Toxoplasmose Test: Macht er für Schwangere wirklich Sinn?

Ein Drittel immun

Toxoplasmose Test: Macht er für Schwangere wirklich Sinn?

Eine Ansteckung mit dem Parasit Toxopasma gondii ist eigentlich ungefährlich – es sei denn, man erwartet ein Baby. Deshalb bieten viele Frauenärzte gleich zu Beginn der Schwangerschaft einen Toxoplasmose Test an. Ob er Sinn macht, wer ihn zahlt und wie man sich vor der Infektion schützt.

Was ist Toxoplasmose eigentlich?

Der Parasit Toxoplasma gondii kommt in Katzenkot, rohem Fleisch und Erde vor – und kann so auch auf Obst und Gemüse gelangen. Wer sich mit Toxoplasmose angesteckt hat, merkt das oft gar nicht. Bei manchen treten auch grippeähnliche Symptome wie Fieber oder eine Lymphknotenschwellung an, die aber oft nicht mit einer Toxoplasmose Infektion in Verbindung gebracht werden und in der Regel auch nicht behandelt werden müssen. Wer es einmal hatte, kann sich lebenslang nicht mehr damit anstecken.

Warum ist Toxoplasmose für Schwangere gefährlich?

Während Toxoplasmose normalerweise harmlos verläuft, kann eine Erstinfektion in der Schwangerschaft gefährlich werden: Das ungeborene Kind kann schwere Schäden erleiden, wie zum Beispiel Gelbsucht, Leberschäden, ein Wasserkopf, Augenentzündungen oder ein zu kleiner Kopf. Im schlimmsten Fall kommt es zu einer Fehl- oder Frühgeburt.

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Allerdings muss die Infektion nicht automatisch auf das Ungeborene über gehen. Das Risiko einer Ansteckung steigt, je weiter die Schwangerschaft schon fortgeschritten ist. Anders herum verhält es sich mit der Schwere der Schäden: Die fallen in der Frühschwangerschaft oft wesentlich gravierender aus als im weiteren Verlauf.

Wie viele Schwangere sind immun gegen Toxoplasmose?

Die gute Nachricht: Mindestens jede dritte Schwangere ist bereits immun gegen die Krankheit und muss sich deshalb keine Sorgen machen, sich anzustecken. Werdende Mütter, die noch keine Toxoplasmose-Infektion hinter sich haben, sollten sich so gut wie möglich vor einer Ansteckung schützen.

Wie weiß man als Schwangere, dass man gegen Toxoplasmose immun ist?

Dafür gibt es den Toxoplasmose Test, den die meisten Frauenärzte einer schwangeren Frau bereits bei der ersten Untersuchung im ersten Trimester optional anbieten. Dafür wird Blut abgenommen und in einem Labor untersucht. Durch den Test erfährt man, ob man die Krankheit schon einmal hatte und deshalb immun dagegen ist.

Zu Beginn der Schwangerschaft bietet der Frauenarzt einen Toxoplasmose Test an

Werden die Kosten für den Toxoplasmose Test von den Krankenkassen übernommen?

Wenn kein begründeter Verdacht auf eine akute Infektion vorliegt, kommen die Kassen in der Regel nicht für den Toxoplasmose Test auf. Er zählt damit zu den individuellen Gesundheitsleistungen (IGeL) und kostet durchschnittlich zwischen 14 und 16 Euro.

Sollte man den Toxoplasmose Test nun machen lassen?

Das bleibt natürlich jeder Schwangeren selbst überlassen. Fakt ist aber, dass man im Falle einer Immunität eine Sache weniger hat, um die man sich Sorgen machen muss. Treten zum Beispiel grippeähnliche Symptome auf, können es schon mal keine Anzeichen für Toxoplasmose sein.

Wie kann man sich vor Toxoplasmose in der Schwangerschaft schützen?

  • Es wird empfohlen, kein rohes oder halbrohes Fleisch oder Rohwurst zu essen.
  • Wer beim Kochen mit rohem Fleisch in Berührung kommt, sollte sich danach gründlich die Hände reinigen.
  • Hände waschen sollte eine Schwangere auch nach einem Spielplatzbesuch, der Gartenarbeit (hierzu am besten Handschuhe tragen) und generell vor der Zubereitung von Essen und vor dem Essen selbst.
  • Obst und Gemüse muss vor dem Essen gut gewaschen werden.
  • Eine werdende Mama sollte kein Katzenklo reinigen.

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Können gegen Toxoplasmose immune Schwangere auf diese Vorsichtsmaßnahmen verzichten?

Nein, auf rohes Fleisch sollte auch dann verzichtet werden, wenn man Toxoplasmose bereits hatte. Denn durch nicht Durchgegartes begibt man sich auch in die Gefahr einer  Infektion mit Listerien.

Auch gründliches Waschen von Obst und Gemüse und regelmäßiges Händewaschen sind für alle Schwangeren Pflicht!

Bildquelle: naumoid / Getty Images

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