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Kinderfüße: Besondere Aufmerksamkeit nach ganz unten

Barfuß

Kinderfüße: Besondere Aufmerksamkeit nach ganz unten

Kinderfüße machen in den ersten Jahren eine rasante Entwicklung durch. Das erste Mal richtig zum Einsatz kommen sie beim Robben. Später stellen sich die Kleinen das erste Mal hin und irgendwann laufen die Kids auch. Und das alles binnen weniger Monate. Also: Wir Eltern sollten dem Kinderfuß Beachtung schenken.

Wie lange wachsen Kinderfüße?

In den ersten Jahren wachsen Kinderfüße rasant, genauso wie auch ihr Körper. Wir merken es an den Kinderklamotten, die, wenn sie kaum passen, auch schon wieder zu klein sind. Ähnlich ist es mit den Füßen. Kinderfüße wachsen phasenweise in rasantem Tempo – bis zu zwei Millimeter pro Monat. Ist das Jahr rum, ist mancher Kinderfuß schon drei Schuhgrößen länger.

Das Problem: Die Kleinen spüren den zunehmenden Druck kaum, weil ihr Nervensystem noch nicht ausgereift ist. Deswegen ziehen sie die Schuhe auch so gerne falsch herum an. Sie merken es nämlich gar nicht, das etwas nicht stimmt.

Bis zur Pubertät wachsen die Füße dann weiter, wenn auch nicht mehr so schnell. Bis zu einem Alter von 16 Jahren können Kinderfüße wachsen.

Ist eine Fußfehlstellung Grund zur Sorge?

Vermeintlichen Deformierungen können sich von selbst wieder richten. Schwere Fehlstellungen der Füße, die besonders behandelt oder gar operiert werden müssen, haben nur etwa zwei Prozent aller Kinder.

Wer sein Kind beim Laufen lernen beobachtet hat, weiß, dass am Anfang die gesamte Fußfläche den Boden berührt. Plattfuße deluxe zuzusagen. Das ist aber völlig normal, denn das Fußgewölbe richtet sich erst mit der Zeit auf.

Der ganze Körper der Kleinen muss noch wachsen und sich entwickeln – und dazu gehören natürlich auch Beine und Füße. Mit jedem Schritt, den eure Kinder machen, werden die Muskeln und Bänder stärker. Das beginnt bereits mit dem ersten Aufstellen des Babys etwa ab dem 10. Monat.

Plötzlich müssen die Beine und Füße das gesamte Körpergewicht tragen. Die Folge: Die noch überbeweglichen Gelenke und der schwache Bänderapparat der Kleinen bieten keine ausreichende Stütze.

Folgende Fehlstellungen gibt es:

  • Plattfuß
  • Spreizfuß
  • Knickfuß
  • Knicksenkspreizfuß
  • Senkspreizfuß
  • X-Beine
  • O-Beine

Die O-Form hat sich zumeist bis zum Alter von etwa drei Jahren ausgewachsen, X-Beine werden in der Regel bis zum Eintritt ins Schulalter von der Natur gerichtet.

Aber genau deswegen ist es auch so wichtig, die Kinder nicht frühzeitig hinzustellen oder mit ihnen an der Hand laufen zu wollen. Das ist eine Überforderung für Muskeln und Bänder und schadet mehr, als das es nützt. Deswegen auch ein klares "Nein" zu Lauflernwagen.

Wann solltet ihr doch wegen Problemen am Kinderfuß zum Arzt?

Den idealen Fuß – gibt es den überhaupt? Nein, meinen Orthopäden. Generell gilt: Die meisten Fuß- und Beinprobleme wachsen sich bis zum Alter von etwa 15 Jahren aus. Erst dann sind das Längenwachstum und der Muskelaufbau abgeschlossen. Sollte euer Sprössling jedoch über Fuß-, Knie-, Hüft- und Rückenschmerzen klagen, für die es keine Erklärung gibt, solltet ihr einen Kinderorthopäden zu Rate ziehen.

Das gilt auch bei motorischen Entwicklungsverzögerungen oder Koordinationsstörungen. Sie können mit sogenannten sensomotorischen Einlagen ausgeglichen werden.

Welche Schuhe sind für Kinderfüße am Besten?

Experten sind sich einig: So lange wie möglich sind keine Schuhe das Beste. Schuhe brauchen die Kleinen erst, wenn sie auch draußen frei laufen und wenn es kalt wird. Im Sommer können die Kleinen super Barfuß (im Garten) laufen oder ihr kauft Lederschlappen (z. B. von Dotty Fish über Amazon für 19,99 €) , das reicht völlig.

Auch Socken im Haus sind völlig unnötig und schränken die Kinderfüße ein. Dass Füße und auch Hände bei den Kleinen kalt sind, ist völlig normal. Solange der Rumpf warm ist, ist alles bestens. Geht es dann Richtung Herbst, reichen Stulpen statt Socken. Haben die Kleinen warme Fußgelenke, ist nämlich auch der Fuß warm und dem Barfußlaufen steht weiterhin nichts im Weg.

Das Problem mit dem Kinderschuh ist nämlich, dass er optimal passen muss: Kinderschuhe bieten dem Fuß nicht immer den besten Bewegungsraum. Das ist fatal, besonders in der sensiblen Wachstumsphase bis zur Pubertät. Steckt der Fuß in zu kleinen Schuhen, kann er nicht abrollen, er wird gestaucht, in die Breite gespreizt, und die Zehen verkrallen sich.

Ähnlich geschädigt wird er auch, wenn er in zu großen Schuhen steckt, weil er beim Vorwärtsgehen ständig nach vorne rutscht. Doch es ist oft nicht so ganz einfach festzustellen, ob die Kleinen ihren Kinderschuhen schon entwachsen sind.

Es ist daher ungemein wichtig, dass Kinderschuhe folgende Kriterien erfüllen:

  • maximal biegsame Sohle
  • breite Zehenbox, damit die Zehen nicht gequetscht sind
  • 8-11 Millimeter Platz nach vorne

Wie messt ihr aber nun die Kinderfüße richtig?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten Kinderfüße zu messen.

  1. Die Einfachste ist: Stellt euer Kind auf ein Blatt Papier und umrandet die Füße. Am besten Nachmittags messen und wichtig ist, dass das Kind gleichmäßig auf beiden Füßen steht. Rechnet dann noch 11 Millimeter nach vorne drauf und ihr habt die Fußlänge und die Fußbreite ermittelt. Hier habt dann eine Schablone, die ihr auf die Sohle des Schuhs legen könnt.
  2. Tolles Tool zum Füßemessen ist das Schuhmessgerät von Clevermess (z. B. über Amazon für 39,55 €). Damit könnt ihr nämlich erst den Kinderfuß in Breite und Länge messen und anschließend den Kinderschuh. Das Gerät sagt euch dann, ob die zuvor gemessenen Kinderfüße in den Kinderschuh der Wahl passen.
Clevermess Kids - Digitales orthopädisches Fuß & Schuhmessgerät für Länge & Breite

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Wie oft solltet ihr Kinderfüße messen?

Je kleiner die Kinder, desto häufiger. Bei Kleinkindern könnt ihr ruhig alle zwei bis drei Monate mal prüfen, ob die Schuhe noch passen. Werden die Kinder älter, entwickeln sie auch irgendwann ein Gefühl dafür, ob der Schuh gut sitzt.

Beobachtet eure Kinder auch ruhig beim Laufen. Mit der Zeit entwickelt ihr ein Gefühl dafür, wie sie "rund" laufen und dann könnt ihr sehen, wenn der Schuh kneift.

Quellen: Weitere Tipps zum Thema Kinderfüße und allgemein zur Anatomie von Babys und Kleinkindern findet ihr auf dem Instagram Kanal der Kinderphysiotherapeutin Maike. Und alles rund um Kinderfüße und Barfußlaufen bei vivi.barfuß.

Sarah Plück
Das sagtSarah Plück:

Für Lederschlappen

Unser Sohn trägt bis heute kaum Socken, auch als Baby hatte er nie Socken an. Damals war es noch eine Intuition, mittlerweile habe ich mich mit dem Thema etwas auseinander gesetzt. Der Kleine läuft nun seit einigen Wochen nur noch, hat aber bis jetzt keine Schuhe, aber dafür das dritte paar Lederschlappen durchgerockt. Aber jetzt ist es soweit und der erste Schuhkauf steht an!

Bildquelle: Gettyimages/Tetiana Soares

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