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Ü 40 und schwanger: 5 Vorurteile, die echt nerven können

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Seid ihr auch mit weit über 40 schwanger gewesen oder versucht ihr gerade Ü 40 schwanger zu werden? Das wird nicht immer sehr wohlwollend kommentiert. Schon wenn man erzählt, dass man mit über 40 noch vorhat ein Kind zu bekommen, rollen viele die Augen oder man erntet mitleidige Blicke. Denn es gibt so einige Klischees und Vorurteile, die da herumgeistern.

#1 Eine Schwangerschaft über 40 ist immer gefährlicher

Zunächst einmal ist uns Frauen allen klar: Die Biologie lässt sich nicht austricksen. Eizellen werden ab 30 drastisch weniger und mit 40 sinkt ihre Anzahl natürlich nochmal. Noch dazu ist es wahrscheinlich, dass der Zyklus schon teilweise unregelmäßig ist, weil sich die Prämenopause ankündigt. Medizinisch gesehen kann es häufiger Fehlgeburten und Risikoschwangerschaften geben und die Zahl der Kaiserschnitte soll steigen bzw. wird man dann schon als Risikopatientin eingestuft. Die Wahrscheinlichkeit einer schnellen natürlichen Schwangerschaft ist daher geringer im Vergleich zu deutlich jüngeren Frauen. Wer sich früh dafür entscheidet, Eizellen einfrieren zu lassen, hat gute Chancen auf eine späte Schwangerschaft, sobald der passende Partner oder Zeitpunkt da ist.

Außerdem gibt es genügend Frauen, die mit über 40 eine normale Schwangerschaft auf natürlichem Weg mit den üblichen Beschwerden hatten. Auch mit 20 oder 30 hat keine Frau die Garantie, dass die Schwangerschaft "traumhaft" wird. Letztlich hängt es davon ab, wie man physisch und psychisch drauf ist. Manche 40-Jährige sind fitter als eine 20-Jährige, es kann natürlich auch umgekehrt sein. Pauschalisieren bringt hier also nicht viel. Lasst euch nicht verunsichern und hört auf euren Körper. Wie fruchtbar man mit über 40 noch ist, können Tests ganz schnell zeigen, also lasst euch direkt untersuchen und sprecht mit euren Gynäkologinnen und Kinderwunschärzten, wenn es nicht auf natürlichem Wege klappt. Die Möglichkeiten sind zahlreich, wenn ihr euch rechtzeitig informiert, wie wir in unserem Video zeigen:

Unerfüllter Kinderwunsch: Diese Methoden können helfen Abonniere uns
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#2 Du warst bisher ganz schön egoistisch

Wer eine Frau beurteilt, die später erst ein Kind bekommt, denkt meist, sie hätte sich das so ausgesucht. Es kann aber verdammt viele Gründe geben, warum es vorher einfach nicht gepasst hat. Und ihr wisst auch nie, ob sie es nicht vielleicht schon viele Jahre auf natürlichem Wege oder mit künstlicher Befruchtung versucht hat und es hat nicht geklappt. Meist steckt viel mehr hinter einer Kinderwunschgeschichte als man denkt. Und letztlich ist es doch jedem selbst überlassen, wann er bereit dafür ist.

Die Vorteile einer jungen Mutterschaft werden heutzutage immer wieder erwähnt. Das ist jeder Frau bewusst und dennoch kann und möchte nicht jede schon mit 20 Kinder haben. Leider spielt auch manchmal der Körper nicht gleich so mit und nicht jede Frau hat mit Anfang 20 den Partner bzw. Partnerin, der oder die Kinder möchte. Glaubt nie zu wissen, warum jemand keine Kinder hat. Das ist ein sehr persönliches sensibles Thema und selten ganz klar zu beantworten.

#3 Du wirst viel zu alt für deine Kinder sein

Auch diesen Satz hört ihr bestimmt öfter –vornehmlich von der älteren Generation. Das liegt häufig daran, dass man noch vor 30 oder 40 Jahren als 40-jährige Frau wirklich schon als uralt galt. Heute betrachten wir das mit ganz anderen Augen. 40 ist noch gar kein Alter, sondern lediglich die Mitte des Lebens und eigentlich genau genommen die beste Zeit. Na klar möchten wir alle möglichst viele Jahre mit unserem Nachwuchs verbringen und erleben, wie er erwachsen wird, seinen Weg geht und vielleicht selber eine Familie gründet.

Die Lebenszeit, in der das möglich ist, sinkt dann einfach, je später man selber Mutter wird. Doch heißt das, dass man zu alt für ein Baby ist und sich daher dagegen entscheiden sollte? Es gibt so viele Vorteile der späten Mütter über 40. Man sollte einfach nur realistisch an das Projekt Kind mit Ü40 herangehen und sich bewusst sein, dass einiges natürlich anders wird als mit 20, einfach weil sich die Persönlichkeit durch die Erfahrungen verändert hat. Es kann genauso wunderschön aber auch genauso anstrengend werden wie mit 20.

Katja Nauck

Es ist eure Entscheidung

Ich war mit 35 mit meiner Tochter schwanger und kann mir jetzt mit 40 nochmal vorstellen, ein weiteres Kind zu bekommen. Sicherlich gibt es so manche Fragen, die ich mir stelle, und man überlegt sich das gut. Auf der anderen Seite kann niemand für mich mein Leben leben und ich hab nur dieses eine. Ich weiß nicht, ob eine zweite Schwangerschaft nochmal klappen könnte, weil ich eine ICSI hatte, aber ich möchte in 10 Jahren nicht bereuen, es nicht zumindest versucht zu haben.

#4 Die schlaflosen Nächte werden viel anstrengender

Diese Pauschalisierung hilft echt nicht weiter. Erstmal ist jedes Baby und Kleinkind anders. Manche schlafen schon früher längere Phasen durch, andere Jahre lang nicht. Das kommt auch darauf an, ob und wie lange ihr das Kind stillt und wie viel Nähe es nachts noch braucht. Keiner kann vor der Geburt sagen, wie das Kind später sein wird.

Schlaflose Nächte sind natürlich immer anstrengend, egal ob wir 20 oder 50 sind. Auch hier verträgt jede Frau das anders. Wenn ihr Solomutter werdet, ist das natürlich ein wichtiger Faktor. Als Paar kann man da zusammenarbeiten und sich das aufteilen. Gesetzt den Fall das Kind lässt das auch zu und lässt sich von euch beiden beruhigen. Es gibt immer viele Wenns und Abers, doch keiner kann euch vorher sagen, wie es werden wird. Auf jeden Fall wird die schlaflose Zeit vorbeigehen! Das wissen alle Eltern.

#5 Man findet weniger Unterstützung und Verständnis im Job oder privat

Manche Arbeitgeber machen den Eindruck, immer etwas dagegen zu haben, wenn eine Frau schwanger wird. Da ist das Alter der Frau unerheblich. Doch es ist nicht so, dass es immer ein Problem sein muss, wenn eine Frau im Management erst oder nochmal mit Mitte 40 Mutter wird. Das hängt wirklich von der Position ab, in der man arbeitet. Die Einstellung des Arbeitgebers sollte euch von eurem persönlichen Kinderwunsch definitiv nicht abhalten. Denn irgendwann ist es wirklich zu spät und ihr könntet es bereuen, wenn ihr doch zu lange auf den richtigen Augenblick gewartet habt, um schwanger zu werden.

Sind in eurem Freundeskreis viele erst mit Ende 30 schwanger gewesen? Dann werden sie sehr viel Verständnis für euch haben und ihr könnt euch gemeinsam treffen zu Kindernachmittagen. Noch cooler ist es, wenn einige eurer Freunde mit euch gemeinsam schwanger sind. Aber auch wenn ihr eure Freunde keine Kinder haben oder der Nachwuchs schon aus dem Haus ist: Sucht euch neue Freunde für euren Alltag, ihr werdet über Krabbelkurse, beim Spaziergang oder in der Kita einige neue Eltern kennenlernen und könnt euch gegenseitig unterstützen mit den Kindern. Manchmal braucht es eine Weile, ehe man Anschluss findet, erzwingen kann man nichts. Aber wenn ihr ein wenig offen für neue Menschen seid, dann ergibt sich das häufig.

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Bildquelle: Getty Images/petrunjela

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