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Plötzlicher Kindstod: 8 unglaubliche Fakten, wie Stillen das SIDS-Risiko halbiert

Plötzlicher Kindstod: 8 unglaubliche Fakten, wie Stillen das SIDS-Risiko halbiert

Studie

Stillen kann eine wundervolle Sache für Mütter und Kinder sein - und kann kleinen Babys sogar das Leben retten. Studien zeigen, dass Stillen das Risiko vom Plötzlichem Kindstod drastisch senkt. Und auch wenn ihr eurem Kind nicht ausschließlich die Brust gebt, tritt der schützende Effekt ein. Auf welche Weise Stillen SIDS verhindert- und wo ihr Hilfe und Unterstützung in einer schwierigen Stillphase findet.

Stillen kann das Risiko von SIDS halbieren - eine Aussage, die uns wohl kollektiv aufatmen lässt. Schließlich ist das Sudden Infant Death Syndrome ein Schreckgespenst für Eltern wie Mediziner*innen, weil es so plötzlich und unerklärlich im ersten Lebensjahr auftreten kann. Babys, die gesund und glücklich wirken, sterben über Nacht ohne erkennbaren Grund. Wir Eltern sind leider machtlos - aber bestimmte Faktoren können das Risiko von SIDS zum Glück deutlich verringern. Eine große Rolle spielt dabei das Stillen.

Plötzlicher Kindstod: Stillen reduziert das Risiko

In den letzten zwei Jahrzehnten konnten Wissenschaftler*innen immer mehr Einblick in die Faktoren gewinnen, die SIDS begünstigen - und durch Aufklärung die Zahl der Fälle stark verringern. Auch in Deutschland gehen die SIDS-Zahlen zum Glück enorm zurück, in 2019 starben aber immer noch 75 Babys daran. Stillen gilt als einer davon - und wie wir dank des Teams rund um Dr. Hauck von der University of Virginia wissen, hat es einen dramatischen Effekt auf die Überlebenschancen von Babys.

Die Studie hat herausgefunden, dass Mütter, die ihr Baby für mindestens zwei Monate stillen, die Gefahr ihres Kindes am Plötzlichen Kindstod zu sterben, um fast die Hälfte reduzieren können. Dass Stillen das Risiko für den Plötzlichen Kindstod vermindert, haben schon andere Untersuchungen gezeigt. Die Metastudie der University of Virginia widmete sich aber der Frage, wie lange Mütter stillen müssen, damit positive Effekte eintreten - und wie stark diese dann sind. Dabei analysierten die Wissenschaftler*innen acht weltweite Studien mit Daten von insgesamt 9.000 Familien.

8 Fakten, wie Stillen gegen SIDS hilft

#1 Stillen kann das Risiko von SIDS halbieren

Basierend auf den wissenschaftlichen Erkenntnissen gehen Mediziner*innen weltweit davon aus, dass Stillen das Risiko von SIDS um 50 % reduziert, wenn die Stillzeit mindestens zwei Monate beträgt.

Schon eine Stilldauer von zwei Monaten reduziert das SIDS-Risiko um fast die Hälfte. Und je länger Babys gestillt werden, desto größer wird der Schutz.

Dr. Fern Hauck, University of Virginia

Welche Komponenten der Muttermilch genau es sind, die Kinder vor dem tückischen Atemstillstand schützen, ist noch nicht vollständig geklärt. Was klar ist, ist die Art und Weise, wie Stillen Kinder vor SIDS schützt.

#2 Stillen trainiert die Atmung

Die in Muttermilch enthaltenen Stoffe sind dafür verantwortlich, dass sich Babys Gehirn optimal entwickelt. Und genau dieses ist es - besonders das zentrale Nervensystem- das Babys dabei hilft, ihre Atmung zu kontrollieren.

#3 Stillen stärkt die Abwehrkräfte

Auch wenn die genauen Ursachen für SIDS oft nie gefunden werden, können kleine Infektionen das Risiko ggf. begünstigen. Die in der Muttermilch enthaltenen Antikörper helfen eurem Baby, Erreger abzuwehren, z. B. RSV, das für viele Atemwegsinfektionen verantwortlich ist.

#4 Stillen kräftigt die Muskulatur

Die Saugbewegungen beim Stillen fordern die Kiefer- und Rachenmuskulatur, die eine richtige Atmung unterstützt. Gerade die Muskeln von Mundhöhle und Gaumen, die beim Stillen ein echtes Work-out bekommen helfen dabei, dass die Luftwege geöffnet bleiben.

#5 Je länger ihr stillt, desto stärker der Schutz

Babys, die mindestens zwei oder mehr Monate lang gestillt werden, haben ein minimiertes SIDS-Risiko: Schon nach der kurzen Zeitspanne wird die Gefahr vom plötzlichen Kindstod um die Hälfte reduziert! Je länger die Stillzeit danach dauert, umso weiter sinkt die Wahrscheinlichkeit. Bei vier Monaten auf 60 %, bei über sechs Monaten auf ganze 74 %. Fazit: Langes Stillen ist also wundervoll und gesund für euch und eure Kinder. Aber selbst eine kurze Stillzeit kann eine enorme gesundheitliche Unterstützung für euer Baby sein.

#6 Stillen fördert Co-Sleeping

Gestillte Babys schlafen häufiger in der Nähe vom Elternbett, um Mama das nächtliche Aufstehen zu erleichtern. Gleichzeitig steigt dadurch die Chance, dass Unregelmäßigkeiten in der Atmung schnell erkannt werden. Schläft euer Kind neben euch, passt sich sein Atemrhythmus sogar an euren an. Das kann im Beistellbett oder auch im Familienbett sein. Wichtig ist dabei, dass ihr die gängigen Sicherheitsvorkehrungen beachtet. Wir haben alle Tipps für euch:

#7 Stillen unterstützt einen sicheren Schlaf

Babys, die stillen, haben einen unruhigen Schlaf und wachen öfter auf. Für uns Eltern unendlich anstrengend, aber: Das nächtliche Stillbedürfnis wirkt wie eingebautes Sicherheitssystem. Denn der gefürchtete Atemstillstand geschieht häufig, wenn sich Säuglinge in einem unüberwachten Tiefschlaf befinden. Gestillte Babys, die mehrmals pro Nacht unruhig werden und euch somit aus dem Schlaf reißen, beugen sozusagen doppelt vor.

#8 Kombination mit Flaschenmilch ist genauso effektiv

Klar ist es gut, wenn eure Stillzeit so lange wie möglich dauert, denn jeder Tropfen Muttermilch ist wertvoll für euer Baby. Heißt aber auch: Schon ab dem ersten Schluck tut ihr eurem Kind etwas Gutes, auch dann, wenn ihr für andere Mahlzeiten Flaschenmilch zufüttert. In der Studie waren die Babys nicht weniger geschützt, die nur teilweise gestillt wurden - solange sie die Muttermilch über einen Zeitraum von mindestens zwei Monaten bekamen.

Stillprobleme? Anlaufstellen für die Stillzeit

Mit unseren Tipps gegen Stillprobleme könnt ihr die häufigsten Hürden leichter meistern. Bei konkreten Fragen und Sorgen sowie für wertvolle Tipps findet ihr hier Unterstützung:

Wenn ihr keine Hebamme für eure Schwangerschaft oder das Wochenbett findet, haben wir hier jede Menge Tipps und Wegweiser für euch: Hilfe bei der Hebammensuche.

Wahnsinn, wie schnell sich Babys im ersten Jahr entwickeln. Die schönsten Meilensteine, auf die ihr euch freuen könnt:

Muttermilch kann noch mehr! Was wisst ihr über den Power-Juice?

Still-Quiz: Was weißt du über Muttermilch, die Quelle des Lebens?

Quellen:

University of Virginia
Berufsverband der Kinder- und Jungendärzte e.V.
baby gooroo

Mein Fazit

Soll das heißen, ihr "müsst" euer Baby stillen, um es vor SIDS zu schützen? Natürlich nicht. Wenn es ums Stillen geht, ist es wichtig, auf euren Körper - und euer Herz zu hören. Nicht jede Mama kann oder möchte stillen und das ist nicht nur vollkommen ok so: Solange ihr die Entscheidung von euch aus trefft, ist sie immer auch für euer Kind die beste. Die Relevanz, die das Stillen für die Vorbeugung des plötzlichen Kindstodes hat, verdeutlicht aber auch eine ganz andere Sache: Jeder Familie, die ihr Kind stillen möchte, sollte die bestmögliche Unterstützung beiseitestehen - denn somit können wir die Anzahl der Babys, die von SIDS betroffen sind, drastisch reduzieren.

Bildquelle: Getty Images/ jacoblund

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