Plötzlicher Kindstod: So schläft Ihr Baby sicher

Für Eltern der absolute Horror: Der Plötzliche Kindstod. Bei Säuglingen zählt der Plötzliche Kindstod noch immer zu den häufigsten Todesursachen. Das Risiko für Ihr Baby ist allerdings äußerst gering, wenn Sie ein paar ganz einfache Schutzmaßnahmen befolgen.


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Der Plötzliche Kindstod – auch SIDS („Sudden Infant Death Syndrome“ ) genannt – ist für Eltern eine Horrorvorstellung: Das eigene Kind stirbt in der Nacht oder während des Mittagschlafs, einfach so, ohne Vorwarnung oder eine bekannte Vorerkrankung. Für seinen Tod lässt sich keine Ursache finden. Das Phänomen des Plötzlichen Kindstods wird hauptsächlich bei Babys im ersten Lebensjahr beobachtet, häufiger bei Jungen als bei Mädchen. Die meisten Babys sterben in den ersten sechs Lebensmonaten. Und in den kalten Monaten ist die Zahl der SIDS-Fälle höher als im Sommer. Aber: Bitte keine Panik! Durchschnittlich sterben in Deutschland gut 150 Kinder jährlich an SIDS, Tendenz sinkend. Der Plötzliche Kindstod ist extrem selten – und lässt sich meist verhindern, wenn man einige Punkte beachtet.


Plötzlicher Kindstod


© Thinkstock
Was löst den Plötzlichen Kindstod aus?


Was den Plötzlichen Kindstod auslöst, ist trotz langjähriger weltweiter Forschung nicht vollständig erforscht. Die Ergebnisse der Forschung lassen aber vermuten, dass mehrere Faktoren gleichzeitig zutreffen müssen, damit ein Kind unvermittelt im Schlaf stirbt.
In vielen Fällen vermutet die Wissenschaft eine Atemstörung als Ursache für das SIDS: Im Normalfall wachen Babys bei Atemproblemen automatisch auf, die Atmung reguliert sich von alleine wieder. Bei Babys, die am Plötzlichen Kindstod sterben, funktioniert dieser Automatismus nicht. Durch Sauerstoffmangel im Gehirn steigt die CO²-Konzentration im Blut, die Kinder ersticken im Schlaf. Andere Studien vermuten bei Kindern, die am Plötzlichen Kindstod gestorben sind, eine Abweichung im Stammhirn. Hier wird die CO²-Konzentration nicht richtig wahrgenommen. Eine weitere Vermutung besagt, dass bei SIDS-Fällen der Abfall des Blutdrucks nicht automatisch ausgeglichen wird. Ein Problem, das dazu führen kann, dass lebenswichtige Organe nicht mehr ausreichen mit Sauerstoff versorgt werden.

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Wissenschaftler haben nachgewiesen: Es gibt einen Zusammenhang zwischen dem Serotonin-Wert und dem Plötzlichen Kindstod. Diese Erkenntnis könnte Basis für einen Risikotest sein!


So können Sie das Risiko für den Plötzlichen Kindstod senken

Leider gibt es kein Patentrezept, das den Plötzlichen Kindstod mit letzter Sicherheit verhindern kann. Diese Tatsache macht es Eltern auch so schwer, mit der Angst vor dem Plötzlichen Kindstod umzugehen. Wenn Sie aber diese Tipps beachten, schließen Sie die größten Risikofaktoren aus – da ist sich die Wissenschaft einig!

Schutzmaßnahmen gegen den Plötzlichen Kindstod
  • 1 / 6
    Ihr Baby sollte in Rückenlage schlafen

    Die allerwichtigste Maßnahme in Sachen SIDS-Prävention: Legen Sie Ihr Baby zum Schlafen immer auf den Rücken. So kann es sein Gesicht nicht zu dicht an die Matratze drücken und eventuell das ausgeatmete Kohlendioxid wieder einatmen.

  • 2 / 6
    Keine Kissen, Schmusetücher und Kuscheltiere

    Auch wenn wir unseren Kindern gerne etwas zum Kuscheln mit ins Bett geben wollen: Kissen, Schmusetücher und Kuscheltiere haben bei Babys unter einem Jahr nichts im Bettchen verloren. Babys sind aus dem Mutterleib Begrenzungen gewohnt – und lieben diese auch nach der Geburt. Wenn also irgendwo ein Kuscheltier oder ähnliches zu greifen ist, drücken sie ihr Gesichtchen daran. Und dann besteht die Gefahr, dass sie Kohlendioxid einatmen und bewusstlos werden.

  • 3 / 6
    Schlafsack statt Decke

    Ein Baby ist am besten in einem Schlafsack aufgehoben. Da können Mund und Nase erst gar nicht irgendwo drunter rutschen und das Atmen erschwert werden. Und: Vor allem kleine Babys haben im Schlafsack nicht genug Bewegungsspielraum, um sich auf den Bauch zu drehen.

  • 4 / 6
    Bitte nicht rauchen!

    Ihrem Kind zu Liebe sollten Sie weder in der Schwangerschaft noch später, wenn das Baby da ist, rauchen. Kinder von rauchenden Müttern haben oft vorbelastete Atemwege und ein schwächeres Immunsystem – und damit nachgewiesen ein höheres Risiko am Plötzlichen Kindstod zu sterben. Das Nichtrauch-Gebot gilt natürlich auch für Papas und den lieben Besuch!

  • 5 / 6
    Die ideale Schlaftemperatur

    Das Schlafzimmer Ihres Babys sollte nicht zu warm sein: Ideal sind 16 bis 18 Grad. In Babys Nacken können Sie am besten fühlen, ob ihm zu warm oder zu kalt ist.

  • 6 / 6
    Stillen schützt

    Studien zeigen: Muttermilch schützt Babys vor dem SIDS. Bei gestillten Babys ist das Risiko, plötzlich im Schlaf zu sterben, um 50 Prozent geringer. Wenn es möglich ist, sollten Sie Ihr Baby also vier Monate voll stillen. Wenn Sie nicht stillen, geben Sie Ihrem Baby zum Schlafen einen Schnuller. Durch das Saugen wird nämlich verhindert, dass sich Kinder die Luftzufuhr blockieren – so zumindest die Vermutung der Ärzte.


Kinderärzte, Hebammen und Krankenhäuser haben in den letzten Jahren viel Aufklärungsarbeit in Sachen Plötzlicher Kindstod geleistet. Mit Erfolg: Die Zahl der Babys, die scheinbar ohne Ursache gestorben sind, ist deutlich zurückgegangen: Vor 25 Jahren waren es noch zehn Mal so viele. Der beste Beweis, dass einfache Tipps wie Rückenlage beim Schlafen und Schlafsack statt Decke dem Phänomen erfolgreich vorbeugen können. Die Zauberformel lautet: die richtige Schlafumgebung. Wenn Sie Ihr Kind so betten, dass es gut atmen kann, haben Sie das Risiko schon fast auf Null reduziert. Und können damit selbst auch wieder ruhig schlafen!
Schnuller senkt das Risiko
Wissenschaftliche Studien zeigen: Babys, die mit Schnuller schlafen, schlafen sicher. Bei ihnen ist das Risiko am Plötzlichen Kindstod zu sterben, sogar um 90 Prozent geringer (Quelle: "British Medical Journal"). Durch die Form des Schnullers wird ein Luftkanal offen gehalten, sollte das Baby mit dem Gesicht zu weit in die Matratze oder die Decke einsinken - so die Vermutung der Wissenschaftler.
Darf das Baby im Familienbett schlafen?
Leider ist das eine der vielen Fragen, die sich nicht eindeutig mit Ja oder Nein beantworten lässt. Für viele Familien ist es eine wunderbare Lösung, das Baby mit im großen Bett schlafen zu lassen: Zum Stillen muss man nicht extra aufstehen, das Baby ist den Eltern nahe und sie kriegen mit, ob alles okay ist. Und viele Familien lieben die Nähe und Geborgenheit,wenn alle gemeinsam in einem Bett schlafen. Wenn man sich die Studien anschaut, die den Zusammenhang zwischen Familienbett und Plötzlichem Kindstod untersuchen, findet man einerseits welche, die das Co-Sleeping befürworten. Und wiederum andere, die davon abraten. Der Kinderarzt und Buch-Autor Herbert Renz-Polster gibt beim Blick auf die verschiedenen Studien und die Angst, die Eltern vor dem Familienbett gemacht wird, zu bedenken: „Könnte es vielleicht sein, dass die rigiden Empfehlungen gegen das geteilte Elternbett selbst zu einer Gefahr für die Babys werden? Etwa, weil manche Mutter das nächtliche Stillen als so anstrengend empfindet, dass sie eher damit aufhört? Oder weil sie ihr Kind nachts dann vielleicht in einer unsicheren Umgebung stillt, wie etwa auf einem Sessel – und dort mit dem Baby einschläft?“

Unser Tipp: Wenn Sie Ihr Kind im Familienbett schlafen lassen, sollten Sie unbedingt folgende Schutzmaßnahmen beherzigen:

● Das Baby schläft im eigenen Schlafsack – ohne Kissen und Decke.
● Das Bett muss eine feste Matratze haben. Weiche Matratzen oder gar Wasserbetten sind nichts für Babys!
● Das Bett darf keine Ritzen oder Spalten haben, in die das Kind rutschen kann.
● Das Baby darf nicht bei den Eltern unter der Decke schlafen!
● Die Temperatur sollte bei 16 bis 18 Grad liegen.
● Wenn ein Elternteil Raucher ist, stellt das Familienbett ein höheres Risiko dar – ist also verboten!
● Und: Wenn Sie Alkohol getrunken haben, sollte Ihr Baby auf keinen Fall bei Ihnen im Bett schlafen.

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Mama, Papa und Baby alle zusammen in einem Bett – das klingt praktisch und gemütlich! Es gibt aber auch Argumente, die gegen das Familienbett sprechen.


Eine Alternative, die Ihnen die Angst vor den Risiken des Familienbetts nimmt und trotzdem für Nähe sorgt: Stellen Sie das Babybettchen oder den Babybalkon direkt neben das Elternbett – zumindest im ersten halben Lebensjahr. Kinderärzte der American Academy of Pediatrics empfehlen sogar, Babys bis zum ersten Geburtstag mit den Eltern in einem Zimmer schlafen zu lassen.



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