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Magisches Denken: Die magische Phase durchleben (fast) alle Kinder

Magisches Denken: Die magische Phase durchleben (fast) alle Kinder

Entwicklungsstufe

Eine magische Phase haben die meisten zwei- bis fünfjährige Kinder in unterschiedlicher Ausprägung. Warum magisches Denken eine ganz normale Entwicklungsstufe in der kindlichen Entwicklung ist, wie es sich äußert und ob man sich Sorgen machen muss.

Was ist magisches Denken?

Als magisches Denken bezeichnet die Psychologie eine Erscheinungsform der kindlichen Entwicklung. Dabei nimmt das Kind an, dass es durch seine Worte, Handlungen und sogar Gedanken Ereignisse hervorrufen, beeinflussen und verhindern kann. Geht nicht, gibt's nicht: "Normale" Regeln von Ursache und Wirkung spielen in dieser Phase keine Rolle.

Wie äußert sich magisches Denken bei Kindern?

Für ein Kind in der magischen Phase ist alles möglich! Denn egal, was es sich wünscht oder ausdenkt, könnte tatsächlich passieren. Das können schöne Dinge sein, aber eben auch schreckliche, furchteinflößende. Es sieht sein Denken und Handeln als Ursache dafür an, was in seinem Umfeld passiert. Gleichzeitig geht es davon aus, dass auch andere Personen in der Lage sind, etwas geschehen zu lassen. Auch Dinge werden durch magisches Denken als magisch erlebt. Magisches Denken ist eine Mischung aus Dingen, die das Kind tatsächlich erlebt und Erfundenem.

Ein paar Beispiele:

  • Das Fahrrad möchte gerade schlafen. Deshalb ist es nicht möglich, jetzt mit ihm zu fahren.
  • Weil ich nicht brav war, hat meine Mama jetzt Kopfschmerzen.
  • Die Tür zum Garten ist das Tor zum Weltall. Ich darf nicht hindurchgehen, sonst fliege ich zu den Sternen.
  • Christkind und Osterhase gibt es wirklich, ebenso wie Geister, Hexen und Monster.
  • Meine Freundin Lilli kann nur ich sehen, sie begleitet mich auch in den Kindergarten.

Wie lange hält die magische Phase an?

Laut Jean Piaget, einem Schweizer Pionier der kognitiven Entwicklungspsychologie durchlaufen alle Kinder die magische Phase, nur ist sie mehr oder weniger stark ausgeprägt. Meist beginnt diese zwischen dem zweiten und dritten Geburtstag und endet in etwa kurz vor dem Schulstart, also mit fünf bis sechs Jahren. In manchen Fällen geht das magische Denken auch noch bis ins siebte Lebensjahr hinein. Abhängig ist das von der individuellen Veranlagung und auch dem Stand der Entwicklung des Kindes.

Kann man magisches Denken mit Lügen gleichsetzen?

Magisches Denken und bewusstes Lügen sind zwei völlig unterschiedliche Dinge. Denn Kinder sind in dieser Entwicklungsphase noch gar nicht im Stande, eine bewusste Grenze zwischen Realität und Fantasie zu ziehen.

Muss man sich als Eltern Sorgen machen?

Am Anfang freuen sich die meisten Eltern noch über ihr fantasievolles Kind. Werden die Geschichten und Ängste aber immer abstruser, beginnen viele Mamas und Papas, sich Sorgen zu machen. Sie stellen sich Fragen wie: Entwickelt sich mein Kind zu einer Lügner*in? Lebt es gar nicht mehr in der Wirklichkeit? Ist es in seiner Fantasie "gefangen"? Meist sind diese Sorgen völlig unbegründet. Wenn Eltern allerdings merken, dass ihr Kind durch sein magisches Denken stark belastet ist und große Ängste verspürt, könnte ein Gespräch mit der Kinderärztin sinnvoll sein.

Wie gehen Eltern am besten mit ihrem Kind in der magischen Phase um?

Es ist wichtig, sein Kind in dieser Entwicklungsstufe ernst zu nehmen und seine Geschichten nicht als Lügenmärchen abzutun. Ein Beispiel: Ein Kind in der magischen Phase ist fest davon überzeugt, dass unter seinem Bett ein dreiköpfiger Tiger wohnt und fürchtet sich vor dem zu Bett gehen. Statt zu sagen "Den Tiger gibt es nicht, den bildest du dir nur ein!", sollten Eltern lieber mit ihrem Sprössling zusammen unter dem Bett nachsehen, um gemeinsam auszuschließen, dass sich nicht doch eine gefährliche Bestie darunter versteckt.

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Quellen:
Wikipedia.de
kindergesundheit-info.de
kita.de

Bildquelle: Getty Images / SbytovaMN

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