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Schwanger trotz Sterilisation: Ist das möglich?

Schwanger trotz Sterilisation: Ist das möglich?

Gut zu wissen

Die Durchtrennung der Eileiter gilt als eine der sichersten Methoden, eine Schwangerschaft zu verhindern. Trotzdem gibt es ein geringes Risiko, danach schwanger trotz Sterilisation zu werden. Wie das sein kann.

Was ist eine Sterilisation eigentlich?

Lässt sich eine Frau sterilisieren, werden die Eileiter operativ durchtrennt oder verödet. Die Familienplanung sollte davor abgeschlossen sein, denn die Sterilisation ist eine dauerhafte und sehr sichere Form der Verhütung.

Wie sicher ist eine Sterilisation bei der Frau?

Schwanger trotz Sterilisation – das ist theoretisch möglich: Bei maximal 5 von 1000 Frauen kommt es zu einer Schwangerschaft, obwohl sie vorher den Eingriff durchführen haben lassen. Das entspricht einem Pearl-Index von 0,2 bis 0,5. Damit ist die Sicherheit der Sterilisation vergleichbar mit der der Anti-Baby-Pille, die einen Pearl-Index von 0,1 bis 0,9 hat.

Schwanger trotz Sterilisation: Welche Gründe kann das haben?

1. Fehlerhaft ausgeführte Operation

Es kann passieren, dass die OP misslingt. Danach kann man logischerweise weiterhin schwanger werden – trotz Sterilisation. Deshalb sollte unbedingt eine erfahrene Ärzt*in den Eingriff durchführen.

Achtung: Erst nach drei Monaten lässt sich einwandfrei feststellen, ob die Eileiter wirklich durchtrennt sind. Solange sollte man zusätzliche Verhütungsmittel benutzen.

2. Neue Verbindung von Gebärmutter und Eileiter

In seltenen Fällen wachsen Eileiter und Gebärmutter wieder zusammen. Nach einer sogenannten Rekanalisation ist die Frau wieder fruchtbar.

3. Eileiterschwangerschaft

Es kann nach einer Sterilisation auch passieren, dass sich die befruchtete Eizelle im Eileiter einnistet, weil der Weg zur Gebärmutter abgeschnitten ist. Dann kommt es zu einer gefährlichen Eileiterschwangerschaft. Die Eileiter können dabei zerstört werden. Außerdem besteht das Risiko für innere Blutungen.

4. Bauchhöhlenschwangerschaft

Nach einer Sterilisation kommt es in sehr seltenen Fällen auch zu einer Bauchhöhlenschwangerschaft. Der Körper beendet diese meist ohne Zutun alleine. Falls das nicht passiert, braucht es dafür – wie auch bei einer Eileiterschwangerschaft – ärztliche Unterstützung.

Schwanger trotz Sterilisation: Wer haftet?

Wer sich einer Sterilisation unterzieht, der wird vorab darüber aufgeklärt, dass das geringe Risiko besteht, trotzdem schwanger zu werden. Tritt dieser Fall ein haftet weder die operierende Ärzt*in noch das Krankenhaus.

Schwanger trotz Sterilisation: Lässt sich der Eingriff rückgängig machen?

Natürlich gibt es auch Fälle, in denen Frauen, die sich einer Sterilisation unterzogen haben, es sich anders überlegen und (wieder) einen Kinderwunsch verspüren. Grundsätzlich ist es möglich, die Sterilisation rückgängig zu machen. Allerdings ist das kein leichter Eingriff: Es muss der Bauchraum geöffnet werden und der Eileiter unter dem Mikroskop wieder zusammengefügt werden.

Das geht nur, wenn noch genügend "Material" vorhanden ist: Wurde bei der Unterbrechung der Eileiter zu viel entfernt, wird es schwierig mit der Wiederherstellung. Man spricht von 40 bis 75 Prozent Wahrscheinlichkeit, dass die OP gelingt und die Frau danach schwanger wird.

Schwanger trotz Sterilisation: Ein Weg ist eine künstliche Befruchtung

Eine Frau kann auch schwanger trotz Sterilisation werden, indem eine künstliche Befruchtung durchgeführt wird. Dabei werden Eizellen entnommen und im Labor mit den Samenzellen des Partners befruchtet. Danach werden sie direkt in die Gebärmutter eingesetzt.

Video: 7 Dinge, die euch nach der Schwangerschaft erwarten können

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Bildquelle: Getty Images / avemario

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