Frühförderung für kleine Kinder

Kleinkind

Frühförderung für kleine Kinder

Eine gute Frühförderung für Kinder kann schon in frühen Jahren schlummernde Talente wecken und fördern. Was eine gute Frühförderung für kleine Kinder ausmacht

Heute gilt man nicht mehr als überehrgeizig wenn man versucht seine Kinder und ihre Talente durch Frühförderung zeitig zu unterstützen. Denn Frühförderung bringt nicht nur ungeahnte Fähigkeiten hervor, sondern stellt durch das spielerische Lernen auch eine Art Selbsterfahrung für die Kinder dar. Die kleinen Kinder können durch die Frühförderung ihren Geist und Körper ausprobieren und sich mit Gleichaltrigen messen. Dadurch entsteht ein gesundes Selbstbewusstsein und eine gute Basis für spätere Lernerfahrungen.

Bis ins späte 20. Jahrhundert war Frühförderung noch kein Thema in der gängigen Pädagogik. Stattdessen funktionierte Erziehung nach dem Prinzip, dass Eltern die Grundbedürfnisse für ihre Kinder bereitstellten in der Annahme, dass alles Übrige sich von selbst entwickeln würde. Oder, wie die Heidelberger Entwicklungsforscherin Prof. Sabina Pauen es erklärt: „Man musste für die Hygiene sorgen, man musste zusehen, dass es genug zu essen hat, dass es Sauerstoff hat. Wenn man das alles beachtet, würde sich das Baby wunderbar entwickeln.“
Doch seitdem hat sich Einiges getan. Heute weiß man, dass auch schon kleine Kinder Lust am Lernen haben und zu einem gewissen Grad gefördert werden müssen. Die Kindergärten sind immer mehr in den Fokus der Aufmerksamkeit gerückt und dadurch auch die Frage, ob sie genügend Frühförderung für die Kinder anbieten. Während man dort reformiert, haben wir Eltern aber ein besonders spannendes Kapitel kindlicher Entwicklung ganz unter Eigenregie zu verantworten. Vor allem die Zeit zwischen 18 bis 36 Monaten, in der Sprachgefühl, Grammatiksinn, Motorik, Musikalität und soziale Intelligenz der Kinder die rasantesten Fortschritte machen, kann mit guter Frühförderung unterstützt werden.

Babys Kleinkinder spielerisch fördern

Babys  Kleinkinder spielerisch fördern
Bilderstrecke starten (1 Bilder)

Frühförderung: Vielfältige Angebote für Kinder

Frühförderung: Vielfältige Angebote für kleine Kinder

Erstaunlich groß ist mittlerweile das Angebot an organisierten Kursen in der Frühförderung, strukturierten Veranstaltungen und zielgerichteten Projekten:
PEKiP (Prager-Eltern-Kind-Programm) für die Kleinsten,
• Schwimmkurs,
• Musik- und Bewegungsgruppe,
• Indoor-Spielplatz,
• Kontakt- und Krabbelgruppe.
Allein der führende Anbieter von Kinder-Englischkursen, Helen Doron, hat 23.000 kleine Teilnehmer. Das Mindestalter für diese Frühförderung beträgt 3 Monate. Wäre so etwas eine besonders wertvolle Frühförderung für Kinder? Eine 2. Sprache, von Anfang an? Schaden kann so eine Frühförderung sicher nicht, meinen Entwicklungspsychologen. Gleichzeitig weisen sie aber auch darauf hin, dass manche Eltern dazu neigen, das Leben ihrer Kinder verkehrt herum zu denken: Von hinten nach vorn. Ein Beispiel: Niemand kann so einfach eine Sprache lernen wie Kinder. Andere Kinder wachsen schließlich zweisprachig auf, und in der Welt von morgen ist Englisch total nützlich. Also warum nicht gleich spielend lernen, die berühmte lernoffene Phase nutzen und so durch Frühförderung Zukunftskapital bilden?

Frühförderung im Bereich Sprache nur bedingt wirksam

Das klingt logisch, ist es aber nicht - kritische Geister wie die in Zürich lehrende Bildungsforscherin Prof. Elsbeth Stern raten gar, das Geld für die Frühförderung lieber auf ein Sparbuch zu legen. Belege dafür, dass Kurse der Frühförderung auch nur in die Nähe dessen kommen, was eine echte zweisprachige Umgebung vermittelt, gebe es nämlich nicht.
Gegen Frühförderung im Bereich Sprache spricht nichts, einen Tick akzentfreier klingt das Englisch durch die Frühförderung in 20 Jahren wahrscheinlich schon. Vokabular und Grammatik allerdings holen jene Kinder ohne entsprechende Frühförderung, die Englisch „erst“ in der Schule lernen, vollständig auf.

Bei Frühförderung gilt: Der Weg ist das Ziel

Bei Frühförderung gilt: Der Weg ist das Ziel

Allgemein gilt für die Frühförderung: Nicht zu didaktisch denken! Untersuchungen haben gezeigt, dass in den jüngsten Jahren Lernen durch Beibringen nicht nachhaltig funktioniert. Eine Frühförderung wie Babyschwimmen dient deshalb nicht in erster Linie dem Schwimmenlernen, sondern dazu, den Gleichgewichtssinn intensiver zu entdecken, das Wasser lieben zu lernen.
Also: Bei der Frühförderung nicht ergebnisorientiert, sondern prozessorientiert denken („Mal sehen, was wir heute im Wasser erleben“). Wie sonst selten gilt bei der Frühförderung also die Binsenweisheit, dass der Weg das Ziel ist.

Wichtigste Felder der Frühförderung

Die wichtigsten Felder in der Frühförderung sind deshalb auch jene, die nicht „rückwärts gedacht“ werden, also gemäß ihrem erwarteten Nutzen, sondern vorwärts. Sehen wir uns also an, was Kinder gerne lernen möchten - und dabei fasziniert im 2. und 3. Lebensjahr besonders die unermüdliche Arbeit an der

  • Geschicklichkeit,

  • Beweglichkeit,

  • Motorik und

  • Koordination.

Prof. Manfred Spitzer, der bekannte Ulmer Hirnforscher, hat dafür ein Wortspiel geprägt: Die Kinder lernen das Laufen „von Fall zu Fall“ - stehen immer wieder auf, beschließen nie, das Unternehmen dranzugeben, und halten durch. In der Motorik also liegt eine ungeheure Motivationsressource dieses Lebensalters, und wenn wir die sich frei entfalten lassen, schafft das Schätze für immer. Denn Bewegung bildet das Gehirn, das sich dafür belohnen lernt, wenn es etwas geschafft und im wahrsten Sinne des Wortes etwas erreicht hat - und sei es das andere Ende des Gartens.

Galerien

Lies auch

Teste dich