Husten beim Baby: Woher er kommt und was Sie tun können

Der Husten ist ein wichtiger Schutzreflex, der die Atemwege befreien soll. Warum Husten bei Babys und Kleinkindern keine Seltenheit ist und welche Maßnahmen den Kleinen bei starkem Husten helfen können, erklären wir Ihnen in unserem Ratgeber.


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Baby hat Husten


© Thinkstock
Husten bei Babys und Kleinkindern kommt recht häufig vor und ist in den meisten Fällen harmlos. Das schnelle und starke Ausstoßen der Luft beim Husten soll dafür sorgen, dass die Atemwege von Fremdkörpern und Sekret befreit werden. Hat sich das Kind also zum Beispiel beim Essen verschluckt, wird die Nahrung durch das Husten wieder aus der Luftröhre nach oben gefördert. Vermehrtes Sekret, welches die Atemwege belegen kann, entsteht dagegen vor allem bei Erkrankungen.

Husten als Symptom für Krankheiten


Das Immunsystem von Babys und Kleinkindern muss sich erst noch entwickeln. Deshalb sind die Kleinen leider sehr anfällig für virale und bakterielle Infekte wie zum Beispiel Erkältungen. Im Zuge dieser Erkrankungen produziert der Körper vermehrt Sekret, um die Krankheitserreger auszuspülen. Dieser Schleim legt sich dann auf die Atemwege und muss abgehustet werden. Husten hält also nicht nur die Atemwege frei, sondern befördert auch Keime aus dem Körper. 

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Tipps, um Husten beim Baby zu lindern

Husten ist also wichtig und sollte deshalb nicht per se unterdrückt werden. Aber häufiges und anhaltendes Husten raubt den Kindern Kraft und Schlaf. Wir geben Ihnen deshalb Tipps, wie Sie Ihrem Kind das Abhusten und Atmen sanft erleichtern können:


➤ Viel trinken: Achten Sie darauf, dass Ihr Baby besonders viel trinkt, denn das verflüssigt nicht nur den Schleim, sodass er besser abgehustet werden kann, sondern befeuchtet auch die Schleimhäute. Besonders wohltuend bei einer Erkältung ist zum Beispiel Holundertee: Dafür einen Teelöffel Blüten mit 0,2 l siedend heißem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen, abseihen und auf Trinktemperatur abgekühlt mit dem Fläschchen geben. Auch Fencheltee eignet sich bei Husten.

➤ Frische Luft: Viel frische Luft tut bei Husten gut. Wenn Ihr Kind also kein Fieber hat, dann packen Sie es warm ein und gehen Sie mit ihm regelmäßig spazieren.

➤ Feuchtigkeit: Sorgen Sie für höhere Luftfeuchtigkeit im Babyzimmer: Einfach nasse Tücher in Nähe des Bettchens aufhängen oder den Wäscheständer mit feuchter Wäsche ins Kinderzimmer rücken. Eltern können die kleinen Patienten auch mit ins Bad nehmen, den Heißwasserhahn aufdrehen und eine Viertelstunde in der feuchtwarmen Luft des selbst errichteten Dampfbades bleiben. Vorsicht ist bei elektronischen Luftbefeuchtern angesagt, denn die können im Zweifel die Krankheitserreger zusätzlich im Raum verteilen. Achten Sie bei diesen Geräten also unbedingt auf Qualität und penible Hygiene.

➤ Spezielle Lagerung:
Damit die Kleinen besser schlafen können, schieben Sie ein flaches Kissen oder ein zusammengefaltetes Handtuch unter die Matratze des Kinderbetts. So liegt das Köpfchen höher. Das Baby kann leichter abhusten und bekommt besser Luft.

➤ Quarkwickel:
Dieses Hausmittel eignet sich für Babys ab sechs Monaten. Erwärmen Sie ca. 50 bis 100 Gramm Magerquark im Wasserbad auf Körpertemperatur. Geben Sie ihn dann auf ein Baumwolltuch und lassen Sie das Ganze abtropfen. Jetzt verteilten Sie den Quark auf einem weiteren Baumwolltuch, falten es zusammen und halten es zum Beispiel mit einer Wärmflasche warm. Nun legen Sie das Quark-Tuch auf die Brust Ihres Babys. Damit Ihr Kleines nicht friert, decken Sie es mit Handtüchern und einer Decke zu. Der Quark sollte jetzt mindestens 20 Minuten einwirken. Er wirkt entkrampfend, schleimlösend, hustenstillend und abschwellend.

➤ Hustensäfte und Medikamente: Bitte nur in Absprache mit dem Kinderarzt! Für Babys und Kleinkinder gibt es in der Apotheke spezielle Hustensäfte, da Kinder auf bestimmte Kräuter und Zusammensetzungen empfindlicher reagieren als Erwachsene. Deshalb sollten Sie Ihr Baby auch nicht mit ätherischen Ölen behandeln!
Wann sollte man mit einem hustenden Baby zum Arzt?
Hat der Husten Ihres Babys keine ernsteren Ursachen, geht er nach einigen Tagen von allein wieder weg. Um aber sicher zu gehen, dass es sich bei Ihrem Babys nicht zum Beispiel um Asthma, Bronchitis oder (Pseudo-)Krupp handelt, sollten Sie auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen, wenn Ihr Kind länger als zwei Tage hustet oder Fieber bekommt. Sofort einen Arzt kontaktieren sollten Sie dann, wenn Ihr Baby beim Husten Anzeichen von Atemnot zeigt (ziehendes Geräusch beim Einatmen, graue Haut, blaue Lippen), blutigen Auswurf hat und sich sein Allgemeinzustand verschlechtert

Übrigens: Da der Schließmechanismus des Magens bei Babys und Kleinkindern noch nicht voll ausgebildet ist, würgen und erbrechen sie bei starken Hustanfällen manchmal. Das ist nicht ungewöhnlich und bedarf nicht sofort einer ärztlichen Untersuchung. Erbricht sich das Kind aber über einen längeren Zeitraum hinweg häufig beim Husten, sollten Sie es vom Kinderarzt auf Keuchhusten untersuchen lassen.




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