Eine Brustentzündung richtig behandeln

Entzündet sich die Brustdrüse, spricht die Medizin von einer Mastitis. Stillende Neu-Mamas sind davon häufig betroffen. Wir erklären welche Ursachen es dafür gibt und wie Sie die Brustentzündung richtig behandeln.


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Mastitis: Frau mit Brustentzündung


© iStock
Im Wochenbett, wenn das Immunsystem der Mutter noch geschwächt ist, ist der Körper besonders anfällig. Daher ist eine Brustentzündung in dieser Zeit nicht selten. Besonders stillende Mütter sind davon betroffen. Grundsätzlich gibt es zwei Ursachen für eine sogenannte Mastitis:

• Bakterien dringen von außen in den Milchkanal ein (bakterielle Mastitis)
• in Folge eines Milchstaus (nicht-bakterielle Mastitis)

Bei einer bakteriellen Mastitis dringen Keime – meist Staphylokokken – in das Brustgewebe ein. An sich sind diese Keime harmlos und Teil unserer natürlichen Hautflora. Im Milchkanal finden sie jedoch den perfekten Nährboden und vermehren sich rasch. Der Körper reagiert mit einer Entzündung des umliegenden Gewebes. Übertragen werden die Keime über den Mund und die Nase des Babys oder durch feine Risse in der Brustwarze oder am Warzenhof.

Viel häufiger entsteht eine Brustentzündung aber in Folge eines Milchstaus. Ein Milchstau entsteht dann, wenn über längere Zeit mehr Milch produziert wird, als das Baby trinkt. Kann die Milch nicht vollständig abfließen, geht sie in das umliegende Gewebe über. Die Brüste werden an den betroffenen Stellen hart und schmerzempfindlich. Wird der Milchstau nicht richtig behandelt, kann sich das Brustgewebe entzünden.

Anzeichen für eine Brustentzündung


Das bedeutet, zunächst können die Symptome eines Milchstaus und einer Brustentzündung ähnlich sein. Wichtigstes Warnsignal: Fieber. Bei einer Körpertemperatur über 38,5 oder sogar 39 Grad Celsius ist Vorsicht geboten. Ist die Brust zusätzlich heiß und geschwollen, sollten Sie auf jeden Fall die weitere Behandlung mit Ihrer Hebamme oder Ihrem Arzt abklären.

Deutliche Anzeichen einer Brustentzündung:
• die Brust ist heiß und angeschwollen
• deutliche Rötungen an der Haut
• verhärtete Stellen an der Brust
• deutliches Schmerz- und Spannungsgefühl
• Fieber über 38,5 oder sogar 39 Grad Celsius
• oft auch Müdigkeit, Erschöpfung, Kopf- und Gliederschmerzen

Wir reden hier von der Einzahl, weil meist nur eine Brust von einer Mastitis betroffen ist. Je nachdem, welche Ursache die Brustentzündung hat und wie schwerwiegend sie ist, wird Ihr Arzt die Therapie wählen. Damit die Entzündung rasch abklingt, bekommen Sie in der Regel ein Antibiotikum verschrieben. Ist die Ursache ein Milchstau, können zusätzlich auch Medikamente gegeben werden, welche die Prolaktinproduktion hemmen.

Sie brauchen deswegen aber keine Angst haben, abstillen zu müssen. Nach aktuellen Erkenntnissen ist Stillen sogar förderlich für die Heilung. Viele Frauen haben dennoch Bedenken, dass es schmerzhaft ist, wenn das Baby an der entzündeten Brust trinkt. Auch dahingehend können wir Sie beruhigen. In den meisten Fällen sind das Stillen und der Milchabfluss für die Brust sogar entlastend. Empfinden Sie das dennoch als sehr unangenehm, legen Sie Ihr Baby zuerst an der gesunden Brust an. Durch das Saugen wird die Milchproduktion an beiden Brüsten angeregt. Danach wird auch das Stillen an der entzündeten Brust angenehmer. Es ist jetzt vor allem wichtig, das Baby regelmäßig zu stillen, damit der Milchfluss nicht gestoppt wird.
Diese Hausmittel helfen bei einer Brustentzündung
Zudem gibt es einige natürliche Hausmittel, mit denen Sie den Heilungsprozess gut unterstützen können. Dennoch möchten wir darauf hinweisen, dass wir davon abraten, eine Brustentzündung ausschließlich selbst zu behandeln. Nutzen Sie folgende Tipps als Ergänzung zur Therapie, die Ihr Arzt für richtig hält. Denn wird die Mastitis nicht richtig beziehungsweise rechtzeitig behandelt, kann sich daraus ein Brustabszess entwickeln. Manchmal müssen diese sogar operativ entfernt werden.

Bei der Behandlung einer Brustentzündung mit natürlichen Mitteln, geht es in erster Linie geht darum, die Brust zu kühlen und den Milchabfluss anzuregen. Folgendes können Sie versuchen:
• kühlende Quarkwickel
• Umschläge mit essigsaurer Tonerde
• Auflegen von Kühlpads

Um den Milchabfluss anzuregen sollten Sie auf jeden Fall regelmäßig Stillen. Außerdem hilft es, die Brust vor dem Stillen zu wärmen. Duschen Sie Ihre Brust zum Beispiel warm ab, lassen Sie sich von einer Wärmelampe bestrahlen oder legen Sie ein Wärmekissen auf. Wenn Sie das Gefühl haben, die Brust ist nach dem Stillen nicht vollständig leer, wenn Sie nicht stillen möchten oder können weil es zu schmerzhaft ist, sollten Sie unbedingt abpumpen. Viele Frauen empfinden das Abpumpen auch wesentlich angenehmer als die Brust auszustreichen. Ebenfalls ist es wichtig, nur BHs zu tragen, die richtig sitzen und die Brust gut stützen. Und: Gönnen Sie sich Ruhe!
Wie kann ich vorbeugen?
Wie bei jedem anderen Infekt auch, ist Ruhe für den Körper das Beste, um sich schnell wieder zu erholen. Außerdem ist es tatsächlich so, dass die Brust sehr empfindlich auf Stress reagiert. Nicht selten ist großer Stress nach der Geburt ein Auslöser für einen Milchstau. Versuchen Sie also, das Wochenbett auch dafür zu nutzen sich genügend auszuruhen. Einem Milchstau bzw. einer Brustentzündung sicher vorbeugen können Sie leider trotzdem nicht. Auf jeden Fall ist es ratsam, auf einen richtige Stillposition zu achten und das Baby an beiden Brüsten gleichlang trinken zu lassen. Leiden Sie bereits unter wunden Nippeln, sollten Sie die Brustwarzen nach dem Stillen unbedingt reinigen. So vermeiden Sie, dass Bakterien von außen in die Brustdrüsen eindringen.

Gut zu wissen: Eine Brustentzündung tritt vorwiegend in den ersten vier Wochen nach der Geburt auf. Dann sinkt das Riskio dafür wieder. Ein Milchstau kann dagegen während der gesamten Stillzeit auftreten.




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