Ernährung in der Stillzeit: Die richtigen Lebensmittel fürs Baby

Futtern ohne Folgen

Ernährung in der Stillzeit: Die richtigen Lebensmittel fürs Baby

Was für dich lecker schmeckt, kann fürs Baby Blähungen, wunder Po oder sogar zu wenig Muttermilch bedeuten. Deshalb solltest du bei deiner Ernährung in der Stillzeit nicht einfach munter drauf los schlemmen, denn sonst folgt auf eine stillende Nacht vielleicht keine heilige Nacht mehr. Wir erklären dir, welche Lebensmittel Top oder Flop sind.

Es gibt zwei Dinge, die Babys ausschließlich in ihren ersten Lebensmonaten machen: trinken und schlafen. Aber wie ruhig und wie lange der Schlaf für die Kleinen wird, und somit auch die Erholung für die Mama, hängt ebenfalls davon ab, ob sie das Stillen gut vertragen. Und das hat ganz viele unterschiedliche Faktoren und Ursachen. In erster Linie kannst du alle Lebensmittel einmal ausprobieren und schauen, wie dein Sonnenschein darauf reagiert. Außerdem musst du nicht für die nächsten Jahre aufpassen und verzichten, denn je älter das Stillkind ist, desto mehr wird es tolerieren. Und spätestens ab der Beikostzeit gibt es viel weniger Einschränkungen. Dennoch ist gerade am Anfang die Verwirrung groß, was noch auf den Essensplan kann und darf. Wir bringen zum Thema “Welche Ernährung in der Stillzeit?” etwas Licht in die dunkle Stillecke...

Was können Stillende essen und trinken?

Ähnlich wie in der Schwangerschaft soll die Ernährung als Mama ausgewogen und frisch sein. Und lieber nicht bei den Vitaminen und Ballaststoffen sparen. Der Vorteil bei der Ernährung in der Stillzeit: Du musst nicht mehr auf rohes Fleisch, Rohmilchprodukte und Käse mit Rinde verzichten, denn durch das Stillen selbst sind Toxoplasmose und Listeriose nicht übertragbar. Zudem hätte eine Infektion des Säuglings nicht die gleichen Auswirkungen wie auf ein ungeborenes Kind, da das Baby bereits eine eigene Immunabwehr hat. Trotzdem gilt weiterhin oberste Hygiene bei der Zubereitung der Speisen, denn eine Lebensmittelinfektion durch z. B. Salmonellen hätte Folgen für Mama und Baby.

Die fünf Gebote für die Ernährung in der Stillzeit

1. Bedenke blähende Lebensmittel.

Es ist zwar medizinisch nicht bewiesen, dass Essen mit luftigen Folgen auch Einfluss auf die Muttermilch haben, aber wenn du bemerkst, dass dein Mini-me trotzdem irgendwie darauf reagiert, solltest du gerade am Anfang, wenn die Babys ausschließlich von der Muttermilch lebt, folgendes reduzieren:

  • Hülsenfrüchte

Sojabohnen, Erbsen, Linsen, Bohnen oder Kichererbsen sind der Hit in der Low-Carb-Ernährung, sind aber in beim Stillen mit Vorsicht zu genießen.

  • Zwiebeln, Knoblauch und Kohl

Alle drei Zutaten polarisieren sehr – man hasst sie oder kann gar nicht davon genug kriegen. Gerade in der kalten Jahreszeit sind sie in der Küche für deftiges Essen sehr begehrt. Aber hier gilt erstmal: Wenn ausprobieren, dann nur in kleinen Mengen.

  • Scharfe Speisen

Wenn die Geburt überfällig ist und der neue Erdenmensch einfach nicht kommen will, raten manche Hebammen zu scharfen Gerichten, da es die Wehenproduktion anregen kann. Während der Stillzeit sollte die Ernährung allerdings nicht zu spicy sein.

  • Kuhmilch

Bei Säuglingen, die an 3-Monats-Koliken leiden, kann eine Unverträglichkeit von Kuhmilch bzw. das fremde Eiweiß, was in die Muttermilch übergegangen ist, die Ursache für das Leiden sein.

2. Das Ende vom Schlaraffenland: milchreduzierende Lebensmittel

  • Salbei, Pfefferminze und Petersilie

Bevor du literweise Salbei- oder Pfefferminztee schlürfst, bitte nicht. Diese Kräuter können dafür sorgen, dass das Milchmärchen schnell auserzählt ist. Ebenso gilt das für Petersilie. Für Mamas, die abstillen wollen oder müssen oder mehr Milch produzieren, als der kleine Wurm braucht, ist diese Kombination natürlich hilfreich.

  • Alkohol

Hochprozentiges? Nein, danke! Auch ohne Stilldemenz wissen Mamas, dass Alkohol keine gute Idee ist. Dennoch hält sich der Glaube, dass ein Gläschen Sekt oder Wein bei Stillproblemen hilft, die Mami lockerer macht und die Milchbildung anregt. Im Gegenteil, Alkohol hemmt den Milchspendereflex und verändert zusätzlich den Geschmack und Geruch von Muttermilch.

3. Oh no, bitte keinen wunden Po!

Sauer macht lustig – und leider rot und wund. Zitrusfrüchte, egal ob pur oder als Saft, schmecken erfrischend, sind aber nicht für alle Babys ohne Folgen. Deswegen auch beim Multivitaminsaft aufpassen, auch wenn z. B. der Orangensaft mit anderen Obstsorten vermischt ist. Ebenfalls gilt das für Bananen, Johannisbeeren, Kiwis, Nektarinen, Mirabellen und Pfirsiche.

4. Grünes Licht auf der Ernährungsampel für die Stillzeit

Milch- und verdauungsanregend und dabei nicht blähend: Ein Hoch auf diese Lebensmittel:

  • Gemüse (Artischocken, Auberginen, Avocado, Fenchel, Karotten, Kartoffeln, Mangold, Salat, Sellerie, Sojasprossen, Steckrüben, Zucchini)
  • Obst (Äpfel, Aprikosen, Himbeeren, Kirschen, Melonen, Weintrauben, Trockenfrüchte)
  • Schlehensaft
  • Malzbier (Vorsicht, Kalorienbombe!)
  • Dinkelkaffee
  • Vollkorngetreide (Hafer, Grieß, Hirse, Gerste, Nudeln, Vollkornbrot, Reis)
  • Mandeln

5. Stillzeit ist Trinkzeit für die Mama

Das wichtigste Gebot lautet: Viel trinken, am besten zu jeder Stillmahlzeit, denn das regt die Milchbildung an. Empfohlen werden 2 bis 2,5 l täglich und du hast die Wahl aus Wasser, Mineralwasser (still oder medium), Saftschorlen mit deutlich mehr Wasseranteil oder ungesüßtem Kräutertee.

Bildquelle: Getty Images/hedgehog94

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