Schwangerschafts­vitamine im Test: Stiftung Warentest gibt grünes Licht für günstige Produkte

Gut versorgt?

Schwangerschafts­vitamine im Test: Stiftung Warentest gibt grünes Licht für günstige Produkte

Die meisten Mamas greifen auf Schwangerschaftsvitamine zurück. Leider sind ärztlich empfohlene Produkte oft teuer und müssen aus der eigenen Tasche bezahlt werden. Die Stiftung Warentest hat sich angesehen, was die Produkte und ihre günstigen Alternativen alles können.

Schwangerschafts­vitamine im Test: So wurde getestet

Die Stiftung Warentest war shoppen! Für den Nahrungsergänzungsmittel in der Schwangerschaft Test 2018 wurden 17 Präparate für Schwangere eingekauft und auf ihre Inhaltsstoffe und die Versprechen auf der Packung überprüft.

Zunächst wurden die Konzentrationen der enthaltenen Nährstoffe mit den offiziellen Empfehlungen verglichen. Quellen waren D-A-CH, das Netzwerk “Gesund ins Leben”, das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) und Efsa, die europäische Lebensmittelbehörde. Das Tolle: 16 Produkte entsprachen den Empfehlungen, nur ein Produkt enthielt die Hälfte des empfohlenen Folsäure-Gehalts von mindestens 400 mg. Auch im Bereich Schadstoffe gab die Stiftung Warentest Entwarnung: Es wurden keine bedenklichen Verbindungen und giftigen Schwermetalle gefunden.

Wichtig waren im Test auch die Marketing-Versprechen: Dabei hielten alle Produkte die Hersteller-Angaben auf der Packung ein. Allerdings fehlten bei eisenhaltigen Präparaten die Warnung, dass eine Einnahme ohne ärztliche Absprache nicht empfehlenswert ist (mehr dazu im Text).

Schwangerschaftsvitamine Testsieger: Auch günstige Produkte sind empfehlenswert

Im Schwangerschaftsvitamine Test wurden keine Noten vergeben, sondern eine Einstufung der Produkte als geeignet oder ungeeignet vorgenommen. Das Schöne: Auch günstige Präparate, z. B. Avitale Folsäure 800 Plus (Shop Apotheke) und von Rossmann Altapharma (Rossmann)* sind empfehlenswert! Mit der Einschränkung, dass die Drogerie-Schwangerschaftsvitamine von dm, Rossmann und Co. häufig Eisen enthalten. Hier solltet ihr vor der Einnahme mit eurer Ärztin Rücksprache halten.

Die teuren Produkte aus der Apotheke, die Ärzte meist empfehlen, konnten aber ebenfalls überzeugen: Femibion 1 Frühschwangerschaft (Shop Apotheke) ohne Einschränkung, Elevit z. B. ebenfalls mit Eisen-Hinweis.

Drei der Testsieger im Detail

Avitale Folsäure 800 Plus

Avitale Folsäure 800 Plus

Das zertifiziert vegane Schwangerschaftsvitamin war das günstigste im Test und kostet uns Mamas zum Vollpreis von 8,57 € nur rund 7 Cent pro Tag! Enthalten sind Folsäure, Jod und Vitamin B12, das für vegane Schwangere als Nahrungsergänzungsmittel essentiell ist. Avitale Folsäure 800 Plus ist im 120er-Pack für 5,49 € bei Shop Apotheke erhältlich.

Femibion 1 Frühschwangerschaft

Femibion 1

Wohl eines der bekanntesten Vitamine für Schwangere ist Femibion, das als sowohl für die Frühschwangerschaft als auch ab dem 2. Trimester mit zusätzlicher Fischölkapsel erhältlich ist. Ersteres hat sich die Stiftung Warentest angesehen. Enthalten ist hier ein umfangreicher Komplex aus Folsäure, Jod, B-Vitaminen, Vitamin C, D, E und Biotin. Laut Hersteller ist die enthaltene Form der Folsäure besonders bioverfügbar – kann vom Körper also besser aufgenommen werden. Die Kombination kostet aber: Zum Vollpreis müssen Mamas dafür 81 Cent pro Tag hinlegen.

Bei Shop Apotheke ist der 84-Pack (für die kompletten ersten 12 Wochen) für 48,99 , also 58 Cent pro Tag, erhältlich. Auch kleinere Packungen könnt ihr hier finden, wenn ihr später im ersten Trimester mit der Einnahme beginnt.

Rossmann Althapharma Schwangerschaftsvitamine + DHA

Rossmann Schwangerschaftsvitamine

Für im Schnitt 10 Cent pro Tag könnt ihr euch auch mit Rossmann Schwangerschaftsvitaminen eindecken, die neben Folsäure, Jod, B-Vitaminen, Vitamin C, D, E und Biotin auch die Omega-3-Fettsäure DHA enthalten, die ab dem 2. Trimester eine große Rolle in der kindlichen Gehirnentwicklung spielt. Vorsicht Vegetarierinnen: Die Tabletten enthalten Fischöl. Althapharma Schwangerschaftsvitamine + DHA bekommt ihr am günstigsten direkt bei Rossmann für 2,99 € für 60 Stück bzw. 30 Tage.*

Schwangerschafts­vitamine Test: Die Verlierer

Die gute Nachricht: Nur eins der Produkte im Test war für Schwangere ungeeignet und ist nicht mehr in Produktion. Der Grund: Die angegebene Folsäure-Menge war nicht hoch genug. Deshalb Augen auf: 400 mg sollten es mindestens sein, um euren Mehrbedarf zu decken!

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Folsäure und Jod sind essenziell

In der Regel ist ein Multivitamin oder eine zusätzliche Nährstoffzufuhr in der Schwangerschaft nicht nötig, denn den erhöhten Bedarf können die meisten auch über eine ausgewogene Ernährung decken.

Langjährige Studien haben aber ergeben, dass eine tägliche, zusätzliche Zufuhr von Folsäure und Jod schwerwiegende Fehlentwicklungen beim Baby verhindern kann. So empfiehlt auch die Stiftung Warentest die Einnahme von Präparaten, die mindestens 400 mg Folsäure und 150 µg Jod enthalten. Wichtig: Bei Schilddrüsenerkrankungen, die auch kurzzeitig in der Schwangerschaft entstehen können, kann eine Jodzufuhr gefährlich sein. Aufschluss gibt der Bluttest zur 1. Vorsorgeuntersuchung. In dem Fall könnt ihr auf Schwangerschaftsvitamine ohne Jod, z. B. von Femibion oder Floradix, zurückgreifen.

Multivitamine sind kein Muss

Fühlt ihr euch fit und ernährt euch ausgewogen, sind Multivitamine also gar nicht nötig. Dennoch können sie helfen, Zeiten starker Morgenübelkeit oder einseitiger Ernährung zu überbrücken. So helfen B-Vitamine gegen Übelkeit und Appetitlosigkeit, Vitamin C ist sogar besonders wichtig für die kindliche Entwicklung und sollte zugeführt werden, wenn ihr euren Bedarf von 110 mg pro Tag nicht über Obst oder Gemüse decken könnt oder durch Krankheit oder Rauchen ein Mehrbedarf entsteht. Auch hier könnt ihr mit eurer Ärztin oder Hebamme Rücksprache halten.

Wichtig: Wollt ihr ein Multivitamin einnehmen, solltet ihr aber unbedingt auf Präparate für Schwangere zurückgreifen. Standard-Multipräparate enthalten meist Vitamin A, das in der Schwangerschaft nicht eingenommen werden darf!

Eisen nach ärztlicher Absprache

Viele Präparate für Schwangere enthalten Eisen. Laut Stiftung Warentest ist das bedenklich, denn nicht jede Frau benötigt eine künstliche Eisenzufuhr, auch, wenn ein Eisenmangel vor und während der Schwangerschaft keine Seltenheit ist. Eine erhöhte Aufnahme kann aber schnell zu Bauchschmerzen und Verstopfung führen. Deshalb gilt: Zunächst mit der Ärztin abklären, ob eine Substitution sinnvoll ist. Ein Blutbild gibt hier schnell Aufschluss.

DHA bei Verzicht auf Seefisch

Die Tester machen darauf aufmerksam, dass auch eine DHA-Zufuhr kein Muss ist: Wer zwei- bis dreimal die Woche fetten Seefisch isst, deckt seinen Bedarf an der wichtigen Omega-3-Fettsäure. Kein Fisch-Fan? Dann ist die Einnahme eines Nahrungsergänzungsmittels mit DHA sinnvoll. Kapseln mit DHA-reichem Algenöl sind eine tolle Alternative für vegane und vegetarische Mamas. Der Vorteil: Es bereitet weniger Bauchprobleme, ist geruchsneutral und garantiert schwermetallfrei.
Kein Fan von Kombipräparaten? Algenöl und Fischöl könnt ihr auch zusätzlich zu eurem regulären Schwangerschaftsvitamin einnehmen. Unser Favorit ist das Algenöl von Testa, hier für 19,95 € pro 60 Kapseln über Amazon. 

* gesponserter Link

Quelle: Stiftung Warentest

Jennifer Kober
Das sagtJennifer Kober:

Mein Fazit

Nicht immer müssen es Pillen sein. Allerdings ist es mit Schwangerschaftsbeschwerden im hektischen Alltag (Job, Familie, Kleinkind, anyone?) nicht leicht, auf eine gesunde Lebensweise zu achten. Und gerade dann wollen wir doch sichergehen, dass es unserem Bauchbewohner an nichts fehlt. Ich selbst als Vegetarierin setze auf eine Kombi aus Schwangerschaftsvitamin plus separat gekauftem Algenöl. Toll zu lesen, dass auch die verlockend günstigen Drogerie-Präparate so gut abschneiden. Auch deshalb, weil viele von uns sich ja nicht nur in der Schwangerschaft, sondern auch in der folgenden Stillzeit mit Mama-Vitaminen eindecken.

Bildquelle: Getty Images/ millann, Stiftung Warentest

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