Rituale fürs Essen, fürs Kranksein und für Abschiede

Auch beim Essen, bei Krankheiten und bei Abschieden können Sie Rituale einführen, die Ihrem Baby helfen. Wir geben Tipps dazu.


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Rituale fürs Baby bei Essen und Krankheit


Bei Säuglingen wird sich die Mutter zum Stillen eher noch zurückziehen. Aber mit der ersten Beikost bekommt das Baby einen Platz am Familientisch! So bekommt es alles mit und fühlt sich mehr als Teil der Familie, als wenn es allein im Hochstuhl gefüttert wird.

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Endlich bei den Großen mitessen, das finden Babys spannend! Auf diese Grundregeln sollten Sie dabei aber bestehen - und zwar bei allen Familienmitgliedern.


Aber Vorsicht: Außergewöhnliche Situationen beim Essen prägen sich bei Babys und Kleinkindern sehr schnell ein. Achten Sie darauf, dass problematische Essgewohnheiten nicht zur Fütterstörung bei Ihrem Kind führen. Wichtig sind also feste Regeln, wenn es ums Essen geht (z.B. wenn gegessen wird, bleibt der Fernseher aus).

Größere Kinder dürfen beim Kochen, Tischdecken und Essenrichten helfen und den Tischspruch aus dem Kindergarten zum Besten geben.

Rituale können sogar eine heilsame Wirkung haben: Zum Beispiel, wenn der Nachwuchs krank geworden ist. Dann gibt's eben mal eine Portion Gummibärchen extra, der kleine Patient darf im Bett essen, bekommt die Lieblingsbücher vorgelesen und ist für kurze Zeit der Familienmittelpunkt.

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Die eigene Geschichte, Rituale und Traditionen schweißen die Familie zu einer Einheit zusammen


„Rituale sind gut, weil sie Halt geben und so Ängste reduzieren können“, resümiert der Psychologe Jörn Borke. Und sie können auch den Familienzusammenhalt fördern: Beim gemeinsamen, langen Sonntagsfrühstück, dem ein toller Ausflug oder Spiele-Nachmittag folgt. Da findet jede Familie ihre eigenen, festen Abläufe - genauso wie für Feier- und Geburtstage. Und die bleiben schließlich bis ins Erwachsenenalter wichtig.
Abschiedsrituale erleichtern Trennungen
Das Schlafengehen ist für das Baby so etwas wie eine erste Trennung von den Eltern. Einschlafrituale bedeuten hier für ein Baby wie für Eltern Erleichterung und Sicherheit. Und dieses Prinzip gilt auch dann, wenn das Baby zum ersten Mal in die Kita, zur Tagesmutter oder in den Kindergarten geht.

Bei einem kleinen Abschiedsritual kommt dem Lieblingsstofftier eine große Bedeutung zu. Das sogenannte „Übergangsobjekt“ macht den Abschied fürs Baby erträglich - und damit die langsame Abnabelung von Mama: „Es kann Kindern den Schritt von der Mutter-Kind-Beziehung hin zu anderen Beziehungen erleichtern“, erklärt der Psychologe Jörn Borke. „Kinder suchen sich ihr Lieblingsstofftier selbst aus, das fängt etwa zwischen vier und zwölf Monaten an. Eltern sollten die Wahl des Kindes respektieren.“ Auch wenn es sich ein vielleicht weniger ansehnliches Exemplar als „Übergangsobjekt“ aussucht.

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Wie das Einschlaf-Ritual sollten Abschiedsrituale nicht zu lange dauern. Ein Kuss, ein kurzes „Tschüss, bis nachher!“ - und Mama kann gehen. Das können Sie zunächst auch üben, indem Sie den Nachwuchs zur Oma bringen oder die Babysitterin für ein, zwei Stunden kommen lassen. Dann lernt Ihr Kind früh: Mama geht für eine Weile weg, aber sie kommt auch immer zurück!

Umso ausgiebiger darf dafür das Begrüßungsritual nach überstandener Trennung ausfallen!


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