Schwanger trotz Periode: Ist das möglich?

Was ist da los?

Schwanger trotz Periode: Ist das möglich?

"Ich habe meine Tage auch in der Schwangerschaft bekommen." Wirklich? Warum eine Schwangerschaft trotz Periode nicht möglich ist und welche Blutungen durchaus normal sind: der Faktencheck!

Schwanger trotz Periode? Das gibt es nicht. Auch wenn viele Frauen davon berichten, bis weit in die Schwangerschaft hinein ihre Periode bekommen zu haben - diese Blutungen haben andere Ursachen. Denn Schwangerschaft und Menstruation könnten gegensätzlicher nicht sein.

Schwanger trotz Periode ist biologisch nicht möglich

Periode und Einnistungsblutung schließen einander aus. Während der Periode wird die Gebärmutterschleimhaut, die sich während des Zyklus aufgebaut hat, mit einer Blutung abgestoßen. Sie wird nicht weiter benötigt. Genau diese Gebärmutterschleimhaut wird aber im Falle einer Befruchtung gebraucht, denn in ihr nistet sich die Eizelle ein. Bist du erst einmal schwanger, findet kein Eisprung mehr statt - damit erübrigt sich auch die Periode.

Eine leichte Blutung zum Zeitpunkt der Einnistung tritt dagegen häufig auf - und wird ebenso oft mit der normalen Periodenblutung verwechselt, auch wenn sie sich schwächer und meist als Schmierblutung zeigt. Warum es überhaupt blutet? Nach der Befruchtung vergrößern sich die Blutgefäße der Gebärmutter in Vorbereitung auf die Schwangerschaft. Diese können bei der Einnistung verletzt werden und so kommt es zu leichten Blutungen.

Blutungen in der Frühschwangerschaft nicht ungewöhnlich

Jetzt könnte man denken: Gut, die Einnistungsblutung ist eine einzige Blutung - aber was ist mit den Frauen, die die Periode trotz Schwangerschaft weiter bekommen? Die klare Antwort ist: Auch hier handelt es sich nicht um die Menstruation. Gerade in der Frühschwangerschaft treten leichte vaginale Blutungen häufig auf – und sind erstmal auch kein Grund zur Besorgnis.

Ursache ist meist die Hormonumstellung, der Körper stellt sich auf die Schwangerschaft ein und bis alles reibungslos "eingerichtet" ist, kann es eben auch mal bluten. Diese Blutungen können zudem zyklisch auftreten, so dass frau sie leicht mit der Periode verwechselt. Sie sind in dem Fall aber wesentlich schwächer, meist sind es nur Schmierblutungen oder einige Tropfen.  Blutungen in der Frühschwangerschaft lassen sich oft nur schwer von der Periode unterscheiden, wenn vorher hormonell (z.B. mit der Pille) verhütet wurde, da dies die Dauer und Stärke der Monatsblutung oft mindert.

Wie bereits erwähnt, leichte Blutungen in der Schwangerschaft sind in den meisten Fällen harmlos. Wenn die Blutung aber stärker wird oder anhält, Schmerzen oder zusätzliche Symptome auftreten, muss eine Eileiterschwangerschaft oder Fehlgeburt ausgeschlossen werden. Darum solltest du dich unbedingt ärztlich untersuchen lassen. Wann immer du dir Sorgen machst, dass etwas nicht richtig ist - frag lieber einmal mehr als einmal zu wenig.

Schwanger trotz Periode: Erinnert sich der Körper?

Vor allem in der Alternativmedizin kursiert außerdem die Hypothese vom Körpergedächtnis: Die monatliche Regel liegt Frauen sozusagen im Blut, heißt es, und aus diesem Trott auszubrechen falle manchmal schwer. Auch so könnte man sich erklären, warum manche Frauen eine periodenähnliche Blutung während der Schwangerschaft hätten. Ob es das Körpergedächtnis wirklich gibt, ist jedoch umstritten und wissenschaftliche Belege fehlen dafür noch. Und: Schwanger trotz Periode - das ist ebenfalls ein Mythos.

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