Für Links auf dieser Seite erhält familie.de ggf. eine Provision vom Händler, z.B. für mit oder grünblauer Unterstreichung gekennzeichnete. Mehr Infos.
Kinderkonto: Welches ist das richtige und wann sollte man es einrichten?

Erstes Sparen

Kinderkonto: Welches ist das richtige und wann sollte man es einrichten?

Spardose oder Sparstrumpf unterm Kopfkissen, das war einmal. Kinder sehen ihre Eltern mit Bankkarte und wollen auch eine. Außerdem sollen sie lernen, mit ihrem Geld umzugehen. Ein Kinderkonto kann ein Taschengeldkonto sein, aber auch als Anlage für größere Geldsummen genutzt werden. Wann richtet man es ein und was muss man dabei beachten?

Kinderkonto: Giro für Baby?

Sobald Großeltern oder Paten mit Geldgeschenken anfangen, überlegt man sich, wo man das Geld lassen soll. Die Spardose ist eines, aber bei dreistelligen oder gar vierstelligen Beträgen bietet sich ein eigenes Kinderkonto an. Euer Kind ist bis zu seinem siebten Lebensjahr noch nicht geschäftstüchtig, deshalb habt ihr hier die Entscheidungsfreiheit und ihr verwaltet auch das Konto. Ein Girokonto, auf dem Geld nur liegt und keine Zinsen bringt, kommt da wahrscheinlich nicht infrage.

Besser ein Sparkonto

Beim Sparkonto unterscheidet ihr in einem Tagesgeld-Sparkonto und einem Festgeld-Sparkonto. Letzteres wird langfristig angelegt und hat höhere Zinsen. Dies ist eine Möglichkeit, wenn ihr möchtet, dass sich ein Guthaben auf dem Konto anspart und euer Nachwuchs das Geld erst zu einem bestimmten Termin bekommt. Da die Zinsen momentan niedrig sind, gibt es noch die Möglichkeit, in Sparanlagen oder Fonds zu investieren.

Beim Tagesgeld-Sparkonto habt ihr weniger Zinsen, aber dafür höhere Flexibilität, wenn ihr spontan das Geld braucht. Allerdings ist hier der Verfügungsrahmen auf 2000 Euro festgelegt. Möchtet ihr mehr Geld abheben, müsst ihr das Konto auflösen - die Zinsen gehen dann verloren.

Konto mit Karte

Ist das Kind älter als sieben Jahre, könnte es auch ein eigenes Girokonto bekommen. Es läuft auf den eigenen Namen und der Nachwuchs kann dann mit einer Karte selbst einen Betrag abheben. So lernt er schon früh das Geldkonzept – zu sparen und zu planen, um etwas sich leisten zu können. Ebenso wird er mit dem Bankgeschäft vertraut gemacht, sei es einen Geldautomaten zu benutzen oder eine Überweisung zu tätigen. Alles nützliche Dinge für das spätere Leben.

Sorge vor Schulden

Nun ist bei einigen Eltern sicherlich die Sorge groß, dass die Tochter oder der Sohn einfach viel mehr abhebt als eigentlich auf dem Konto drauf ist. Keine Angst – Kinderkonten sind so ausgestattet, dass es keine Möglichkeit gibt, das Konto zu überziehen. Dispokredite können auch gar nicht eingerichtet werden.

Ein Girokonto bietet sich trotzdem besser als ein Taschengeldkonto an, denn so kommen eure Kinder nicht in die Versuchung, das Geld, das eigentlich für den Führerschein gilt, schon mit 14 Jahren zu verprassen. Für größere Summen solltet ihr also eher andere Konten nutzen.

Wie richtet man ein Kinderkonto ein?

Das ist gar nicht so einfach, denn die Bank möchte, dass alles mit rechten Dingen zugeht und besteht deshalb auf einige Sicherheitsmaßnahmen. Man kann nicht spontan mit ein paar Scheinen bei der Bank auftauchen und dann ein Konto fürs Kind einrichten. Bedeutet: Jede Menge Bürokratie!

Ihr braucht zuallererst für die Einrichtung entweder ein Postident oder ein Videoident oder beide Eltern erscheinen mit Ausweisen persönlich in der Filiale.

Ein Postident bekommt ihr übrigens in fast jeder Postfiliale: Mit dem Kontoantrag, einem Postident-Coupon und eurem Ausweis geht ihr zu der Postfiliale. Dort bestätigt ein Mitarbeiter der Filiale die Richtigkeit der Angaben. Bei einem Videoident passiert alles online. Ihr benötigt dazu ein Smartphone oder einen Computer mit Webcam. Ihr müsst euren Ausweis im Videochat zeigen und dann bekommt ihr eine Transaktionsnummer, die ihr wiederum bestätigen müsst. Ob nun Postident oder Videoident – alle gesetzlichen Vertreter des Kindes müssen dies erbringen, um ein Kinderkonto zu eröffnen.

Die Identität des Kindes wird durch eine beglaubigte Kopie der Geburtsurkunde bestätigt. Habt ihr als Eltern unterschiedliche Nachnamen, benötigt ihr noch eine Kopie eurer Heiratsurkunde. Habt ihr das alleinige Sorgerecht, muss auch dies der Bank vorgelegt werden. Also nicht vergessen, die folgenden Unterlagen mitzubringen:

  • Geburtsurkunde
  • Postident oder Videoident oder (beide) Eltern mit Ausweis
  • ggf. Heiratsurkunde
  • ggf. Sorgerechtsbeschluss

Dann kann kann die Bearbeitung noch ein paar Wochen dauern, bis euer Kind nun der rechtliche Besitzer eines Kontos ist und auch ein Guthaben besitzt. Dies kann auch steuerliche Vorteile für euch haben, denn auch für ein Kinderkonto gibt es einen steuerlichen Freibetrag.

Mit Karte oder doch lieber bar?

Je älter euer Kind ist, desto eher wird es auch eine Karte für sein Konto bekommen. Der eigentlich Gedanke hinter einem Konto ist fast immer, dass die Kinder den Umgang mit Geld lernen sollen. Entweder sparen sie oder sie geben ihr Geld aus. Ihr kennt eure Kinder am besten – ist es besser, wenn ihr ihm oder ihr das Taschengeld bar in die Hände drückt oder doch auf das entsprechende Konto überweist – sei es nun Girokonto oder Sparkonto. Im Unterschied zu seinen europäischen Nachbarn ist Deutschland immer noch ein Land, das lieber bar bezahlt als mit Karte, aber das kann sich ändern.

Das sagt Anja Kleinelanghorst:

Mein Fazit

Eure Kinder werden mit dem Kinderkonto lernen, dass der Geldautomat nicht grenzenlos Geld ausspuckt und eine Karte auch mal abgelehnt werden kann. Pleite können sie mit oder ohne Bargeld werden. Auf der anderen Seite ist es schön für sie, wenn sie mit 16 oder 18 eine größere Summe auf ihrem Sparkonto vorfinden, mit dem sie sich dann einen Herzenswunsch erfüllen können oder die berufliche Zukunft finanziell ein bisschen ausgepolstert ist.

Bildquelle: Getty Images

Galerien

Lies auch

Teste dich