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Eure Kids auch?

Die echte Grippe geht wieder um: Was wir Eltern zur Influenza wissen müssen

© GettyImages / KatarzynaBialasiewicz
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Oh no, schon wieder schnieft, hustet und fiebert das Kind: Klar, dass wir Eltern da besorgt sind. Der Corona-Test ist negativ. Puuh! Aber ist das jetzt "nur" ein grippaler Infekt oder doch die Virus-Grippe? Im Gegensatz zur fiesen, aber harmlosen Erkältung, kann die Influenza schließlich mit ernsten Komplikationen einhergehen. Welche Symptome bei Kindern auftreten, wann ein Arztbesuch wichtig wird und für wen eine Impfung Sinn ergibt lest ihr hier.

Ein Influenza-Steckbrief für den ersten Überblick

Was ist eine "echte" Virus-Grippe (Influenza)? Auch wenn viele Infizierte glimpflich davonkommen: Die Virus-Grippe ist nicht nur eine lästige Erkältung, sondern eine ernstzunehmende Atemwegserkrankung, die sich meist aus heiterem Himmel mit hohem Fieber über 39 Grad Celsius zeigt.
Was löst die Grippe aus? Influenza-Viren vom Typ A, B, und C. Verantwortlich für die saisonale Grippe hierzulande ist der Typ A. Auch der Influenza-Virus Typ B kann Menschen krank machen. Der aktuelle Grippe-Impfstoff enthält daher Subtypen von beiden.
Wie beuge ich vor? Das Grippevirus überträgt sich durch Schmier- und Tröpfcheninfektionen. Neben dem Einhalten einer guten Hygiene (häufig Hände waschen & Co) können sich Erwachsene und Kinder ab 6 Monaten impfen lassen. Einen Grippeimpfstoff für Kinder gibt es u.a. als Nasenspray.
Was hilft bei Influenza? Gegen die Symptome einer Influenza helfen Bettruhe, viel trinken & Co. In schweren Fällen gibt es antivirale Medikamente. Selten ist ein Krankenhausaufenthalt notwendig.
Grippe: Wie lange ansteckend? An der Grippe erkrankte Kinder und Erwachsene sind in der Regel nach Beginn der Symptome rund eine Woche lang ansteckend. Manche auch länger.

Schwerer Grippe-Verlauf: Welche Kinder sind gefährdet?

An der Grippe erkranken kann jede*r von uns – egal ob er oder sie erwachsen ist oder noch ein Kind. Und auch wenn es einem dann so richtig schlecht geht: Bei den meisten Menschen verläuft die Infektion komplikationslos. Das sieht allerdings etwas anders aus, wenn ein Kind, Jugendlicher oder Erwachsener zur Risikogruppe zählt. Für diese Personen besteht die Gefahr, dass eine mögliche Grippe-Erkrankung schwerer verläuft und mit einer Lungenentzündung oder Herzmuskelentzündung einhergeht. Im schlimmsten Fall können Erkrankte an einer Influenza sterben.

"Kinder mit Vorerkrankungen erkranken häufig schwerer an Grippe als gesunde Kinder. Komplikationen wie beispielsweise Lungenentzündungen treffen besonders Kinder mit geschwächtem Immunsystem oder jene, die bereits an Lungen- oder Herzkrankheiten leiden."

Quelle: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)

Zur Risikogruppe für einen schweren Verlauf einer Grippe-Erkrankung zählen u.a.:

  • Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit einer erhöhten gesundheitlichen Gefährdung infolge einer Grunderkrankung (z.B. einem chronischen Lungen-, Herz-Kreislauf-, Leber- und Nierenleiden oder Diabetes)
  • Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit einer Erkrankung des Immunsystems (HIV, Immunschwäche etc.)
  • Kleinkinder unter 2 Jahre
  • Menschen über 60 Jahre
  • Schwangere

Viele Eltern fragen sich da: Grippe-Impfung – auch für Kinder? Gehören eure Kinder zur Risikogruppe, rät die Ständige Impfkommission zur jährlichen Grippe-Impfung, um sie vor einem schweren Verlauf zu schützen. Bei Schwangeren ist die Impfung ab dem 2. Trimester bzw. dem vierten Schwangerschaftsmonat empfohlen. Hat eine werdende Mutter eine chronische Grunderkrankung, ist sie nach Absprache mit dem betreuenden Arzt oder der Ärztin auch im ersten Schwangerschaftsdrittel möglich.

Menschen, die beruflich bedingt gefährdeter sind, sich zu infizieren (z.B. Pflegepersonal, Menschen im medizinischen Bereich, Berufe mit viel Publikumsverkehr) können sich ebenfalls auf Kosten der Krankenkassen impfen lassen. Gleiches gilt für Kinder und Erwachsene, die mit einer Grippe-Infektion eine Person aus der Risikogruppe anstecken und damit gefährden könnten. Apropos…

Ab wann sollte man Kinder gegen Grippe impfen lassen?

Kinder können frühestens ab einem Alter von 6 Monaten gegen Grippe geimpft werden. Vollständig geschützt sind sie aber auch mit Impfung leider nicht. Das hat verschiedene Gründe: Zum einen kann es möglich sein, dass sie sich unbemerkt schon kurz vor oder nach der Impfung mit dem Grippevirus angesteckt haben – wenn der Impfschutz noch nicht vorhanden oder vollständig ausgebildet war. Es kommt außerdem darauf an, wie gut die Voraussage der Hersteller für die Zusammensetzung des Impfstoffs war. Da sich das Influenza-Virus ständig verändert, brauchen wir jedes Jahr einen angepassten.

Was den Zeitpunkt angeht, gilt: Wer sich oder sein Kind impfen lassen möchte, sollte dafür jedes Jahr ab Oktober bis Mitte Dezember einen Termin bei seinem Arzt oder seiner Ärztin vereinbaren und sich beraten lassen. Aber auch später ist eine Impfung gegen die Influenza noch möglich. Im besten Fall, wenn die Grippewelle noch nicht eingesetzt oder zumindest erst begonnen hat.

Neben einer Totimpfstoff-Impfung per Spritze steht für bestimmte Kinder und Jugendliche von 2 bis einschließlich 17 Jahren ein Lebendimpfstoff zur Verfügung, der in Form eines Nasensprays verabreicht wird.

Nicht jeder Impfstoff ist für jedes Kind geeignet. Besprecht euch am besten mit eurem Kinderarzt oder eurer Kinderärztin, ob eine Impfung für eure Tochter oder euren Sohn aktuell sinnvoll ist, und falls Ja, welcher dafür infrage kommt.

Ein Kind ist vorerkrankt, kann aber nicht geimpft werden – was jetzt?

In so einem Fall raten Ärzte und Ärztinnen zur Kokon-Strategie. Das bedeutet, dass die Menschen im engen Umfeld geimpft werden können, um das Kind vor einer Grippe-Erkrankung mit möglicherweise schwerem Verlauf zu schützen.

Wie steckt man sich mit dem Influenza-Virus an?

Die Ansteckung erfolgt vor allem über die sogenannte Tröpfcheninfektion. Das bedeutet, das Virus überträgt sich schnell, wenn uns jemand anniest, anhustet oder wir miteinander sprechen und engen Körperkontakt haben. Etwa, weil wir miteinander kuscheln oder lebhafte Gespräche führen, während das Gegenüber schon infiziert ist.

Aber auch Schmierinfektionen sind möglich. Heißt, eine erkrankte Person kann die Grippe-Viren auf Türklinken & Co. verteilen, andere langen hin, greifen sich ins Gesicht – ihr kennt es … Gerade in der Krippe, in Kindergärten und Schulen können sich Krankheitserreger schnell von Kind zu Kind oder über gemeinsam genutztes Spielzeug verbreiten – auch Grippe-Viren.

Vorsichtsmaßnahmen, um eine Ansteckung zu vermeiden

Ihr kennt sie sicher längst, nach gut zwei Jahren Corona-Pandemie:

  • Wascht euch regelmäßig eure Hände für mindestens 30 Sekunden. Erst mit Wasser, dann mit Seife. Gründlich abspülen und die Hände gut trocken reiben.
  • Meidet Menschenmassen.
  • Lüftet regelmäßig.
  • Auch Husten und Niesen in die Armbeuge oder in ein Einmaltaschentuch (das dann in den Müll kommt), verringert das Ansteckungsrisiko.
  • Wer kann, hält sich von Erkrankten fern – was bei Eltern mit kleinen Grippe-Patient*innen natürlich schlecht geht, klar :) Kennen wir.
  • Für Kinder und Erwachsene mit Vorerkrankungen stehen Impfungen zur Verfügung.

Stärkt außerdem euer Immunsystem – und das eurer Kinder. Gönnt euch in eurer Familie genug Schlaf (Achja…), Bewegung an der frischen Luft und Akku-Auflade-Zeiten.

Welche Symptome treten bei der Grippe auf?

Rund zwei Drittel der Betroffenen erkranken ein bis zwei Tage nach der Ansteckung mit Influenza-Viren an einer symptomatischen Grippe. Die Hälfte der Kinder und Erwachsenen davon plagt sich „nur“ mit Schnupfen und Husten, meist ohne Fieber. Der Rest wird richtig krank mit den typischen Influenza-Symptomen. Das letzte Drittel steckt sich an, bemerkt aber keine Krankheitsanzeichen. Leider können diese Personen trotzdem ansteckend sein.

Zu den typischen Grippe-Symptomen zählen:

  • Plötzlich auftretendes, hohes Fieber
  • Kopf-, Hals-, Muskel- und Gliederschmerzen
  • Typisch sind zudem ein starkes Krankheitsgefühl
  • Trockener Reizhusten
  • Der oder die Erkrankte fühlt sich extrem schlapp, erschöpft
  • Manche Influenza-Erkrankung wird begleitet durch Schweißausbrüche

Kinder können auch nicht so typische Symptome haben:

  • Dazu zählen Übelkeit, Erbrechen und Bauchschmerzen
  • Auch ein Ausschlag kann sich im Mund zeigen (z.B. stecknadelkopfgroße Bläschen am vorderen Gaumen)
  • Bei kleinen Kindern kann es sehr selten zu Pseudo Krupp kommen. Das ist ein entzündlicher Befall des Kehlkopfes mit bellendem Husten und Luftnot. Wer so einen Anfall mit seinem Kind einmal erlebt hat, weiß, wie bedrohlich das wirkt.

Mögliche Grippe-Komplikationen bei Kindern

Mitunter kommt es zu einer Entzündung der Muskulatur, durch die das an Grippe erkrankte Kind z.B. keine Treppen mehr steigen kann. Sehr selten entwickeln sich eine Lungen- Mittelohr- oder Herzmuskelentzündung. Beides ist ein Fall für den Kinderarzt, manchmal ist auch ein Klinikaufenthalt nötig. Im schlimmsten Fall droht eine Sepsis oder Gehirnentzündung.

Aber auch hier gilt: Das passiert nur selten – und wenn es eurem Kind schlecht geht, werdet ihr sicher frühzeitig medizinischen Rat suchen. So wird ihm schnell geholfen, falls es einen schwereren Grippe-Verlauf hat.

Grippeverdacht bei Kindern: Wann zum Arzt?

Je jünger der Nachwuchs, desto schneller ist der Gang zum Kinderarzt oder zur Kinderärztin sinnvoll. Ihr kennt das: Lieber einmal zu oft, als einmal zu wenig. Vor allem wenn ein Baby oder Kind plötzlich hoch fiebert, es schwerer atmet oder es ihm auffällig schlecht geht, sollten Eltern Kontakt zur Praxis aufnehmen.

Wichtige Infos fürs Arztgespräch:

  • Was hat das Kind?
  • Seit wann ist das so?
  • Sind Menschen im Umfeld an der Virus-Grippe, Corona oder einem anderen Leiden mit ähnlichen Symptomen erkrankt?

Sollten sich die Symptome nach einer Woche nicht bessern, das Fieber hoch bleiben oder immer wieder erneut ansteigen, dein Kind Probleme mit dem Atmen oder starke Ohrenschmerzen haben, ist ein Arztbesuch ebenfalls ratsam.

Ist das jetzt eine Influenza oder eine Erkältung? So erkennt ihr es

Das fragen wir uns alle, wenn die Symptome hartnäckig werden oder das Kind plötzlich nicht nur schnieft, sondern fiebert. Viele greifen dann erstmal zum Selbsttest, um Corona auszuschließen. Ist der negativ, könnt ihr euch folgendes fragen, um einen grippalen Infekt von einer symptomatischen Influenza unterscheiden:

  • Wann setzten die Symptome ein? Während eine Erkältung langsam und schleichend mit einem kratzenden Hals und einer Schniefnase beginnt, setzen die Grippe-Symptome samt Fieber meist sehr plötzlich ein. Quasi wie aus dem Nichts.
  • Wie schwer sind die Symptome? Bei einem grippalen Infekt sind die Symptome wie Husten, Halsweh und Co. zwar lästig, aber meist im erträglichen Rahmen. Ganz anders bei der symptomatischen Influenza: Die Krankheitszeichen sind sehr viel stärker und Patient*innen fühlen sich extrem müde, schlapp und richtig krank.
  • Hat das Kind mit Grippe-Verdacht Fieber? Eine Influenza-Erkrankung geht meist mit hohem Fieber einher, auch Gliederschmerzen und Husten sind typisch.

Wie lange dauert die Grippe bei Kindern?

Meist klingen die Influenza-Symptome nach etwa fünf bis sieben Tagen langsam wieder ab und die akute Krankheitszeit mit hohem Fieber ist überstanden. Der Husten und das Schwächegefühl halten aber oft noch längere Zeit an. Selten dauert es mehrere Wochen, bis ein Kind – oder ein Erwachsener – nach einer Grippe wieder so richtig fit ist.

Gut zu wissen: Bei sonst gesunden Kindern sind Komplikationen selten.

Wie lange ist ein Kind mit Grippe ansteckend?

Ist das eigene Kind Grippe-krank, wirbelt das den ganzen Familienalltag durcheinander. "Wer nimmt kindkrank?" steht da im Raum. Und die Frage: Ab wann darf der so langsam gesund gewordene Nachwuchs in die Krippe, den Kindergarten, die Schule – damit Mama und Papa wieder richtig arbeiten können? Deshalb ist es gerade für Eltern wichtig zu wissen, wie lange es dauert, bis das Influenza-infizierte Kind niemanden mehr anstecken kann. Ärzt*innen sagen: An der Grippe erkrankte Kinder und Erwachsene sind in der Regel nach Beginn der Symptome rund eine Woche lang ansteckend.

Lasst euch von eurer Kinderärztin oder eurem Kinderarzt zum Thema Grippe-Impfung bei Kindern beraten und wägt die Vor- und Nachteile individuell ab.

Unser Tipp

Grippe-krankes Kind: Was hilft?

Es hat dein Kind, dich oder jemand anderen aus der Familie erwischt? Dann helfen ein warmes Bett, Ruhe und liebevolle Zuwendung (notfalls mit FFP2-Maske). Trotzdem ist da auch die Frage:

Gibt es Medikamente gegen eine Influenza-Erkrankung?

Ja, die gibt es. Im Fall einer labordiagnostisch gesicherten Influenza können antivirale Medikamente bei Risiko-PatientInnen die Schwere der Erkrankung mildern und die Krankheitsdauer verkürzen. Der Haken ist allerdings: Um optimal zu wirken, müssen sie innerhalb von 48 Stunden nach Krankheitsbeginn eingenommen werden.

Da eine Grippe von Viren verursacht wird, helfen Antibiotika nicht. Sie wirken nur gegen Bakterien. Manchmal siedeln sich jedoch zusätzlich zu den Viren auch Bakterien in den Atemwegen oder in der Lunge an. Bei so einer Superinfektion kann die Einnahme von Antibiotika dann doch sinnvoll sein. Aber erst, nachdem ein Arzt oder eine Ärztin die Diagnose gestellt hat.

Gut zu wissen

Was kann ich bei Grippe selbst tun?

  • Das Wichtigste ist, den Körper zu schonen und sich nicht anzustrengen – am besten hilft viel Bettruhe.
  • Wer viel Wasser und Tee trinkt, unterstützt den Organismus zusätzlich und hilft, die Schleimhäute feucht zu halten. Auch eine Tasse warme Hühner- oder Gemüsebrühe kann dazu beitragen – und unterstützt das Immunsystem.
  • Zu Inhalieren ist bei Atemwegserkrankungen wie der Grippe ebenfalls empfehlenswert. Auch bei Kindern.
  • Medikamente aus der Apotheke (z.B. Paracetamol gegen das Fieber) und Hausmittel, die auch bei einer Erkältung helfen, können die Symptome erträglicher machen. Wobei Fieber bei Grippe Sinn ergibt – und nicht immer sofort bekämpft werden muss. Lasst euch da in eurer Apotheke oder von der Kinderärztin beraten.

Was viele nicht wissen: Mit Fieber gehören Kinder nicht in die Wanne. Auch nicht in ein Erkältungsbad.

Quellen (u.a.):
Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung; Dr. med. Romanus Röhnelt: Kindergesundheit (Trias Verlag); Robert Koch Institut (RKI)/ Arbeitsgemeinschaft Influenza; Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte; Deutscher Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte

Und wo wir schon mal beim Thema sind…

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