügung.
Quellen: Frauenmilchbanken in Deutschland, Süddeutsche.de