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Cytotec: Kliniken nutzen nicht zugelassenes Medikament zur Geburtseinleitung

Skandal

Cytotec: Kliniken nutzen nicht zugelassenes Medikament zur Geburtseinleitung

Das Medikament Cytotec ist billig und effektiv – und in der Geburtshilfe nicht zugelassen. Trotzdem nutzen viele Klinken die Tablette zur Geburtseinleitung. Im schlimmsten Fall kann das aber zu schweren Komplikationen führen – bis hin zum Tod von Müttern und Babys.

Es ist ein echter Skandal, den Süddeutsche Zeitung und Bayerischer Rundfunk nun publik machten: Jede zweite Klinik in Deutschland nutzt das Medikament Cytotec zur Einleitung von Wehen. Die Tabletten sind in Deutschland als Magenmedikament zugelassen, keinesfalls aber in der Geburtshilfe. Dass es Wehen auslöst, wurde zufällig entdeckt. Die Hälfte der deutschen Klinken setzt es genau dafür ein. Und das, obwohl es dramatische Folgen mit sich bringen kann.

Gesundheitsbehörden aus USA und Frankreich warnen

Während Gesundheitsbehörden anderer Länder wie den USA oder Frankreich explizit davor warnen, hätten deutsche Behörden laut report München nicht einmal Kenntnis von den Problemen. Dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) lagen laut Medienberichten jedoch bis Ende Oktober 2019 74 Verdachtsmeldungen vor, laut denen es Nebenwirkungen im Zusammenhang mit Cytotec bei der Geburtseinleitung gab. Darunter war auch ein Todesfall, bei dem ein Baby vier Tage nach der Geburt durch eine Lungenblutung gestorben sei.

Mehrere Todesfälle

Dieser Todesfall ist aber nicht der einzige: In Frankreich und den USA sind noch mehr Fälle bekannt, bei denen Baby oder Mutter nach Geburtseinleitung mit Cytotec ihr Leben verloren haben. Auch kam es zu schweren Gehirnschäden wegen einer Sauerstoffunterversorgung von Kindern, in seltenen Fällen sei die Gebärmutter der Frauen gerissen.

Wer bei sich selbst Komplikationen in Verbindung mit Cytotec vermutet, kann sich an seine Krankenkasse wenden, um den Fall prüfen zu lassen. Auch ist es möglich die Nebenwirkungen selbst unter www.nebenwirkungen.pei.de an die deutsche Überwachungsbehörde zu melden.

Bildquelle: Getty Images/Motortion

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