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Wichtige Vorsorge

Pap-Abstrich: Was dabei passiert und warum er Leben retten kann

© Getty Images/nortonrsx
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Dein Frauenarzt oder deine Frauenärztin macht regelmäßig einen Pap-Abstrich. Diese Leistung gehört zur Krebsvorsorge und wird von deiner Krankenkasse bezahlt. Doch leider nur noch in einem bestimmten Alter.

Was ist der Pap-Abstrich?

PAP-Abstrich nennt man einen vaginalen Zellabstrich, den Frauenärzte und -ärztinnen im Rahmen der weiblichen Krebsvorsorge vornehmen. Benannt ist der Test nach seinem Entwickler, dem griechischen Arzt George Papanicolaou. Der Abstrich wird auch als Krebsvorsorgeabstrich oder Pap-Test bezeichnet.

Der Test soll frühzeitig das eventuelle Vorkommen von HPV-Viren im Gebärmutterhals nachweisen. Diese sexuell übertragbaren Viren können Gebärmutterhalskrebs und bösartige Wucherungen auslösen. Werden sie früh erkannt, können frühzeitig die nötigen Schritte eingeleitet werden, um den Krebs zu entfernen. Ein regelmäßiger Abstrich sorgt damit für deutlich weniger Fälle von Gebärmutterhalskrebs und tödliche Verläufe.

Wie läuft der Pap-Test ab?

Der Pap-Test ist überhaupt nicht schmerzhaft, allenfalls beim ersten Mal etwas unangenehm. Du brauchst keinerlei Ängste oder Bedenken haben. Deine behandelnde Gynäkologin wird dich bei deinem ersten Besuch genau darüber aufklären, was genau passiert.

So wird der Pap-Abstrich entnommen

  • Du nimmst bequem auf dem speziellen Untersuchungsstuhl Platz und rutschst mit geöffneten Beinen ganz nach unten. Die Beine sind 90 ° C gebeugt. Deine Beine liegen auf den speziellen Beinhalterungstützen. Du darfst dich entspannen und möglichst ruhig atmen.
  • Dein Arzt oder die Ärztin werden dir mit einem sogenannten Spekulum leicht die Vagina öffnen, um sie besser untersuchen können.
  • Dann entnehmen sie mit einer Bürste bzw. dem Spatel etwas Zellmaterial aus dem Gebärmutterkanal und vom Gebärmutterhals. Sie führen den Spatel sehr vorsichtig ein. Davon bemerkst du kaum etwas.
  • Das entnommene Material wird auf einen Objektträger fixiert und als Probe ins Labor eingeschickt.
  • Dort wird mithilfe der nach dem Erfinder benannten Papanicolaou-Färbung nachgewiesen, ob bösartiges Gewebe vorhanden ist.

Deine Ärztin oder der Arzt warten die Laborergebnisse ab und erhalten dann einen Befund. Du wirst lediglich informiert, wenn Auffälligkeiten zu erkennen sind. Diese werden wie folgt klassifiziert:

Befundgruppe Ergebnis Folgeuntersuchungen
Pap 0 Zu wenig Material für möglichen Befund Wiederholung des Abstrichs
Pap I Unauffälliger Befund Kontrolluntersuchung ein Jahr später
Pap II Physiologischer Befund mit leichter Entzündung Kontrolluntersuchung ein Jahr später
Pap III Schwere Entzündung, mögliche HPV-Infektion Erneute Kontrolluntersuchung
Pap III D leicht bis mittelgradige Zelldysplasien Kontrolle alle drei Monate
Pap IV A schwere Zelldysplasie Entnahme von Gewebe bzw. Ausschnitt des verdächtigen Zellmaterials
Pap IV B Karzinom möglich Gewebeentnahme oder Ausschnitt des Materials, Untersuchung bzgl. weiterer Streuung
Pap V malignes Zervixkarzinom (Gebärmutterhalskrebs) Gewebeentnahme, Ausschnitt des Materials, Untersuchung bzgl. Streuung

Was passiert, wenn der Pap-Abstrich auffällig ist?

Sobald der Labortest auffällig ist, wirst du informiert und ggf. zur erneuten Untersuchung gebeten. Die weitere Behandlung und das Vorgehen wird der Arzt oder die Ärztin dann mit dir besprechen. Mach dir erstmal keine Sorgen. Eine HPV-Infektion löst nur selten nach Jahren eine Krebserkrankung aus und wenn, dauert es im Durchschnitt 10 bis 15 Jahre. Dank der Früherkennung kann betroffenes Gewebe sehr gut entfernt werden. Alle weiteren Fragen solltest du direkt deinem Ärzteteam stellen.

Frauen ab 35 müssen den jährlichen Pap-Test selbst zahlen

Der Pap-Abstrich gehört zu den Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen. Bisher galt dies uneingeschränkt für jede Frau. Doch nach neuesten Erkenntnissen der Forschung gibt es eine Änderung. Der Test wird Frauen ab 35 Jahren nun nur noch alle 3 Jahre bezahlt. Dies liegt daran, dass HPV-Infektionen bei älteren Frauen eher selten vorkommen. Daher wurde entschieden, dass ein Zellabstrich alle drei bis fünf Jahre ausreicht. Das heißt:

  • Frauen bis 34 Jahre erhalten jährlich einen Pap-Test als Kassenleistung.
  • Frauen ab 35 Jahren erhalten alle drei Jahre einen Pap-Test als Kassenleistung.
  • Dennoch können Frauen ab 35 Jahren natürlich jährlich einen Test zur Vorsorge auf eigene Kosten machen lassen.

Was du über die Krebsvorsorge wissen solltest

Um die Zahl der Krebspatientinnen zu senken, empfiehlt das RKI, dass sich junge Mädchen zwischen 9 und 14 Jahren gegen Gebärmutterhalskrebs impfen lassen sollten. Sogar Jungen wird dies empfohlen, weil die Viren sexuell übertragen werden und ebenfalls an den Genitalien, in der Analregion oder Mundhöhle Krebs verursachen könnten.

Die Impfung gehört für Mädchen und Jungen zwischen 9 und 14 Jahren zu den Kassenleistungen. Fragt daher bei eurer Frauenärztin nach, wenn ihr Kinder in diesem Alter habt bzw. wenn ihr selbst in diesem Alter seid.

Zur gynäkologischen Krebsvorsorge bei Frauen gehört insgesamt:

  • der Pap-Abstrich
  • vaginaler Ultraschall und Untersuchung der Eierstöcke
  • regelmäßiges Abtasten beider Brüste

Zusätzlich besteht die Möglichkeit, dass ihr an einer HPV-Testung teilnehmen könnt. Dadurch kann nachgewiesen werden, ob ihr mit HPV infiziert seid. Auch das kann schon im sexuell aktiven frühen Alter geschehen. Wenn ihr unter 35 Jahren seid, fragt eure behandelnde Gynäkologin oder den Gynäkologen danach.

Es gibt einige Krankheiten, die nur Frauen betreffen. Von diesen solltest du zumindest einmal gehört haben:

Endometriose, Lipödem & Co.: Diese 5 Frauenkrankheiten solltest du kennen Abonniere uns
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Perioden-Quiz: Weißt du schon ALLES über den weiblichen Zyklus und die Menstruation?

Quellen: Netdoktor, dkfz. Krebsinformationsdienst, Bundesministerium für Gesundheit, Familie.de,

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