Die Pille danach – Fragen und Antworten

Die Pille danach gibt es in Deutschland rezeptfrei in der Apotheke zu kaufen. Wann du sie einnehmen kannst und was du dabei beachten solltest.

Die Pille danach

Seit 2015 gibt es die Pille danach rezeptfrei in Apotheken.


Verhütungsunfälle passieren schnell mal. Ein gerissenes Kondom oder eine verrutschte Spirale sind aber kein Grund zur Panik, schließlich gibt es Notfallverhütungsmittel, die auch nachträglich vor einer Schwangerschaft schützen können. Seit 2015 ist die Pille danach in Deutschland auch ohne Rezept in der Apotheke erhältlich. Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

Wie wirkt die Pille danach?

Die Pille danach kann bei Verhütungspannen vor einer ungewollten Schwangerschaft schützen. Auf dem Markt gibt es zwei verschiedene Pillen mit unterschiedlichen Wirkstoffen: Einer heißt Ulipristal und ist im Präparat ellaOne enthalten, der andere heißt Levon­orgestrel, ist älter und findet sich zum Beispiel im Präparat PiDaNa. Beide Präparate unterdrücken bzw. verzögern durch ihre hohe Hormonkonzentration den Eisprung, sodass keine Befruchtung stattfinden kann.

 

Wie lange kann die Pille danach eingenommen werden?

Grundsätzlich gilt: Je eher nach dem Verhütungsunfall die "Pille danach" zum Einsatz kommt, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass du nicht schwanger wirst. In den ersten 24 Stunden wirkt die "Pille danach" am sichersten. Die zwei verschiedenen Präparate haben eine unterschiedliche Wirkungsdauer:

  • Levonorgestrel (Handelsname PiDaNa) kann bis zu 72 Stunden nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr eingenommen werden.
  • Ulipristalacetat (Handelsname EllaOne) sollte innerhalb der ersten 120 Stunden nach dem Sex eingenommen werden.

Für wen eignet sie sich nicht?

Die Pille danach kann Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten haben, deshalb ist sie für manche Frauen ungeeignet. Manche Auch aufgrund von Unverträglichkeiten bestimmter Stoffe oder Vorerkrankungen sollten einige Frauen die Pille nicht einnehmen. Lasse dich daher unbedingt der Apotheke beraten. Doch auch für Frauen, denen von der “Pille danach abgeraten wird, gibt es eine Möglichkeit, nachträglich vor einer Schwangerschaft zu schützen: Die Spirale danach.

Bekomme ich die Pille danach rezeptfrei?

Seit dem 15. März 2015 ist die Pille danach ohne Rezept in der Apotheke erhältlich, auch in manchen Onlineapotheken. Vom Kauf der Pille danach in einem Onlineshop wird allerdings abgeraten: Denn zum einen sollte das Medikament möglichst schnell eingenommen werden, zum anderen sollte eine kurze Beratung durch die Apothekerin oder den Apotheker stattfinden. Außerdem sind die Präparate im Netz deutlich teurer.

Was kostet die Pille danach?

Die Pille danach muss selbst bezahlt werden. Bei Frauen unter 20 Jahren erstattet die Krankenkasse die Kosten, Voraussetzung für die Kostenübernahme ist jedoch weiterhin eine ärztliche Verordnung. Die Preise für die „Pille danach“ können schwanken, da es keinen festgelegten Verkaufspreis gibt, die Pille danach kostet aber im Schnitt zwischen 18 Euro und 30 €.

Welche Nebenwirkungen hat die Pille danach?

Für die Pille danach sind keine schwerwiegenden oder längerfristigen Nebenwirkungen bekannt. Häufig kommt es zu Zyklusverschiebungen, weitere mögliche Nebenwirkungen sind Übelkeit, Kopfschmerzen, Brustspannen, Kreislaufprobleme, Bauchschmerzen, Schmierblutungen oder Erbrechen. Solltest du dich ersten drei Stunden nach der Einnahme der Pille danach übergeben, muss die Pille möglichst schnell noch einmal eingenommen werden, da sie nicht mehr wirken kann.

Dürfen auch minderjährige Mädchen die Pille danach nehmen?

Für die Pille danach gibt es keine altersmäßigen Beschränkungen. Haben Apothekerinnen und Apotheker allerdings Zweifel um die geistige Aufnahmefähigkeit oder das Verantwortungsbewusstsein, können sie die Abgabe verweigern oder die Frau bitten, die Pille unter Aufsicht direkt in der Apotheke einzunehmen.

Wie oft sollte man die Pille danach maximal einnehmen?

Eine mehrmalige Einnahme der Pille danach ist nicht schädlich. Zwar können dadurch Zyklusstörungen verursacht und bei bestimmten, oft noch unerkannten Vorerkrankungen die Thrombosegefahr erhöht werden. Aufgrund der hohen Hormondosierung wird nicht empfohlen, die Pille danach mehrmals innerhalb eines Monatszyklus anzuwenden.

Pille danach statt Verhütung?

Durch die hohe Hormonkonzentration sollte die Pille danach wirklich nur im Notfall eingenommen werden und ist für eine dauerhafte Verhütung absolut nicht geeignet. Neben der hormonellen Belastung ist sie außerdem nicht sicher genug, zu teuer und mit zu vielen unangenehmen Nebenwirkungen verbunden.

Ist die Einnahme der Pille danach ein Schwangerschaftsabbruch?

Die "Pille danach" hat nichts mit der Abtreibungspille (Mifegyne) zu tun. Denn im Gegensatz zu einem medikamentösen Schwangerschaftsabbruch, der mit der Mifegyne bis zur 9. Schwangerschaftswoche möglich ist, wirkt die "Pille danach" ausschließlich vor der Einnistung der Eizelle – und damit auch vor der Schwangerschaft. Somit hat die Pille danach mit Abtreibung nichts zutun.

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